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  • Mittwoch, 3. Juli 2019,

    Sitzerath: Seniorennachmittag 2019 – Sitzerath ehrt seine Seniorinnen und Senioren

    v.l.n.r.: Edgar Müller, Adele Wachs, Maria Wagner, Helmut Eiden, Lieselene Scherer, (Foto: Alfred Schmitt)

    SITZERATH. Einen besinnlichen und heiteren Seniorennachmittag mit ansprechendem Unterhaltungsprogramm erlebten über 80 Seniorinnen und Senioren an einem sonnigen Sommertag in einer von der Katholischen Frauengemeinschaft sommerlich dekorierten Benkelberghalle. Ortsvorsteherin Lieselene Scherer hatte persönlich schriftlich alle Seniorinnen und Senioren über 65 Jahren mit ihren Partnern eingeladen und konnte sie auch im Namen von Bürgermeister Dr. Franz Josef Barth und des Ortsrates Sitzerath begrüßen.

    Die Feier begann mit einer von Pfarrer Wilhelm Reichardt gestalteten Andacht, die besinnlich in die Feier einführte. „Jauchzet dem Herrn alle Welt“, mit diesem Lied folgte die gesangliche Einstimmung des Katholischen Kirchenchores „Cäcilia“ unter der Leitung von Michael Ludwig in die Andacht. Ortsvorsteherin Lieselene Scherer freute sich über die große Anzahl der Gäste, die der Einladung gefolgt sind und dachte auch an die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich auf diesen Nachmittag gefreut haben, aber aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnten. „Sie sind dennoch nicht vergessen“.

    „Der alljährliche Seniorentag ist nicht nur für Euch, sondern auch für mich immer wieder ein sehr wichtiges Datum im Terminkalender und ein wichtiges Ereignis in unserem Dorfleben“, so die Ortsvorsteherin. Sitzerath hat gegenwärtig 767 Einwohner, davon sind 52 Personen mit Nebenwohnsitz gemeldet und 181 Personen sind 65 Jahre und älter. Die Ortsvorsteherin weiter: „Aus vielen Gesprächen weiß ich: Manche Menschen fühlen sich für diese Veranstaltung zu jung. Doch ist dies wirklich ein Grund daheim zu bleiben? Ab welchem Alter beginnt das „Alter“? Ist auf die Frage überhaupt eine Antwort möglich? Und vor allem: Ist sie wichtig? Ich glaube nicht. Wenn wir das auf unsere älteren Mitbürger übertragen, dann heißt das z.B., sie haben auf Schiefertafeln das Schreiben gelernt – und heute nutzen sie selbstverständlich PC und Tablets. Deshalb: Jung bleibt: wer interessiert ist an Dingen des Lebens, wer gut vernetzt ist, wer noch Aufgaben vor sich sieht und wer in Vereinen und Gruppen Gemeinschaft erlebt und mit aufbaut.

    Beim Begriff „Brücken bauen“ denken wir vielleicht an die Brücken zwischen Jung und Alt. Die heutigen Senioren sind diejenige Gruppe der Gesellschaft, die man zum Brückenbauen am wenigsten auffordern muss. Brücken zu bauen sind für Euch alle eine selbstverständliche Lebenshaltung, daran sollten sich viele Jüngere ein Beispiel nehmen. Und es braucht überall handelnde Personen, die vorangehen, die sich kümmern und andere mitziehen. Die heutigen Senioren ziehen sich nicht „aufs Altenteil“ zurück, sie bringen sich ein: ob in Vereinen und Gruppen, ob in aktiver Nachbarschaftshilfe oder auch in Orten der Kirche. Für Senioren ist es heute wichtig, gerade bei den modernen Familienstrukturen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden, selbstbestimmt, leben zu können. Auch Senioren haben ein Interesse und ein Recht auf Lebensqualität, auf Mobilität, solange es möglich ist. Ortsvorsteherin Lieselene gab auch einen Überblick über die derzeitigen Aktivitäten im Dorf:

    Windenergieanlagen: Seit Februar 2018 beschäftigt uns der Bau der 4.Windenergieanlage. Die Entscheidung, ob das Windrad im Wasserschutzgebiet gebaut wird, ist immer noch nicht gefallen. Die Entscheidung liegt beim Umweltministerium.

    Neubaugebiet: Im Oktober 2016 wurde die Planung eines Neubaugebietes zwischen Sportplatz und Buchenweg bereits auf den Weg gebracht. Am 23.08.2018 wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Hintere Anwand“ im Gemeinderat gefasst. Für Sitzerath ist es ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung unseres Dorfes und wir fordern, dass die konkrete Parzellierung und weitere Planung noch in diesem Jahr erfolgen soll, damit die Baugrundstücke spätestens 2020 bebaut werden können.

    Anbau an die Benkelberghalle: Das Pfarrheim (ehemaliger Kindergarten) ist inzwischen von der Gemeinde gekauft worden. Künftig werden Räume für die Jugend und ein Veranstaltungsraum mit Nebenräumen und damit ein Treffpunkt für Jung und Alt, ein „Siezter Treff“, geschaffen. Außerdem entstehen auf dem Grundstück zusätzliche Parkplätze. Die notwendigen Pläne werden noch in 2019 erstellt.

    Friedhof – die künftige Gestaltung: Der „Friedhof“ bedeutet Ruhe und Einkehr, es ist auch ein Ort der Begegnung. Friedhöfe sind auch kleine Parkanlagen, sie bieten Ruhe und Raum zum Nachdenken. Jeder der acht Friedhöfe der Gemeinde ist anders, jeder hat seine eigene Geschichte und seine Eigenarten. Im Spätsommer wird eine neue Bestattungsform auf unserem Friedhof zugelassen. Es entsteht ein Urnengarten für Dichtbelegung, denn er trägt Tendenzen in der heutigen Bestattungskultur Rechnung.

    Anschließend wandte sich die Ortsvorsteherin an die Senioren: „Liebe Seniorinnen und Senioren, jeder von Euch hat innerhalb seines langen Lebens an Erfahrung Gelassenheit und Weisheit gewonnen. „Die Jugend ist die Zeit die Weisheit zu lernen, das Alter ist die Zeit die Weisheit auszuüben“ Ich bitte Euch, diesen wertvollen Schatz an Erfahrungen und Weisheit an uns weiter zu geben! Ich bitte Euch ebenso, die nachfolgenden Generationen zu unterstützen und mit ihnen Geduld und Verständnis zu haben, denn sie müssen den richtigen  Weg noch suchen, denn sie haben es in dieser schnellen, fordernden Gesellschaft auch nicht einfach. Der Seniorentag ist abschließend ein ganz besonderes Dankeschön an euch alle. Das ist der Tag an dem ich, Eure Ortsvorsteherin, einer Generation danke, die Besonderes im und für das Dorf geleistet hat, die mich in den vergangenen fünf Jahren unterstützt hat und die mich in den nächsten fünf Jahren kritisch begleiten soll. Ich kann nur sagen: „Ihr werdet noch gebraucht – ich bin froh, dass es Euch gibt!“ Es ist mir eine Freude und guter Brauch, die ältesten, aber auch die jüngsten Teilnehmer am Seniorentag mit einem kleinen Geschenk besonders zu ehren.“

    Älteste Teilnehmerin war Frau Adele Wachs mit 91 Jahren, ältester Teilnehmer war Herr Helmut Eiden mit 92 Jahren. Aber auch die jüngsten Teilnehmer am Seniorentag wurden geehrt, es waren dies Frau Maria Wagner und Herr Edgar Müller, beide 65 Jahre alt.

    Ein Höhepunkt war anschließend der Sketch „Oma gesucht“, der gekonnt von Michaela Quinten, Markus Quinten und Bärbel Kittel vom Theaterverein Siezert vorgetragen wurde und die Gäste zu wahren Beifallsbekundungen animierte. Den Abschluss des Seniorentages gestaltete wieder der Männergesangverein „Liederkranz“ Sitzerath“ unter der Leitung von Armin Kasper. Als Zugabe durfte der bekannte und gerne gesungene „Bajazzo“ natürlich nicht fehlen, der von vielen Gästen mit gesungen wurde. Zum Abendessen servierten die Frauen, der Sommerzeit entsprechend, gegrillte Würstchen mit Beilagen. Die Frauengemeinschaft hatte auch wie in den letzten Jahren, die Bewirtung der Gäste übernommen.

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