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  • Sonntag, 19. April 2020,

    Stress unter Freunden- So finden wir wieder zueinander

    13 : 18 Querformat

    Nachdem wir in unserer Freundschafts- Reihe thematisiert haben, was wahre Freunde wirklich ausmacht, wie sich unsere Wege trennen können und wann wir falschen Freunden den Rücken kehren sollten, geht es heute darum, wie wir nach einem Streit wieder zueinander finden können.

    Wer von euch hatte schon mal Stress mit seinen besten Freunden? Oder sollte ich lieber fragen wer von euch noch nicht?

    Nach einem heftigen Streit kann eine Freundschaft schnell auf dem Spiel stehen. Emotionen wie Wut, Trauer und Enttäuschung nehmen dabei oft eine besondere Rolle ein. Bei solchen Auseinandersetzungen kann es richtig ungemütlich werden und rasch auch mal zu Beleidigungen und übertriebenen Vorwürfen kommen, die wir im Nachhinein bereuen. Manchmal kann es sogar so ausarten, dass wir die ursprüngliche Streitursache ganz aus den Augen verlieren und gar nicht mehr wissen, wie der Stress eigentlich entstanden ist. Aber jeder reagiert doch mal über und verhält sich auch mal falsch, oder?

    Naja, scheinen die Differenzen auch noch so unüberbrückbar- wenn wir es wollen, finden wir eine Lösung. Wir sollten versuchen uns immer wieder auf das zu fokussieren, was wirklich zählt, zum Beispiel warum wir einander mögen und schätzen und auf das, was uns verbindet. Wenn wir wieder zueinander finden möchten, sollten wir im persönlichen Gespräch die Geschehnisse gemeinsam aufarbeiten. Sofern uns unsere Freundschaft wirklich wichtig ist, dann versuchen wir das und zwar zusammen!

    Natürlich sind die Ursachen für Streitigkeiten ganz unterschiedlich und es existiert keine Musterlösung, die perfekt auf jede individuelle Situation anzuwenden ist. Dennoch haben wir ein paar Vorschläge, die euch in Streitsituationen helfen können, konstruktiv mit der Problematik umzugehen und wieder einen gemeinsamen Weg einzuschlagen.

    Abstand

    Gerade eben sind die Fetzen so richtig geflogen, es sind Worte gefallen, die besser ungesagt geblieben wären und auch nur der Gedanke an unser Gegenüber lässt uns wutentbrannt aus der Haut fahren. „Eine weitere Freundschaft mit dieser Person? Unmöglich, niemals. Das war´s“!? Kennt ihr solche impulsiven Gedanken, die euch kurz nach einem Streit durch den Kopf gehen?

    Nach Auseinandersetzungen sollten wir uns erst einmal wieder beruhigen, runterkommen und besser mal den ein oder anderen Tag vergehen lassen, bevor wir vorschnell handeln und im Zuge unserer emotionalen Aufgewühltheit überzogen reagieren. Sobald wir mehr Abstand zu der Situation gewonnen haben, neu geordnet sind, unsere Gefühle nicht mehr alles überlagern und wir wieder klarer denken können, sind wir bereit für eine Annäherung.

    Allerdings sollten wir nicht den Fehler machen und stur darauf warten, bis sich unser Gegenüber meldet. Vielleicht denkt der oder die andere genauso, wie wir? Wenn wir zu lang, also mehrere Wochen oder sogar Monate warten, kann der Eindruck entstehen, dass wir an der Fortführung einer Freundschaft nicht mehr interessiert sind.

    Auge in Auge

    Wenn es wichtige Angelegenheiten zu klären gibt, dann sollten wir uns dabei in die Augen schauen und die Themen persönlich besprechen. Wie schnell werden Whats App Nachrichten fehlinterpretiert? Wie schnell wird hier etwas viel „böser“ aufgefasst, als es eigentlich gemeint war? Wie oft wird man in solchen Messages missverstanden? Ganz zu schweigen davon, dass man die freundschaftliche Zukunft nicht über derartige Medien besprechen sollte, ist ein Gespräch unter vier Augen immer die bessere Wahl, da echte Gefühle im Realtalk einfach authentischer kommuniziert und aufgenommen werden können.

    Den richtigen Fokus setzen

    Denkt dran: Die Vergangenheit ist vergangen! Kocht ein Streit so hoch, dass wir Auseinandersetzungen, die vor längerer Zeit schon längst ausführlich diskutiert wurden, wieder erneut aufflammen lassen, sollten wir uns gegenseitig stoppen. Wir leben im Hier und Jetzt und deshalb sollten wir uns auch auf unsere gegenwärtigen Probleme fokussieren. Warum also streiten wir überhaupt? Welche Verhaltensänderungen unseres Gegenübers wünschen wir uns? Was haben wir dazu beigetragen, dass es zu diesem Streit gekommen ist und was können wir nun tun, um wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen?

    Keine Beleidigungen

    Natürlich kann es sein, dass uns der Anblick unseres Gegenübers erst einmal wieder wütend macht, aber wir sollten dennoch ruhig bleiben, um gemeinsam die Sache konstruktiv anzugehen. Beleidigungen unter Freunden sind ein absolutes No Go. Sie verletzten und können die freundschaftliche Verbindung stark beeinträchtigen. Niveaulose Ausdrücke haben die Menschen, die uns doch eigentlich sehr wichtig sind, nicht verdient.

    Empathie

    Einfühlsames, taktvolles Handeln und die Fähigkeit seine Perspektive zu wechseln und sich in den anderen hinzuversetzen, ist nicht jedermanns Sache, dennoch sollten wir versuchen empathisch zu sein, um so vielleicht die Ursachen für das Verhalten unseres Gegenübers besser nachvollziehen zu können. Die gleiche Angelegenheit kann von zwei unterschiedlichen Menschen ganz anders wahrgenommen werden. Hören wir einander zu, lassen den anderen aussprechen, gehen respektvoll miteinander um und dann werden wir sicher ein sinnvolles Gespräch führen können, auch wenn das nicht immer einfach ist. Zudem sollten wir Kompromisse eingehen und einen Mittelweg finden, mit dem beide Parteien einverstanden sind.

    Ich-Botschaften

    „Du hast mich verletzt, du hast mich verärgert, du hast dich daneben benommen!“ Also ganz ehrlich, wer von uns sitzt schon gerne auf der Anklagebank? Statt Vorwürfe und Anklagen zu formulieren, kann es produktiver sein Ich-Botschaften zu nutzen. Anstatt „Du bist ein schlechter Mensch, der andere nur ausnutzt!“ zu sagen, könnten wir unser Gegenüber wohl besser erreichen, wenn wir beispielsweise „Ich fühle mich ausgenutzt, weil du dich in letzter Zeit nur noch gemeldet hast, wenn du etwas von mir gebraucht hast!“ erklären. Mit einer solchen Aussage stellen wir unseren persönlichen Standpunkt klar, kritisieren das Verhalten, nicht aber unser Gegenüber persönlich.

    Zu Fehlern stehen

    Wenn wir Mist gebaut haben, sollten wir dazu stehen und uns kreative Ausreden, warum wir wie gehandelt haben, sparen. Wir sind für unser Handeln selbst verantwortlich und das sollten wir ehrlich zugeben.

    Wertschätzung

    Und wenn die Wut auch noch so groß war, lasst uns daran denken, dass unsere Freunde immer noch die Menschen sind, mit denen wir unvergessliche, wunderschöne Augenblicke erlebt haben, dass wir sie unwahrscheinlich gerne haben und schätzen, dass sie Teil unseres Lebens sind. Ein Streit ist es in der Regel nicht wert, alles aufs Spiel zu setzen, was wir uns über die Jahre hinweg aufgebaut haben, also springen wir über unseren Schatten, packen das Ganze zusammen an und schauen gemeinsam in die Zukunft.

    „Gute Freunde sind wie Diamanten: wertvoll, selten und einzigartig!“ [Unbekannt]

    Viel Erfolg beim Vertragen!

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