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  • Dienstag, 25. Februar 2020,

    St. Wendel: Schüler des Cusanus-Gymnasiums auf der Suche nach der geheimen Formel

    Die SchülerInnen des Cusanus Gymnasium im Nan-Lab. (Foto: Thorsten Kunz)

    Escape-Rooms sind bei Jugendlichen bekannt und beliebt. Durch die Suche nach Rätsellösungen wird versucht, innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters, aus dem Raum zu gelangen.



    Ein ähnlich motivierendes Konzept für Schüler bietet das Nanobiolab an der Universität des Saarlandes. Ein Escape-Lab ist dort mittlerweile fester Bestandteil des Schülerlabors. 25 Schülerinnen und Schüler des Cusanus-Gymnasiums ließen sich im Rahmen einer freiwilligen Nachmittagsexkursion darauf ein. Mithilfe von chemischen Experimenten suchten sie einen vierstelligen Geheimcode, welcher einen Safe öffnet. Darin sollte sich die lebensrettende Formel für die Menschheit befinden.

    Ein Einführungsvideo, welches den Hintergrund eines „tödlichen“ Laborunfalls durch ein Virus zeigte, motivierte die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 bis 12 für die Lösung der Rätsel. In fünf Experimenten galt es den vierstelligen Geheimcode und die Reihenfolge der Ziffern herauszufinden. Reines Ausprobieren hätte bei 10000 Möglichkeiten in den drei Stunden Escape-Lab wohl nicht zum Ergebnis geführt. Vielmehr galt es Hinweise im Labor und den angrenzenden Fluren zu finden.

    An einer Station untersuchten die Schüler unter dem Mikroskop verschiedene Arten von Wollfäden aus Baumwolle, Schurwolle und Synthetikwolle, denn nach dem Laborunfall wurde ein Wollfaden gefunden.  Das Ergebnis führte zur ersten Geheimzahl. Deutlich chemischer wurde es an den anderen Stationen. Das Trennverfahren Chromatographie, mit dessen Hilfe Skittles und Smarties auf ihre Zusammensetzung hin untersucht wurden, führte einen weiteren Schritt in Richtung des Ziels. Durch den Nachweis von Blutspuren mittels Luminol und Kenntnisse über Säure-Base-Indikatoren waren die Geheimzahlen schließlich entschlüsselt. Es blieb die entscheidende Frage: „In welcher Reihenfolge müssen die Zahlen eingegeben werden?“ „Bei nun vier bekannten Ziffern wurde die Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten auf die Fakultät von 4 = 24 Möglichkeiten stark reduziert. Das steigerte den Ehrgeiz, auch das letzte Rätsel zu lösen“, so der begleitende Lehrer Thorsten Kunz. Die Fingerabrücke der umgekommenen Labormitglieder führten die Schülerinnen und Schüler letztendlich zur Reihenfolge der Geheimzahlen.

    Der Geheimcode war geknackt und der Safe geöffnet. Darin befand sich allerdings nicht die geheime Formel zur Rettung der Menschheit, sondern ein Rezept zur Herstellung von Cookies-Eis mithilfe von flüssigem Stickstoff. Diese Formel durften die Schüler selbst anwenden und das Eis hinterher genüsslich verspeisen. Die Welt wurde dadurch zwar nicht gerettet, aber das Eis war eine leckere Belohnung für drei Stunden harte und anspruchsvolle Laborarbeit. „Im Escape-Room vom Nanobiolab konnten wir die Theorie, die wir zuvor im Unterricht erlernt haben, mit viel Spaß verbunden, praktisch anwenden“, fasste Josina Lesch (Klasse 12) den Nachmittag zusammen. „Wir haben an der Uni Chemie von einer ganz anderen Seite kennen gelernt.“


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