Schließen «

Unsere Themen

Menü

  • Donnerstag, 21. Mai 2020,

    Udo Recktenwald: Öffentlichen Gesundheitsschutz vor Ort stärken – er ist systemrelevant!

    Landrat Udo Recktenwald

    Als erfolgreiche Bewährungsprobe für die dezentralen Gesundheitsämter in der Trägerschaft der Landkreise hat der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald die bisherige Bewältigung der Corona-Pandemie bewertet. Die guten Erfahrungen müssten genutzt werden, um den öffentlichen Gesundheitsdienst vor Ort zu stärken.

    Udo Recktenwald: „Unser Gesundheitsamt in St. Wendel, und das gilt letztlich für alle Gesundheitsämter, hat gezeigt, wie entscheidend die dezentrale Organisation des öffentlichen Gesundheitswesens für den Erfolg der Maßnahmen ist. Unser Gesundheitsamt ist systemrelevant.“ Die fachliche Expertise in den Ämtern, ihre flexible Reaktion auf täglich neue Herausforderungen und das Zusammenspiel mit den übrigen Ämtern der Kreisverwaltung, mit den Kommunen und Hilfsorganisationen, die Kenntnis über die Situation vor Ort, die Kenntnis der Einrichtungen und damit die gute Vernetzung spielen dabei eine große Rolle. „Wir sind näher dran an den Problemen vor Ort, schnell handlungsfähig und können die betroffenen Menschen zeitnah und persönlich erreichen und damit auch besser und schneller helfen. Insofern ist das Gesundheitsamt des Kreises ein wunderbares Beispiel funktionierender interkommunaler Zusammenarbeit mit den Gemeinden und ihren Ortspolizeibehörden, bei der ein Zahnrad ins andere greift. Ohne regional verankerten öffentlichen Gesundheitsdienst kommen die von Bund und Land beschlossenen Maßnahmen vor Ort nicht zielführend an.“



     


    Durch die mit der Bund-Länder-Vereinbarung vom 6. Mai beschlossene, auf das Infektionsgeschehen im jeweiligen Landkreis bezogene Dezentralisierung der Corona-Bekämpfung rückt das örtliche Gesundheitsamt mit seiner Verantwortung noch stärker in den Fokus. „Dies erfordert für die Zukunft eine stärkere administrative, finanzielle und personelle Ausstattung der Gesundheitsämter. Die Soforthilfe des Bundes von 150.000 Euro für jedes Gesundheitsamt insbesondere für technische Ausstattung kann nur als erstes Signal in die richtige Richtung gewertet werden.“ Auf Basis des Infektionsschutzgesetzes und in enger Abstimmung zwischen Land und Landkreisen ist zu klären, mit welchen Maßnahmen die Landkreise konkret agieren, sollte die Zahl der Infektionen den Wert von 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreichen.

    Zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in und bei den Landkreisen sollte das Land an der Universität einen Lehrstuhl für den ÖGD einrichten, für Studierende ähnlich der Landarztquote auch eine ÖGD-Quote vorsehen und im Medizinstudium die Belange des ÖGD im Kontext mit dem medizinischen Katastrophenschutz und dem allgemeinen Gesundheitsschutz, der Hygiene und der Prävention implementieren. Medizinstudenten sollten zudem Praktika im Gesundheitsamt verrichten. Hinzu kommt die finanzielle Schieflage bei der Bezahlung der Ärzte im ÖGD. Allerdings betrifft dieses Thema auch andere Bereiche der öffentlichen Verwaltung und muss daher generell auf den Prüfstand.

    Landrat Udo Recktenwald dankte bei dieser Gelegenheit all denen, die im Gesundheitsamt in den letzten Wochen zur Bekämpfung des Corona-Virus hervorragende Arbeit geleistet haben. „Durch die Pandemie ist das Gesundheitsamt aus dem Schatten ans Licht getreten und hat sich mit großartigem Engagement von der Sonnenseite gezeigt. Dafür gilt allen Wertschätzung, Anerkennung und Dank, auch den vielen ehrenamtlichen externen Kräften. Die gute regionale Vernetzung, die kurzen Entscheidungswege und die unbürokratische Handlungsfähigkeit sind ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“

    Diesen Beitrag teilen:
  • Anzeige

  • Anzeige