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  • Freitag, 31. Januar 2020,

    St. Wendel: Landwirte demonstrierten gegen „Bauernmilliarde“ der GroKo

    Demo der Landwirte auf dem Kirmesplatz (Foto: Mike Meisberger)

    St. Wendel. Gestern Abend kam es gegen 18 Uhr auf dem Kirmesplatz zu einer erneuten Demonstration der St. Wendeler Landwirte. Dieses Mal wollten sie ein Zeichen gegen die Milliardenspende der GroKo für die Landwirtschaft setzen. Mike Meisberger, ein Landwirt im St. Wendeler Land, bezeichnet das Geld als „Schweigegeld“, „damit wir endlich Ruhe geben“. Ruhen werden sie aber nicht, bis sie gehört werden.



    Rund 35 Schlepper und ca. 70 Menschen versammelten sich gestern zur Spontandemo auf dem Kirmesplatz in St. Wendel. „Wir brauchen keine Almosen, wir wollen, dass unsere Produkte so bezahlt werden, dass wir davon leben können“, lautete das klare Statement, „keine Steuergelder, sondern angemessene Bezahlung für unsere Arbeit“, führte Meisberger weiter aus.

    Sie werden als „Umweltverschmutzer“, „Bienentöter“ oder „Giftspritzer“ betitelt. Dabei sehen sie ihre Arbeit gerade in unserer Region als sehr wertvoll. „Wir produzieren nicht nur das Essen und Milchprodukte. Wir halten auch die Kulturlandschaft sauber“, erläuterte er. „Der Landkreis schreibt sich den Titel ‚Touristenregion“ auf die Fahne, das würde ohne uns nicht gehen. Wie sähe es hier aus, wenn keine Landwirtschaft mehr betrieben würde?“ Die Forderung lautet ganz klar: „Wir wollen fair behandelt werden!“

    Foto: Mike Meisberger

    „Warum dieses Geld plötzlich locker gemacht werden konnte, verstehen wir nicht. Aber wir weigern uns, es anzunehmen“, schilderte Meisberger. Als er erfahren hat, dass es nicht nur für die Landwirtschaft sondern auch für Messstellen zur Verfügung stehen soll, hat er nachgerechnet: Bei einer Milliarde, die bundesweit aufgeteilt wird, blieben 16 Euro pro Hektar, aufgeteilt auf vier Jahre blieben 4 Euro pro Hektar, das wäre für ihn der Wert von 100 kg Weizen – „nicht viel“.

    „Seit 13 Wochen reden wir mit der Politik, es muss endlich was passieren.“ Damit meint er den Streit um die schärferen Düngeregeln. Landwirte bundesweit haben Sorge, dadurch nicht mehr ihren gewohnten Ertrag zu erzielen oder nicht mehr so viele Tiere halten zu können. Man besteht weiter auf Korrekturen an der Düngeverordnung. Die Milliardenzahlung der GroKo verärgert die Landwirte hier umso mehr. „Es kommt mir vor wie Schweigegeld, damit wir endlich Ruhe geben“, kritisierte Meisberger scharf.

    Alwin Theobald, MdL aus dem Landkreis Neunkirchen kam gestern zur Demo. „Er kann uns verstehen und sieht es ähnlich wie wir“, berichtete Meisberger. Auch der St. Wendeler Landrat, Udo Recktenwald, unterstütze die örtlichen Landwirte. Gestern Abend haben sie Flyer bei der CDU-Geschäftsstelle eingeworfen und hoffen auf ein baldiges Gespräch, unter anderem auch mit Nadine Schön, MdB.


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