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  • Montag, 2. Dezember 2019,

    St. Wendel: Rein in die Köpfe – statt rein in die Tonne am Gymnasium Wendalinum

    St. Wendel. Das Seminarfach „Nachhaltigkeit“ am Gymnasium Wendalinum hält der Schulgemeinschaft den Müllspiegel vor

    Bleibt nachhaltiges Handeln auch nachhaltig in den Köpfen der Schüler und Lehrer? Diese Frage trieb Schüler der Klassenstufe 12 des Gymnasium Wendalinum im Rahmen ihres Seminarfachs um. Sie beschlossen einen Selbstversuch an der Schule durchzuführen und 2 Wochen lang den Müll in allen Klassenräumen, auf dem Schulhof, im Lehrerzimmer und an den Waschbecken der Toiletten zu sammeln und zu wiegen.

    Die erste Sammelwoche fand vom 21. – 24. Oktober statt. Am Freitag, dem 25. Oktober, konnte dann der Müllberg aus blauen und gelben Säcken auf dem Schulhof „bewundert“ werden. 100 Kilogramm in 4 Tagen, das bedeutet 5 Tonnen Müll in den 40 Wochen eines Schuljahres. Das hat doch viele überrascht und es kam zum Umdenken; das Projekt wurde ernster genommen.

    Kann das weniger werden? Können Schüler und Lehrer zum Müllsparen bewegt werden, nachdem sie die Masse von 100 Kilogramm gesehen haben? Um dieses Ziel zu erreichen, machten die Seminarfachschüler eine motivierende Durchsage, plakatierten sparsam, informierten per Email Eltern und Lehrer und brachten so den Gedanken der Müllvermeidung in die Köpfe aller Beteiligten. Und tatsächlich erbrachte die Müllsammelaktion in der folgenden Sparwoche nur noch 70 Kilogramm Abfall, wobei die größte Einsparung bei Papier zu verzeichnen war. Somit endete das Projekt durchaus erfolgreich. Ein kleiner Wermutstropfen nebst Handlungsauftrag bleibt allerdings auch: Die Mülltrennung könnte am Wendalinum etwas intensiver betrieben werden.

    „Wir sind uns sicher, dass unser Experiment manchem einen Denkanstoß gegeben hat und hoffentlich auch in Zukunft ein Umdenken zu einem umweltfreundlicheren Handeln in den Köpfen stattfinden wird“, resümierte Carola Mailänder, die Leiterin des Seminarfachs.

    Damit Müllsparen nach dieser Aktion auch nachhaltig in den Köpfen verankert wird, haben sich die Schüler des Seminarfachs noch Empfehlungen an den Schulträger überlegt. Und das hält Schulleiter Alexander Besch für besonders wichtig: „Es geht bei diesem Projekt nicht um Aktionismus, sondern um einen Beitrag zur nachhaltigen Ausgestaltung des Schullebens.“

    Auf jeden Fall wissen die Müllsammler des Seminarfaches jetzt, was es bedeutet, eine Zeit lang eine wenig wertgeschätzte Tätigkeit ausgeübt zu haben. Ihr Fazit:„Eigentlich sollte jeder Schüler eine solche Erfahrung mal gemacht haben.“


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