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  • Sonntag, 1. März 2020,

    Tholey: Benediktinerabtei stellt Weichen für die Zukunft – größte touristische Erschließung im Saarland seit 25 Jahren

    Blick vom Klostergarten auf die Abteikirche: Die Renovierungsarbeiten laufen auf Hochtouren

    Tholey. Zurzeit laufen an der Benediktinerabtei in Tholey die umfangreichsten Renovierungs- und Sanierungsarbeiten in ihrer Geschichte. Im Rahmen einer Führung durch den Klostergarten am Freitag, 28.02.2020, gingen Vater Abt Mauritius Choriol OSB und Dr. Thorsten Klein, Gründungsgeschäftsführer der Stiftung Abtei Tholey, auf die Umgestaltung, die touristische Erschließung und die Stiftung Abtei Tholey ein.



    Klostergarten, Gästehaus, Teehaus, die zahlreichen Konventsgebäude, die gesamte Infrastruktur und die Abteikirche selbst: All das wurde und wird zurzeit generalüberholt. Ziel der umfangreichen Arbeiten ist es, den langfristigen Bestand des Benediktinischen Klosterlebens in Tholey und somit dem 13-köpfigen Konvent eine zukunftsfähige Heimat zu sichern.

    Nach Abschluss der Arbeiten wird für die Mönche nicht nur eine neue Heimat entstanden sein, sondern auch eine touristische Großattraktion in der Gemeinde Tholey. Die umfassenden Renovierungsarbeiten und, vor allem die drei großen Chorfenster des Künstlers Gerhard Richter werden, so hofft die Abtei, zahlreiche Besucher locken.

    Abt Mauritius Choriol und Dr. Thorsten Klein

    Um die touristische Erschließung sowie die dazugehörigen kommerziellen Themen soll sich eine neue Betriebsgesellschaft kümmern. Diese gGmbH (gemeinnützige GmbH) soll das Bindeglied zwischen Abtei und Öffentlichkeit sein und der Benediktiner Abtei Tholey dienen. Sie trägt den Namen Stiftung Abtei Tholey.

    Ab September dieses Jahres soll die Abtei der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vater Abt Mauritius Choriol spricht von einem Ort der Spiritualität. Durch die nationale wie internationale Aufmerksamkeit hofft er auf viele Menschen, die bei ihrem Besuch „Freude an der Schöpfung, Freude am Glauben“ haben werden. Es soll ein Ort sein, an dem man Sorgen und Hektik draußen lassen kann.

    „Es handelt sich um die größte touristische Erschließung im Saarland seit 25 Jahren, seit des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Natürlich vergessen wir den Bostalsee nicht. Wir beziehen uns ausdrücklich auf die Kombination aus kultureller und kunsthistorischer wie auch gesellschaftlicher Bedeutung“, berichtet Dr. Klein. Laut eines Gutachtens der Kommune zur Verkehrsinfrastruktur kann im ersten Jahr mit rund 100.000 Besuchern gerechnet werden. Nach Erfahrungswerten rund um Gerhard Richters Schaffen, schätzt Klein diese Zahl als realistisch ein. Dabei ist an Wochenenden mit einer höheren Frequenz als unter der Woche zu rechnen.

    Die Gemeinde Tholey unterstützt die Abtei unter anderem mit dem Bau von rund 240 Parkplätzen in der Gemeinde. Da diese über zwei Kilometer von der Abtei entfernt liegen werden, wird auch über einen Schuttle-Service nachgedacht.

    Folgende Maßnahmen werden von der Stiftung Abtei Tholey übernommen:

    • Bau eines Besucherzentrums: Weiterentwicklung des ehemaligen Schwesternheims, welches zum Ensemble der Abtei dazu gehört, aber nicht das Hauptaugenmerk trägt.
    • Weiterentwicklung der internationalen Aufmerksamkeit zu den Richter-Fenstern
    • Zentrale Anlaufstelle für Besucher, Touristen und Pilger
    • Besucherführung und damit Verlagerung des Eingangs zum Klostergarten in die Römerallee.
    • Ausbildung von Besucher-Guides
    • Entwicklung von touristischen Themenführungen
    • Weiterentwicklung des geistlichen Zentrums
    • Personalisierung
    • Aufbau einer IT-Infrastruktur
    • Aufbau eines Marketings (auch gemeinsam mit dem Saarland-Marketing)
    • Einrichtung eines Kräutergartens
    • Aufbau eines Merchandising-Shops mit dem Leitgedanken: Regional und nachhaltig – jeder in der Region möge davon profitieren können

    Hintergrund

    Das Benediktinerkloster zu Tholey ist mit der Ersterwähnung in 634 n. Chr. das älteste Kloster in Deutschland. Die Abteikirche, die nach der Französischen Revolution an die Pfarrei Tholey übertragen wurde, ist seit der Wiederbesiedelung 1949/50 gemeinsame Pfarr- und Abteikirche und seit 2018 im Eigentum der Abtei, also keine Bistumskirche.

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