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  • Montag, 1. Juli 2019,

    St. Wendeler Land: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juni 2019

    • Arbeitslosigkeit über Vorjahresniveau
    • Arbeitskräftenachfrage höher als im Vorjahr
    • Noch rund 250 freie Ausbildungsplätze

    1.566 Frauen und Männer waren im Juni 2019 im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldet, 19 weniger als im Mai und 78 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,2 Prozent, das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

    Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

    Landkreis St. Wendel: 3,2 Prozent
    Landkreis Merzig-Wadern: 4,0 Prozent
    Landkreis Saarlouis: 4,7 Prozent
    Saarpfalz-Kreis: 4,8 Prozent
    Landkreis Neunkirchen: 6,6 Prozent
    Regionalverband Saarbrücken: 8,6 Prozent

    „Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Vorjahr verdeutlicht klar eine Abschwächung am Arbeitsmarkt“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. „Dieser Trend dürfte in den kommenden Monaten anhalten. Daran dürfte auch eine nach wie vor hohe Nachfrage von Betrieben nach Fachkräften und ein Anstieg der von der Arbeitsagentur akquirierten Arbeitsstellen nichts ändern“.

    „Gut sieht es aktuell aus für Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für dieses Jahr sind“, so Haßdenteufel weiter. „Wir haben noch fast 1.000 offene Ausbildungsstellen verfügbar und wer sich bis jetzt noch nicht bei der Berufsberatung gemeldet hat, sollte diese Chancen schnell nutzen“.

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

    Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Juni bei 778, das waren 96 mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 13 auf 85 im Vergleich zu Mai. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um 17 leicht verringert. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 397. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 9 und gegenüber dem Vorjahr um 91 erhöht.

    Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

    Das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnete im aktuellen Monat einen Rückgang der Arbeitslosigkeit (minus 37 auf 778). Damit lag sie um 18 unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist derzeit im Bereich der Grundsicherung nicht vorhanden. 244 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 22 erhöht. Rund ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juni 257. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 14 Prozent.

    Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

    Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Juni mit 2.390 Personen um 4,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 66 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen um rund ein Drittel entlastet.

    Definition Unterbeschäftigung

    In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

    Stellenmarkt

    Unternehmen der Region haben 282 Stellen zur Besetzung gemeldet, 90 mehr als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden 1.200 offene Stellen gemeldet, 2,7 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen rund 860 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

    Die überwiegende Zahl der Jobangebote wurde in der Zeitarbeit, im Gastgewerbe, im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Auch im Baugewerbe, im Öffentlichen Dienst, im Gesundheits- und Sozialwesen und im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich gab es offene Stellen.

    Ausbildungsmarkt

    Im Landkreis St. Wendel suchten seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 481 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 96 weniger als vor einem Jahr (minus 16,6 Prozent). Gleichzeitig wurden 522 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 5 weniger als im Vorjahreszeitraum. Am statistischen Zähltag im Juni waren noch rund 250 Stellen unbesetzt und 160 Jugendliche unversorgt.

    TOP 10 der noch unbesetzten Ausbildungsstellen

    Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in allen Berufsbereichen. Am häufigsten werden im Landkreis St. Wendel Auszubildende für folgende Berufe gesucht:

    Kaufmann/-frau im Einzelhandel (16)
    Verkäufer/in (16)
    Koch/Köchin (12)
    Anlagenmech. – Sanitär-/Heiz.-Klimatech. (12)
    Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik (10)
    Medizinische/r Fachangestellte/r (9)
    Metallbauer/in – Konstruktionstechnik (8)
    Fachverk.-Lebensm.handwerk – Fleischerei (10)
    Fachverkäuf.-Lebensm.handwerk – Bäckerei (7)
    Hotelfachmann/frau (7)

    Kontakt zur Berufsberatung

    Ein Termin bei der Berufsberatung kann telefonisch über die kostenfreie Servicerufnummer 0800 4555500 oder persönlich vor Ort bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden.

    Unternehmen, die freie Ausbildungsstellen melden möchten oder ihre gemeldeten Ausbildungsstellen bislang noch nicht besetzen konnten, können sich unter der kostenfreien Servicerufnummer 0800 4555520 an den Arbeitgeberservice wenden.

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