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  • Mittwoch, 15. Januar 2020,

    St. Wendel: Für weniger Plastikmüll – Unverpackt-Store soll in die Innenstadt kommen

    St. Wendel. „Wir haben uns lange über den Müll im Wald beschwert, das alleine brachte aber nichts, also sind wir selbst hinein und haben ihn eingesammelt“, berichten Daniel Günder und seine Lebensgefährtin Saskia Gierend. „Wir haben uns darüber beschwert, dass selbst Bio-Gemüse im Geschäft in Plastik gehüllt ist, aber wir wollen jetzt aufhören, uns zu beschweren und auch hier selbst aktiv etwas dagegen tun“, führen die beiden gegenüber wndn.de weiter aus. So entstand die Idee, einen Unverpackt-Store mit dem Namen „Natürlich Unverpackt St. Wendel“ zu eröffnen und der soll seinen künftigen Platz in der St. Wendeler Innenstadt finden. Damit diese Idee erfolgreich in die Tat umgesetzt werden kann, setzen die beiden auf Unterstützung in Form von Crowdfunding.

    Daniel Günder will mit „Natürlich Unverpackt St. Wendel“ aktiv gegen Plastikmüll vorgehen

    Es wäre der vierte Unverpackt-Laden im Saarland und der erste im St. Wendeler Land. „Die Zeit dafür ist reif“, betont Günder. Der 31-jährige Möbelmonteur und seine Lebensgefährtin sind seit 2019 Mitglieder im Unverpackt-Verband e.V., haben in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit Menschen geführt, die einen Unverpackt-Store betreiben, ein Konzept erarbeitet und ihre Idee bereits Bürgermeister Peter Klär präsentiert, der sie für gut befand. Im Sommer 2020 soll der Laden, der ganz auf Verpackungsmüll und Plastiktüten verzichten wird, eröffnen – ganz in der Nähe der Basilika. Die künftigen Kunden werden dort vielerlei Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Reis, Nudeln, Haferflocken, Snacks, Getränke, Backwaren und vieles mehr finden. Auch Haushaltswaren und Hygieneartikel, sogar Produkte für Babys, wie Stoffwindeln, nimmt Günder in sein Angebot auf. Die Kunden können ganz einfach ihre eigenen Behältnisse, wie Einmachgläser oder Brotboxen, selbst mitbringen, diese dann vorm Einkauf abwiegen und sie mit den gewünschten Produkten in der gewünschten Menge befüllen. Ein weiterer Vorteil davon ist, dass man genau die Menge an Nudeln, Müsli, etc. nehmen kann, die man wirklich braucht und somit auch der Essensverschwendung vorgebeugt werden kann. Am Ende des Einkaufs wird an der Kasse alles abgewogen und das zu Beginn notierte Gewicht des Behälters abgezogen. „Man kann auch einfach seine leeren Spüliflaschen oder Seifenspender mitbringen und diese direkt bei uns befüllen. Üblicherweise kauft man sich einen Nachfüllbeutel aus Plastik, füllt den Inhalt um und produziert wiederum weiteren Plastikmüll. Das bleibt einem bei uns erspart“, erläutert Günder.

    Wer spontan einkaufen möchte und keine eigenen Behälter dabeihat, kann sich günstig welche erwerben und diese auch immer wieder verwenden. Günder setzt auf regionale, faire und überwiegend biologische Produkte. Die Liste der Lieferanten, die ebenfalls auf Plastikverpackungen verzichten, ist überraschend lang und nimmt immer weiter zu. Man kann also davon ausgehen, dass von der Ernte/Herstellung bis zum Verkauf keine unnötigen Verpackungen verwendet wurden. Günder selbst wird seine Ware in großen Säcken erhalten und diese dann in Behälter umfüllen, aus denen die Kunden sich so viel rausnehmen können, wie sie brauchen. Die Preise der Produkte variieren zwischen Discounter- und Biomarktpreisen.

    „Natürlich Unverpackt St. Wendel soll den Kunden auch Raum zur Entschleunigung geben“, sagt Saskia Gierend, die ihren Lebensgefährten in seinem Vorhaben tatkräftig unterstützt. So soll das Einkaufen für die künftigen Kunden alles andere als stressig sein. Mit einer Einrichtung im südländischen Flair gepaart mit Vintage-Stil und passender Musik, soll das Gefühl vermittelt werden, alle Zeit der Welt zu haben und die Hektik einfach mal draußen lassen zu können. Gierend, die als Hebamme tätig ist, wird sich später auch mit ihrem Know-How einbringen und unter anderem Mütter-Cafés anbieten, in denen sie beispielsweise zeigt, wie man mit Stoffwindeln wickelt, die man auch im Unverpackt-Laden kaufen kann.

    Auf Natürlich Unverpackt St. Wendel können sich Interessierte zahlreiche weitere Informationen einholen.

    Wer die beiden unterstützen möchten, kommt hier auf die Crowdfunding-Plattform. Seit gestern kann man für das Projekt spenden. Damit es ein Erfolg wird, benötigen sie mindestens 15.000 Euro innerhalb von 60 Tagen. Auf der Seite findet man auch ein Erklärvideo, in dem man Daniel Günder und seine Idee noch näher kennenlernen kann.

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