Schließen «

Unsere Themen

Menü

  • Sonntag, 13. Januar 2019,

    UFER- Unterstützung für Eltern- ein Interview mit Christin Keller und Theresia Schneider

    Theresia und Christin UFER

    Wir haben mit Christin Keller, 36, Dipl.-Pädagogin und Projektkoordinatorin von UFER und Theresia Schneider, ehemalige Grundschullehrerin und UFER-Patin, über das Unterstützungsprojekt für Eltern gesprochen.

     

    Wofür steht Ufer?

    Christin: „UFER ist ein Projekt des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Saarland e.V. Unsere Intention ist es, frühe, kostenfreie Hilfen für Eltern und Kinder zu schaffen und die Erziehungs- und Versorgungskompetenz der Eltern zu stärken. Wir suchen Familien auf ihren Wunsch hin zu Hause auf, um sie bei der Versorgung und Erziehung ihrer Kinder von 0 bis 6 Jahren zu unterstützen. Dabei kooperieren wir unter anderem mit Krankenhäusern, Kinderärzten, dem Gesundheitsamt und Vorschuleinrichtungen. Zur Umsetzung dessen beziehen wir sogenannte Patinnen und Paten als ehrenamtliche Helfer in unser Unterstützungssystem ein. Wir leisten präventive Hilfestellungen, unterstützen die Eltern bei der Alltagsbewältigung und helfen, wenn der Stress und die Belastung zu hoch werden. Natürlich helfen wir ausschließlich da, wo ernsthafter Bedarf besteht. Bei Interesse kann man sich ganz einfach per Mail oder Telefon bei mir melden, es bestehen keine großen Formhürden.

    Das erste Treffen findet dann in der Regel innerhalb weniger Tage nach dem Erstkontakt statt. Dabei verschaffe ich mir einen Gesamteindruck und entscheide im Anschluss, ob wir Unterstützung leisten können oder nicht. Personen, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen, sind beispielsweise Großeltern, Patchwork- Familien, Berufstätige und Alleinerziehende. Von leistungsschwachen Personen bis hin zum gut verdienenden Akademiker ist alles vertreten. In speziellen Fällen verweisen wir an das Jugendamt mit seinen Fachkräften und Psychologen oder ziehen diese hinzu. Die Familie gibt klare Ziele vor, nach denen wir bedarfsgerecht agieren. Unsere Paten haben einen flexiblen Betreuungszeitraum und große Freude an ihrer Arbeit mit den Kindern und Eltern. Aktuell betreuen wir 21 Familien, 2 stehen auf der Warteliste.“

     

    Welche Voraussetzungen müssen eure Patinnen und Paten erfüllen?

    Christin: „Wir achten sehr sorgfältig auf die Auswahl unserer Patinnen und Paten. Die Vermittlung ausschließlich qualifizierter und engagierter Menschen hat oberste Priorität.

    Zur Mitarbeit in diesem Projekt suchen wir ständig1) ehrenamtliche kompetente Helferinnen und Helfer mit Erfahrung im Umgang mit (eigenen) kleinen Kindern. Unsere Patinnen und Paten sollten ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, Eigeninitiative und die Fähigkeit, unvoreingenommen, tolerant und zuverlässig zu sein, besitzen.

    Im Gegenzug bieten wir jährlich mehrere kostenlose Schulungen durch Fachkräfte, eine begleitende Arbeitsgruppe, Patentreffen mit allen Patinnen und Paten und fachliche Begleitung durch mich an. Darüber hinaus erhalten die Paten (neben den Sachmitteln für die Arbeit mit den Familien) eine angemessene Fahrtkostenerstattung und am Ende der Tätigkeit ein Zeugnis über die Qualifizierung und den Einsatz. Aktuell haben wir 20 Paten. Die Patenschaft kann natürlich jederzeit beendet werden.“

     

    Theresia, kannst du dich kurz vorstellen? Wie bist du auf Ufer aufmerksam geworden?

    Theresia: „ Ich wurde durch einen Aufruf im Wochenspiegel darauf aufmerksam. Seit sechs Jahren bin ich nun in Pension und deshalb habe ich mir eine neue Aufgabe gesucht. Mittlerweile bin ich seit über einem Jahr dabei. Ich war 42 Jahre mit Herz und Seele Grundschullehrerin und meine Faszination für Kinder ist nach wie vor geblieben. Um meine Enkelkinder sehen zu können, fuhr ich jede Woche 2 Tage nach Koblenz. Seit diese nun größer geworden sind und Kindergarten und Schule besuchen, wollte ich eine neue Herausforderung angehen. Die Kinderbetreuung reizt mich immer nach wie vor und bereitet mir Freude.

    Wenn ich die Fortschritte meines Betreuungskindes sehe, finde ich das unwahrscheinlich schön und rührend. Die Hilfe für die Eltern und Kinder und die Freude in den Augen des Kindes, wenn ich dort erscheine, ist erfüllend. Ich möchte meine Zeit sinnvoll nutzen und etwas an die Gemeinschaft zurückgeben, denn mir ging es immer gut.“

     

    Was sind eure konkreten Aufgaben?

    Christin: „ Ich betreibe die Akquise für UFER, führe die Bewerbungsgespräche mit Paten und Familien, vermittle diese und bin für die Organisation der Fortbildung zuständig. Außerdem leite ich die Patentreffen, mache die fachliche Beratung und bin bei Bedarf jederzeit für Paten und Eltern ansprechbar. Gerade in der Anfangsphase begleite ich unsere Paten auch gerne zu ihren Hausbesuchen. Bisher hat alles immer gut funktioniert. Wenn es einmal vorkommen sollte, dass die Umstände für einen Paten oder eine Familie nicht mehr passen, kann die Betreuung jederzeit beendet werden. Zudem suche ich Kinderärzte, Familienberatungszentren usw. auf und informiere über unser Projekt.“

    Theresia: „Ich helfe einmal wöchentlich für circa 2 Stunden einer alleinstehenden Mutter, die in unserer Gegend hier leider keine sozialen Kontakte hat. Dieses Alleinsein ist für die Mutter sehr belastend, denn sie hat ihr Kleinkind ja wirklich 24 Stunden um sich und hat nahezu keine Zeit für sich selbst. Wir beide harmonierten sofort. Ich konnte die Notwendigkeit und den enormen Bedarf direkt nachvollziehen. Einfach niemanden zu haben und dann noch alleinerziehend zu sein, das ist sehr schwierig.

    In der Zeit vor Ort spiele ich mit dem Kind und entlaste die Mutter dadurch. Ich habe stets ein offenes Ohr und gebe Tipps und Hilfestellungen bei der Kindererziehung. Andere Paten erledigen Aufgaben wie etwa die Kinder vom Kindergarten abholen, mit ihnen spielen, kochen, schwimmen gehen oder auch Zoobesuche und vieles mehr.“

    Theresia, was ist das Schönste an deiner ehrenamtlichen Tätigkeit?

    Theresia: „ Das Gefühl gebraucht zu werden, die Entwicklung meines Betreuungskindes miterleben zu dürfen und den Menschen helfen zu können.“

    Was wollt ihr potentiellen UFER- Paten mitteilen?

    Christin: „ Wir sind immer auf der Suche nach neuen Paten, die das Team verstärken wollen. Unsere aktuellen Patinnen und Paten sind zwischen 39 und 77 Jahren, davon sind 3 Paten und 17 Patinnen. Von der Krankenschwester über den Finanzbuchalter und Handwerker bis hin zu Rentnern, haben wir eine buntgemischte Zusammensetzung an Patinnen und Paten. Zwei Drittel hat eigene Kinder und ein Drittel verfügt über berufsbedingte Qualifikationen, wie zum Beispiel Lehrer, Erzieher oder Ergotherapeuten. Für die ehrenamtliche Arbeit sollte man mindestens zwei bis vier Stunden in der Woche einkalkulieren.

    Wir interessieren uns zurzeit auch speziell für jüngere Menschen, die zum Beispiel auch noch in Ausbildung sind. Ihr erhaltet ein ausführliches Zeugnis und werdet kontinuierlich fortgebildet. Das bringt euch und eure Kompetenzen weiter und gibt natürlich auch ein gutes Bild im Lebenslauf, also meldet euch gerne und macht mit!

    Familien, die sich in dem vorher Beschriebenen wiederfinden und den Drang verspüren, Hilfe in Anspruch zu nehmen, möchten wir ebenso motivieren sich zu melden. Wir sind gerne für euch da!“

    Theresia: „ Wenn ihr Freude an der Arbeit mit kleinen Kindern habt und etwas Schönes, Erfüllendes tun möchtet, dann kommt zu uns ins Team. Die Eltern, Kinder und wir freuen uns auf euch.“

    Kontakt: Christin Keller, Tel.: 0175-715 3140,dksb.christinkeller@gmx.de

     

    Spenden gerne an:

    DKSB – Landesverband Saarland e.V.

    Kreissparkasse Saarpfalz:

    IBAN: DE04 5945 0010 1011 0688 87

    BIC: SALADE51HOM

    Verwendungszweck: Projekt UFER

     

    Besucht die Website: http://www.kinderschutzbund-saarland.de/projekte:ufer

    Diesen Beitrag teilen: