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  • Dienstag, 12. November 2019,

    St. Wendel: Kranzniederlegung gegen das Vergessen

    St. Wendel. Zum Gedenken an die schrecklichen Geschehnisse der Novemberpogrome von 1938 legte Landrat Udo Recktenwald am vergangenen Samstag, den 09. November im Namen des Landkreises einen Kranz an dem Standort der ehemaligen Synagoge in St.Wendel in der Kelsweilerstraße 13 nieder. Seit 2009 findet an diesem Tag eine Kranzniederlegung statt um den Opfern der schändlichen Ausschreitungen zu gedenken. Vor 81 Jahren kam es während der Novemberpogrome zu gewaltsamen Übergriffen auf jüdische Mitbürger und zur massiven Zerstörung von jüdischem Eigentum in Tholey, Sötern, Bosen, Gonnesweiler und St. Wendel. Am 10. November 1938 wurde schließlich die Synagoge in St. Wendel von Mitgliedern der NSDAP entweiht und anschließend in Brand gesteckt. Seit 2016 steht an dieser Stelle eine 1,6 Meter hohe Erinnerungsstele aus afrikanischem Naturstein. Diese wurde  gemeinsam vom  Verein „Wider das Vergessen und gegen Rassismus“, dem Landkreis und der Stadt St. Wendel errichtet. Mindestens 34 jüdische Mitbürger wurden während der NS-Zeit deportiert und ermordet.

    Landrat Udo Recktenwald gedenkte in seiner Rede den Opfern der Übergriffe und betonte wie wichtig dieser Teil der Erinnerungskultur sei: „Die NS-Zeit ist Teil unsere Identität, es gibt keine deutsche Identität ohne Ausschwitz“. Zudem sei die Thematik aktueller denn je, betonte der Landrat, wenn man sich dem aufkommenden Nationalismus in unseren europäischen Nachbarländern und die menschenverachtenden Äußerungen von AFD-Politikern ansehe. Die größte Katastrophe sei das Vergessen und „wir wollen Vergessenheit verhindern und Spuren sichtbar machen“.

    Die Spuren der Vergangenheit werden hierbei nicht nur an geschichtsträchtigen Gedenktagen, wie dem 09.11, sichtbar gemacht sondern das ganze Jahr über. Die Kranzniederlegung ist zwar fester Bestandteil der Erinnerungskultur des Landkreises, daneben haben sich aber viele weitere wichtige Projekte, wie etwa die Verlegung der Stolpersteine und die Arbeit im Schulunterricht und in Arbeitsgemeinschaften etabliert. 


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