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  • Donnerstag, 16. Januar 2020,

    Stellungnahme des „Verbands Saarländischer Karnevalsvereine“ zum aktuellen Thema „Ausgrenzung eines gleichgeschlechtlichen Paares“

    Faschings-Umzug in St.Wendel Fußgruppen in der Bahnhofstrasse. Vorne " Ramba Samba " aus Bliesen.

    Nachdem gestern bekannt wurde, dass ein gleichgeschlechtliches Paar aus der Wahl zum Prinzenpaar ausgeschlossen wurde, gab es in den sozialen Netzwerken zahlreiche Reaktionen darauf. Der Verband Saarländischer Karnevalsvereine meldet sich mit einer Stellungnahme zu Wort:

    „Der Verband Saarländischer Karnevalsvereine e.V. (VSK) steht als zweitgrößter kulturtreibender Verband im ganzen Saarland mit seinen 180 Gesellschaften und 38.000 Mitgliedern für eine offene, bunte und vielfältige Gesellschaft, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechtes, welcher Sexualität, welcher Hautfarbe, welche Religion ein Mensch angehört. All diese Menschen machen unsere Fastnacht an der Saar aus und repräsentieren als Präsident/-in, Tänzer/-in, Büttenredner/-in, Prinz, Prinzessin, Sänger/-in, … auch unsere Grundwerte einer närrischen und vielfältigen Gemeinschaft.

    Der VSK weist aus diesem Grund jegliche Unterstellung einer homophoben Haltung seines Präsidiums, seiner VSK-Jugend als auch jeglichen Mitstreitern, die sich ehrenamtlich zum Wohle und Erhalt unseres Brauchtums einsetzen, zurück. Es gibt vielfältige positive Beispiele in unseren Gesellschaften, dass alle Menschen bei uns willkommen sind und unserem Brauchtum teilhaben können. In der heutigen emotional geführten Diskussion sind die seit Jahrzehnten gültigen Richtlinien des 34. Prinzenfrühstücks mit Wahl zum Prinzenpaar des Jahres in die Kritik geraten. Mit dem Wettbewerb will der VSK einen überregional tätigen Repräsentanten für eine Session mit den Gesellschaften gemeinsam küren. Bisher hat sich die Auffassung ergeben, dass die traditionellen Repräsentanten des saarländischen Brauchtums ein Prinzenpaar, bestehend aus Prinz und Prinzessin darstellen.

    Durch die heute angestoßene Debatte hat der Verband sehr wohl wahrgenommen, dass diese Festlegung an die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung angepasst werden muss. Dies will der Verband gemeinsam mit den Gesellschaften in den dafür vorgesehenen Gremien (und nicht in den sozialen Medien) besprechen und entscheiden. Hierzu haben wir auch bereits mit der in dem konkreten Fall betroffenen Gesellschaft erste Gespräche aufgenommen.

    Traditionen erhalten, Brauchtum pflegen, aber auch fit für die Zukunft zu sein ist Aufgabe von uns allen – diese Aufgabe nehmen wir an.“

    Auch die VSK-Jugend hat sich auf ihrer Facebook-Seite mit einem Statement an die Öffentlichkeit gewendet:

    „Die Saarländische Karnevalsjugend steht für eine offene und bunte Gesellschaft und auch dafür, dass man Traditionen unserer Saarländischen Fastnacht bewahren und auch die Zukunft unseres Brauchtums modern gestalten kann.

    Für uns als eigenständiger Jugendverband ist es egal, welches Geschlecht, welche Sexualität, welche Hautfarbe, welche Herkunft und welche Religion die Menschen haben, unsere Fastnacht an der Saar feiern und damit auch repräsentieren. Aus unserer Sicht spielt es keine Rolle, ob Prinz und Prinzessin, Prinz und Prinz oder Prinzessin und Prinzessin am Wettbewerb zum Prinzenpaar des Jahres teilnehmen und dort auch die Chance haben zu gewinnen. Denn am Ende leben und arbeiten wir alle für unser Brauchtum, das wir alle so sehr lieben. Durch ein gleichgeschlechtliches Prinzenpaar als Teilnehmer sehen wir unser Brauchtum nicht gefährdet. Die Entscheidung darüber liegt allerdings nicht im Ermessen der Saarländischen Karnevalsjugend.

    Wir freuen uns, dass der Verband sich dieser Diskussion offen stellt, seine Gremien demokratisch einbinden will und werden den Prozess aktiv begleiten.

    Als saarländische Karnevalsjugend werden wir uns dafür stark machen, bereits in dieser Session gleichgeschlechtliche Prinzenpaare zuzulassen.“

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