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  • Montag, 9. September 2019,

    St. Wendel: Was macht man eigentlich beim Ausbildungszentrum der Bundeswehr?

    St. Wendel. Mitten auf dem Gelände der HIL befindet sich das Ausbildungszentrum der Bundeswehr. Wenn man nicht genau weiß, wo man hin muss, verläuft man sich schnell auf dem riesigen Gelände. Am Ziel angekommen, ist es dann aber eigentlich ganz einfach. Eine große Halle, an die noch einige Sonderräume angrenzen, für die KFZ-Mechatroniker und ein anderer Raumkomplex für die Feinwerkmechaniker. Was genau die Auszubildenden dort machen, bekommt man eigentlich selten mit. So viel vorweg, hier wird weder im Akkord produziert noch werden Kundenfahrzeuge repariert. Dafür lernen die Auszubildenden ihr Handwerk aber von Grund auf. 

    Michelle Paul, die als Frau noch immer eher eine Besonderheit bei den KFZ-Mechatroniker-Azubis darstellt, erzählt, dass sich hier noch richtig Zeit gelassen wird, damit auch wirklich jeder versteht, wie alles richtig funktioniert. „Bei anderen Betrieben muss das Fahrzeug vom Kunden möglichst schnell wieder vom Hof sein. Bei uns hat man einfach Zeit nachzufragen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Heute wird ein Getriebe zum Beispiel oft einfach komplett getauscht, wir haben aber eine extra Abteilung, in der wir lernen können, wie es aufgebaut ist und wie wir es wieder reparieren können.“

    So beginnen die Auszubildenden ihre ersten Wochen auch an der Werkbank, an der sie verschiedene Metalle verarbeiten. Nach und nach erlernen sie dann an unterschiedlichen Stationen, unterschiedliche Bauteile und Reparaturmöglichkeiten kennen. Dabei ist die Ausbildungswerkstatt auch mit verschiedenen technischen Geräten ausgestattet, die sich vor allem in kleinen Unternehmen nicht finden lassen. Neben Spureinstellvorrichtungen und Auswuchtgeräten lassen sich auch Geräte zum Auslesen unterschiedlicher Fehler in der Werkstatt finden. Auch im Technikraum verbringen die Auszubildenden einige Wochen. „Hier ist man besonders froh über Übungen und die Hilfe der Ausbilder, damit man auch wirklich das technische Verständnis erlangt. Anfangs stehen wir alle da und verstehen nur Bahnhof, aber wenn man sich einarbeitet ist irgendwann auch klar, was man tun muss.“ 

    Wenn man Michelle Paul fragt, warum sie sich für eine Ausbildung als KFZ-Mechatronikerin bei der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr entschieden hat, kommt die schlagfertige Antwort, „weil ich mich schon immer für Autos interessiert habe und man hier einfach mehr verdient, als in anderen Betrieben. Das ist eine coole Kombi.“ Für andere Auszubildende war die Möglichkeit, berufliche Qualifikationen zu erlangen, die außerhalb des eigentlichen Tätigkeitsbereichs liegen ausschlaggebend.

    Besonders im Bereich der Feinwerkmechaniker haben die Auszubildenden hier viele Möglichkeiten. So steht Schweißen beispielsweise nicht auf dem eigentlichen Lehrplan, wird hier aber trotzdem von einem Schweißermeister vermittelt, sodass zusätzliche Qualifikationen erlernt werden, die auch für spätere Tätigkeiten weiterhelfen können. Denn nach der Ausbildung haben die Auszubildenden weitreichende Möglichkeiten. So erzählt Michael Scheid, Auszubildender im Bereich Feinwerkmechanik zum Beispiel, dass er seine Lehre verkürzen konnte und nun ein Studium beginnen wird. Andere entscheiden sich für eine militärische Karriere bei der Bundeswehr.

    Um herauszufinden, was der richtige Weg ist, bekommen die Auszubildenden die Möglichkeit deutschlandweit in Teilbereiche der Bundeswehr herein zu schnuppern. Viele nehmen diese Möglichkeit auch gerne wahr und sind danach ganz begeistert davon. So sehen sie auch direkt, wozu das Gelernte verwendet werden kann. Zunächst kann sich vielleicht nicht jeder vorstellen, wozu man eigentlich neue Bauteile fertig können muss, wenn man sie auch kaufen könnte. Wenn man dann aber bei der Marine auf dem Boot ist und sieht, dass bei Reparaturen die Teile direkt vor Ort gefertigt werden müssen, bekommt man nochmal ein ganz anderes Gespür für seine Arbeit. 

    Auf Grund der vielfältigen Möglichkeiten empfehlen viele. Auszubildenden ihre Ausbildungsstelle weiter. So beginnen am heutigen Montag wieder 34 junge Menschen ihre Ausbildung. Und die Bewerbunsphase für 2020 läuft noch bis zum 30. September, denn hier sollen noch viele Jahre junge Menschen eine gute Ausbildung erhalten. 

    Wer sich für eine Ausbildung beim Ausbildungszentrum der Bundeswehr in St. Wendel interessiert findet alle Informationen hierzu unter www.bundeswehrkarriere.de 

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