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  • Sonntag, 19. Juli 2020,

    St. Wendel mittendrin: Drittligaderby wirft seinen Schatten voraus

    In der Saison 2020/21 kommt es nach langer Wartezeit erstmals seit 1997 wieder zu einem Duell zwischen zwei Fußballklubs, die nicht allzu weit voneinander entfernt liegen. Nach dem Aufstieg des 1. FC Saarbrücken aus der Regionalliga Südwest wartet auf den 1. FC Kaiserslautern neben dem Derby-Klassiker gegen Waldhof Mannheim ein weiteres spannendes Lokalduell. Vor allem im mittig gelegenen St. Wendel dürfte dies die Fußballfans spalten.

    23 Jahre Wartezeit auf ein spannendes Duell

    Zehnmal kreuzten sich die Wege des 1. FC Kaiserslautern und des 1. FC Saarbrücken in der Bundesliga. Beide Klubs gehörten zu jenen namhaften Vereinen, die 1963 in der Premierensaison ihr Debüt in Deutschlands neu geschaffener Eliteliga gaben. Viermal war der FCK siegreich, zweimal der FCS, vier Spiele endeten Unentschieden. Laut der Statistiken von fussballdaten fand die letzte Begegnung im deutschen Oberhaus Ende März 1993 statt, ehe 1997 noch einmal ein DFB-Pokal-Spiel in der 2. Runde folgte. Hier machte der spätere Überraschungsmeister aus Kaiserslautern schließlich kurzen Prozess mit seinen Nachbarn und gewann die Partie auswärts mit 0:4. Tore von Olaf Marschall, Marco Reich, Jürgen Rische sowie ein Eigentor von Joachim Trautmann ließen die Hoffnung auf eine Sensation im Ludwigspark relativ schnell zerplatzen. 23 Jahre lang trennten sich die Wege der beiden Vereine schließlich, ehe die gemeinsamen Misserfolge zu einer Neuauflage der Partie in Pflichtspielform 2020/21 führte.

    Aufregend war die 3. Liga in der letzten Saison allemal. Bis zum letzten Spieltag konnten laut Tabelle bei kicker noch sechs Mannschaften aufsteigen und kämpften hart um die Plätze hinter dem Überraschungsmeister Bayern München II. Der FCK selbst fand sich nach einer durchwachsenen Spielzeit genau in der Tabellenmitte wieder. 52 Punkte und Platz 10 beeindruckten weder die Verantwortlichen in der Pfalz, noch die anderen Klubs auf dem Feld. Immerhin sollten die Derbys in der 3. Liga noch einmal die Fans faszinieren, wie es vor vielen Jahren in der 1. Bundesliga geschah. Auch die Verbindungen zu St. Wendel sind allgegenwärtig. Mit Martin Dausch, Gian-Luca Forkel (beide Saarbrücken) und Christian Lensch (einst Kaiserslautern) kamen gleich drei Spieler aus der FCK-FCS-Rivalität im vergangenen Sommer zum SV Hasborn. Im Saarlandpokal trafen Hasborn und Saarbrücken sogar direkt aufeinander, wobei der höherklassige Regionalligameister das bessere Ende für sich hatte.

    Wer entscheidet die Drittligaduelle für sich?

    Eines Tages streben beide Mannschaften danach, sich wieder in der 1. Bundesliga zu duellieren und um die Champions League zu kämpfen. Aktuell gehört dieses europäische Rampenlicht noch dem FC Bayern sowie RB Leipzig, die in den Sportwetten von Betway mit Wettquoten von 4,50 und 15,00 (Stand 20. Juli) zu den Mitfavoriten auf den Titelgewinn gehören. Kaiserslautern war letztmals 2003 im Europapokal vertreten und schied im UEFA-Cup wie schon im Vorjahr im UI-Cup gegen den tschechischen Vertreter FK Teplice aus. Der 1. FC Saarbrücken war derweil die erste deutsche Mannschaft, die Real Madrid schlagen konnte, durfte aber noch nicht am Europapokal teilnehmen, weil die besseren Tage schon zu lange zurückliegen. Aufgrund dieser historischen Daten dürfte der 1. FC Kaiserslautern klar die Oberhand besitzen. Doch viel Wert sind diese angesichts der jüngsten Schwierigkeiten finanzieller Art beim FCK nichts mehr. Immerhin sorgte die Lockerung der Zulassungsauflagen vonseiten des DFB laut Allgemeiner Nachrichten für Aufatmen in der östlichen Nachbarstadt St. Wendels.

    Saarbrücken selbst kehrt mit viel Euphorie in den Profifußball zurück. Nachdem der Aufstieg auch aufgrund der zweifelhaften DFB-Regelung (drei Aufsteiger auf fünf Regionalligen) lange Zeit nicht gelingen wollte, sorgte der automatische Aufstiegsplatz schließlich für Erleichterung. Nach der Teilnahme am DFB-Pokal-Halbfinale und dem überlegenen Aufstieg aus der Regionalliga Südwest kann das Ziel im Sommer 2021 nur heißen, nach wie vor ein Drittligist zu sein. Ein Durchmarsch wie den Amateuren des FC Bayern ist im Fall Saarbrücken eher unwahrscheinlich. Vielleicht spielt der FCS dann ab 2021 ebenfalls nicht mehr im bald fertig renovierten Ludwigspark, sondern in der Herbert-Binkert-Arena. So lautete jedenfalls der Vorschlag des St. Wendeler Landrats Udo Recktenwald, über den wir Anfang des Jahres berichteten. Ob im Ludwigspark oder anderswo: Schon jetzt ist klar, dass wieder zwei zusätzliche großartige Derbys auf die Fans beider Klubs – auch in St. Wendel – warten. Wer sie am Ende gewinnt, ist angesichts der großen Ausgeglichenheit in Liga 3 aktuell noch völlig unklar. Es wird rund um den Sport jedoch mit Sicherheit wieder äußerst spannend einhergehen.

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