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  • Mittwoch, 5. Februar 2020,

    Platz für Platz: Die größten Stadien der Welt

    Sie sind gemacht für Großveranstaltungen aller Art. Ob Konzert, Sport-Event oder Staatsbesuche: Die größten Stadien der Welt fassen bis zu 114.000 Besucher und machen Veranstaltungen zu Highlights der ganz besonderen Art. Denn nicht nur die schiere Anzahl von Menschen erweist sich als beeindruckend, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl, welches mit einer eigenen Dynamik glänzt. Die größten Stadien der Welt stellen wir im Folgenden vor.

    Mit Gleichgesinnten Fußball schauen oder mit anderen Fans das Konzert seines Lieblingskünstlers zu genießen, ist ein besonderes Gefühl. Zu wissen, dass mit fremden Menschen eine Leidenschaft geteilt wird, ist Balsam für die Seele und sorgt für Euphorie. Die Errichtung von Stadien geht bis in die frühen Jahre der Menschheit zurück, wo sich erste Versammlungen in Tälern nach ähnlichem Prinzip gestalteten, die heute an Stadien erinnern. Aus historischer Sicht ist das Kolosseum in Rom eines der ersten Stadien, in denen Gladiatoren unter dem Jubel der Besucher um Leben und Tod kämpften.

    In den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Strahov-Stadion in Prag errichtet. Das Stadion, was in seinen Bestzeiten bis zu 250.000 Zuschauer fassen konnte, gilt bis heute als das größte Sportstadion der Welt. Erbaut von dem Architekten Alois Dryák, wurde es anfangs auf Holztribünen erbaut, die jedoch später aus Sicherheitsgründen durch Betonpfeiler ersetzt wurden. Zwischen den 40ern und 70ern fanden weitere Maßnahmen statt, die das Stadion auf den neuesten Stand brachten. In dieser Zeit fanden Sportveranstaltungen und Konzerte von Rockgrößen wie U2, The Rolling Stones oder Pink Floyd statt.

    Mittlerweile ist das Stadion jedoch geschrumpft. Aktuell könnten heute noch 56.000 Zuschauer in dem Stadion Platz finden. Diese Zahl ist jedoch nur graue Theorie. Die Zeit und die Nachlässigkeit haben das Stadion baufällig werden lassen. Sicherheitsmängel und schlechter Zustand machen das ehemalige Prestigeobjekt zu einem verwitterten Ort. Heute befinden sich in dem Stadion lediglich die Geschäftsstelle des tschechischen Sportvereines Sparta Prag und das dazugehörige Trainingszentrum. Große Events finden derweil an anderen Orten statt.

    Von Nordkorea bis nach Michigan

    Sind die glanzvollen Zeiten des Strahov-Stadions lange vorbei, hat das Stadion 1. Mai in Pjöngnang den Titel des größten Veranstaltungsortes der Welt inne, der derzeit aktiv und benutzbar ist. Gelegen auf der Insel Rungna, wurde es anlässlich der Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1989 errichtet und fasst aktuell bis zu 114.000 Besucher. Ursprünglich konnten sich in dem Stadion bis zu 150.000 Gäste aufhalten, doch Modernisierungen und eine Neuanordnung der Sitzplätze verringerte die Kapazität auf die nun aktuelle Anzahl von 114.000 Plätzen.

    Was die Nutzung betrifft, unterschiedet sich das Stadion in Pjöngnang von anderen Arenen auf der Welt. Das Stadion ist kein Ort, an dem Künstler oder Fußballteams ihre Fans beglücken. Eher hat das Stadion einen politischen Nutzen und wird zu Staatsempfängen oder politisch basierten Veranstaltungen geöffnet. Ein entspannter Nachmittag, bei dem Fans ihre Lieblingsmannschaft anfeuern können, wird hier wohl kaum einer erleben. Es ist deutlich einfacher seine Unterstützung in den eigenen vier Wänden vor dem Fernseher zu zeigen und Sportwetten bei William Hill zu platzieren. Eine andere Art der Fanliebe.

    In den USA sieht es derzeit ganz anders aus. Im Michigan Stadium in Ann Arbor befindet sich das größte Stadion der USA und das zweitgrößte Stadion der Welt. Wer dachte, dass die Metropolen wie Washington, New York oder San Francisco den Rekordhalter beherbergen, wird enttäuscht sein. Die Kleinstadt in Michigan kann sich als offizieller Titelträger beglückwünschen und erreicht mit dem College-Football-Stadion noch eine weitere Besonderheit: Mit bis zu 107.000 Plätzen kann beinahe die gesamte Bevölkerung der Stadt gefasst werden. Aktuell leben 114.000 Menschen in der Stadt, die fast vollständig Platz finden könnten. Interessanterweise könnte ganz Ann Arbor im Stadion von Pjöngnang einziehen.

    Bei seiner Eröffnung 1927 war das amerikanische Stadion lediglich für 72.000 Besucher ausgelegt. Erst in den späten 40er Jahren wurde es auf seine heutige Kapazitäten große ausgeweitet. 2014 erreichte das Stadion einen weiteren Rekord, der bis heute ungebrochen ist. Vor knapp 110.000 Zuschauern, die allein schon die zugelassene Anzahl überschritt, spielten die europäischen Fußballteams Real Madrid und Manchester United ihr Vorbereitungsturnier für die kommende Saison. Während die britische Mannschaft das Spiel für sich entschied, wurde gleichzeitig eine neue Bestmarke für den europäischen Fußball auf amerikanischen Boden aufgestellt.  

    Weltweite Tempel der Sportkultur

    Auf der gesamten Welt finden sich jedoch noch weitere Stadien verstreut, die als Tempel der Sportkultur gelten und Heimat vieler Matches sind. In Australien ist es der Melbourne Cricket Ground, der nach seinem Umbau Ende 2006 eine Kapazität von bis zu 100.00 Zuschauern aufweist. Der Umbau, der aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen notwendig war, kostete die Stadt 40 Millionen australische Dollar. Es war bereits Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1956 sowie 2000 und wird regelmäßig als Spielstätte für heimische Cricket-Turniere oder Football-Spiele genutzt. Auch musikalisch geht es in dem Stadion heiß her: Madonna, Michael Jackson und David Bowie zündeten im Innenraum bereits mehrere musikalische Feuerwerke.

    Eine ganz besondere Geschichte umgibt das altehrwürdige Wembley Stadion in London. Bekannt für seine zahlreichen Fußballturnieren, wurde es ursprünglich 2000 geschlossen und 2003 letztendlich abgerissen. Doch die Liebe zu dem Stadion und die Bedeutung dieses Ortes führte dazu, dass von 2003 bis 2007 ein neues Wembley-Stadion an selber Stelle errichtet wurde. Auch der typische Bogen und das schließbare Dach wurden in die neuen Architekturpläne eingebaut und brachten ein Stück Geschichte zurück in die Gegenwart. Das Wembley Stadion gilt als zweitgrößtes Stadion Europas nach dem Camp Nou in Barcelona. Während Spanien mit 100.000 Besuchern punkten kann, liegt London mit 90.000 Zuschauern knapp dahinter.

    Änderungen im Wandel

    Die hohen Kapazitäten und massiven Bauten sind für jeden Besucher ein eindrucksvolles Erlebnis bei Konzerten und Sportevents. Doch aufgrund der steigenden Sicherheitsmaßnahmen und technischen Entwicklungen unterliegen die Bauten immer neuen Auflagen, was zu permanenten Umbauten führt. Aus diesem Grund ändert sich die Sitzplatzanzahl öfters und das Ranking der größten Stadien ist ein ständiges Hin und Her. Der Wunsch nach neuen Superlativen lässt Architekten nach den Sternen greifen und kann schon bald einen noch größeren Ort für die nächste Großveranstaltung auf den Plan rufen.

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