„Der Mensch denkt, und Gott lenkt“

Sonnenaufgangswanderung trotz Regen ein Erfolg

(Foto: Roland Geiger)
(Foto: Roland Geiger)

Der Regenbogen als Symbol kann viele Bedeutungen haben. Er deckt die sieben Farben des Spektrums ab und steht deshalb für Vielfalt und buntes Leben. Er steht aber auch für „eingehaltene Versprechen“. Gott setzte ihn nach der Sintflut als Zeichen seines Versprechens an den Himmel, für Noah und seine Nachkommen da zu sein. Dieses Jahr wurde er zudem als Symbol für die Sonnenaufgangswanderung zur Straße der Skulpturen in Baltersweiler genommen, weil sich sieben Gruppen in aller Herrgottsfrühe auf den Weg gemacht haben.

Die Vorbereitungen fingen schon viele Wochen vorher an und fanden erst am Tag vor dem Ereignis ihr Ende. Lutger und Margret Schmitt aus Baltersweiler, die schon im Herbst die schönen Täubchen für die Sammlung für die Ukraine gebastelt hatten, schnitten und bemalten handtellergroße Regenbögen aus Holz, und Paul Allerchen aus Bliesen baute einen übergroßen Regenbögen zusammen, auf dessen Farben die Herkunftspfarreien der Teilnehmer zu lesen waren. Die Wege wurden erkundet und gottlob Alternativen gleich dazu. Die Fackeln wurden ob der langen Trockenheit verworfen und durch Laternen ersetzt. Die Kräutersträuße wurden gebunden, die Kuchen gebacken, die Autos beladen, schließlich der Kaffee und Tee gekocht.

Doch am Montagmorgen in aller Früh hätte man das Motto um die alte Weisheit ergänzen können: „Der Mensch denkt, und Gott lenkt!“ Die Gruppen standen in den Startlöchern, als es zu regnen begann. „Ein wunderbarer langer Schauer, auf den wir uns seit Wochen freuten – aber nicht gerade heute Morgen.“ Die Wettervorhersagen versprachen, dass es für die nächsten Stunden gleich so weitergehen sollte. Aber: „Der Mensch denkt, und Gott lenkt!“

Der Schauer blieb ein Schauer, die Menschen kamen zu den Sammelpunkten, und die Wanderungen begannen. Das Aufbauteam begann in der Dunkelheit am Großen Fuß seine Vorbereitungen (Zelte, Bänke, Tische, Blumen), während die Gruppen aus Urweiler, St. Wendel, Alsfassen, Winterbach, Bliesen und Namborn sich per pedes oder per Fahrrad auf den Weg machten. Und das Wetter hielt. Ab und zu ein paar Tropfen, dafür ging die Temperatur erheblich runter und machte die Veranstaltung draußen sehr erträglich. Und während Pastor Leist mit den Teilnehmenden die Heilige Messe feierte, unterstützt von den Lektoren des Sonnenaufgangsteams und Gerhard Tröster meisterhaft an der Orgel, ließ die Sonne den einen oder anderen Strahl aufblitzen und zeigte, dass sie da war – über den Wolken halt.

Die 95 Teilnehmer zählende Gemeinde war begeistert; der Kuchen ging weg wie warme Semmeln, und fast hätte der Kaffee nicht gereicht. Die Holzregenbögen fanden alle oben auf der Höhe und die wenigen verbleibenden gesegneten Kräuterwische später im Morgengottesdienst in der Basilika ihre Abnehmer. Und Jedermann und -frau spendete bereitwillig für den guten Zweck, denn den Gesamterlös wird Markus Tröster vom THW in eine Gemeinde im Ahrtal bringen, wo sie in Form von Gebrauchsgutscheinen an die Bedürftigen ausgegeben werden.

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