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  • Mittwoch, 16. September 2020,

    Persönlichkeiten im St. Wendeler Land – 10 Fragen an … Matthias Pons

    Matthias Pons

    Heute stellen wir euch Matthias Pons vor. Matthias ist 35 Jahre alt, arbeitet hauptberuflich in einem internationalen IT-Unternehmen im Bereich Sales und Key Account Management und betreut internationale Firmen im Bereich Online-Markenschutz. Volleyballfans kennen ihn als Teammanager und Pressesprecher des Zweitligisten TV Bliesen. In seiner Freizeit reist er gerne, geht wandern oder trifft sich mit Freunden zum Essen oder Kaffee, was oft in stundenlangen Gesprächen endet.

    Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

    „Im Idealfall stehe ich um 6:30 Uhr auf und starte den Tag mit Kaffee, ein wenig Musik und den neusten Nachrichten. Seit Beginn der Pandemie arbeite ich im Home-Office – und dann wird es auch schon mal eine Viertelstunde später. Da ich für ein Unternehmensnetzwerk mit weltweit verteilten Standorten arbeite, kommuniziere ich mit Kollegen und Kunden auf verschiedenen Kontinenten. Daher stehen neben vielen Mails auch viele Videokonferenzen auf dem Terminkalender. Mein eigentlicher Einsatzort ist St. Ingbert, allerdings arbeiten meine Vorgesetzten unter anderem in London und in regulären Zeiten gehören auch internationale Reisen zu Messen, Konferenzen oder zum Programm. Abends bin ich dann mehrfach pro Woche in der Sporthalle anzutreffen und trainiere männlichen Volleyball-Nachwuchs beim TV Bliesen – allerdings in den St. Wendeler Sporthallen. Und ab und an darf es danach auch mal noch ein Getränk am Schlossplatz sein. Danach endet der Tag öfter mal mit irgendeiner Podcast-Folge oder es darf auch mal eine Talkshow im Fernsehen sein.“



    Was ist das Beste an deiner Arbeit?

    „Seit einer Firmenfusion vor zwei Jahren gehört das Unternehmen zu einer börsennotierten Gesellschaft in London. Dadurch habe ich viele neue Kollegen dazu bekommen, die zum Teil sogar auf der anderen Seite der Welt, z.B. in Neuseeland arbeiten. Ich hatte sogar die Gelegenheit, diese im Rahmen der Fusionsgespräch für ein paar Wochen auf der dortigen Nordinsel zu besuchen. Das war natürlich eine tolle Erfahrung, die Ansonsten gibt es ein junges und konstantes Team, das namhafte Kunden mit modernen Online-Dienstleistungen im Bereich Markenschutz versorgt und damit bisher auch gut durch die Pandemie gekommen ist. Darüber hinaus sorgen gelegentliche Reisen für Abwechslung – allerdings nicht in diesem Jahr.“

    Was ist manchmal nicht so toll an deinem Job?

    „Die unterschiedlichen Zeitzonen können gewisse Absprachen auch mal verzögern oder persönliche Gesprächstermine erschweren. Da fehlt dann schon auch mal der direkte persönliche Kontakt. Zudem ist der Online-Bereich sehr dynamisch und das Internet bietet inzwischen ein hohes Potenzial an Risiken für Firmen, gerade wenn diese im Online-Handel stark aktiv sind. In der Regel sind deren Webseiten, Shop- oder Buchungssysteme geschäftskritisch und einen Ausfall möchte und kann man sich eigentlich nicht leisten. Mit diesen Risiken beschäftigen wir uns nahezu täglich. Ein ganz anderer Aspekt ist aber der Zwiespalt, dass das steigende Online-Geschäft auch den Einzelhandel stark gefährdet. Und den halte ich persönlich für wertvoll und unverzichtbar.“

    Was magst du besonders am St. Wendeler Land?

    „Ich komme selbst zwar nicht aus dem St. Wendeler Land, aber ich schätze die Aufbauarbeit, die hier geleistet wurde. In Sachen Wirtschaft, Events oder Sport hat die Region durchaus was zu bieten und auch größere Projekte nicht gescheut. Dadurch hat sie sich auch über die Grenzen des Saarlandes hinaus einen Namen gemacht. Rallye, Marathon, internationale Fußballturniere, der beste Weihnachtsmarkt weit und breit – da steckt nicht nur eine Riesenarbeit dahinter, sondern auch ambitionierte Impulsgeber. Und Menschen, die mehr als nur das Nötigste tun. Natürlich bin ich auch stolz auf die Entwicklung unserer Bundesliga-Volleyballer, die in den letzten Jahren auch ein wenig dazu beigetragen haben. Darüber hinaus schätze ich das Angebot an Restaurants und Kneipen, auch außerhalb des Stadtgebiets.“

    Was würdest du gerne verbessern?

    „In meiner Familie gab es einen langjährigen Betrieb im Einzelhandel. Von daher vermisse ich in der Stadt die Vielfalt an kleinen Lebensmittelgeschäften. Sowas stirbt leider ein wenig aus oder kommt nicht auf die Beine. In der Innenstadt ist die Versorgung da aus meiner Sicht unterdurchschnittlich. Man muss überlegen, wie man hier Anreize setzen kann, um das geringe Angebot zu verbreitern. Denn es ist wichtig, dass es auch Alternativen zu den großen Läden gibt und sich auch individuelle Konzepte und Läden mit ihrer Vielfalt weiter durchsetzen können. Zudem müsste es im Innenstadtbereich von St. Wendel mehr kostenfreie Parkplätze geben. Das würde auch dem Einzelhandel helfen. Und in unseren Sporthallen sind einige Dinge inzwischen in die Jahre gekommen. Aktuell redet man gerade beim Indoor-Sport viel von Lüften, jedoch lassen sich teilweise manche Fenster noch nicht mal mehr öffnen. Das passt dann nicht zusammen.“

    Was ist dein Lieblingsort/Geheimtipp im St. Wendeler Land?

    „Da gibt es nicht „den einen“ Ort oder Tipp. Aber zuletzt hat mir die „5-Weiher-Tour“ rund um Winterbach und Bliesen sehr gut gefallen. Eine abwechslungsreiche Wanderung mit tollen Aussichtspunkten und idyllischen Weiher im Wald – kann ich nur weiterempfehlen! Ansonsten natürlich jederzeit unsere Bundesliga-Heimspiele im Sportzentrum St. Wendel, denn der Volleyball ist mit seiner Rasanz und Emotionalität total mitreißend.“

    Du bist als Manager beim TV Bliesen tätig. Wie sieht deine Tätigkeit dort genau aus?

    „Durch die Entwicklung bis hin zur 2. Bundesliga ist die Vereinsarbeit neben dem Spielfeld deutlich mehr geworden. Ich kümmere mich neben dem Bereich Presse, Kommunikation und Social Media auch um organisatorische Belange im Spielbetrieb. Dazu gehören internationale Spielberechtigungen, Vertragsgespräche oder aktuell auch der Bereich Ticketing, der aktuell unter den Auflagen der Kontaktverfolgung läuft. Zudem betreue ich auch einen Teil der Sponsoren und bin an Spieltagen als Hallensprecher im Einsatz. Die Belastung ist ehrlicherweise recht hoch und wird aktuell auch nicht weniger, aber wir haben auch ein größeres Team an Ehrenamtlern, die sich für das Projekt einbringen. Mit nur ein oder zwei Personen wäre das nicht zu stemmen.
    Zudem bin ich auch noch Trainer im Jugendbereich und kümmere mich aktuell um den Bereich U16 und Herren 3 nachdem ich vorher länger die 2. Mannschaft trainiert habe.“

    Was ist für dich das Besondere am TV Bliesen?

    „Die kontinuierliche Aufbauarbeit, die über die Jahre dazu geführt hat, dass wir etwas geschafft haben, das ich mir nicht hätte vorstellen können. Der Aufstieg in die zweithöchste Liga Deutschlands wäre für mich vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Auch wenn es für das „kleine Dorf oben rechts im Saarland“ sicherlich eine Mammutaufgabe ist, haben wir es angepackt. Das Besondere daran ist sicherlich der unermüdliche Einsatz unseres sportlichen Leiters Gerd Rauch, der den ganzen Betrieb als Motor anführt und den ich als einen echten „Macher“ bezeichnen würde. Von Menschen wie ihm kann man sich viele positive Eigenschaften abschauen. Er hat für das Projekt Bundesliga viele Mitstreiter gewonnen und gerade dieses Jahr wieder geackert ohne Ende. Da er auch als Trainer arbeitet, haben in der Vergangenheit auch viele Jugendliche von seinen Leitbildern profitiert. Er ist als Trainer und Ehrenamtler ein echtes Vorbild.“

    Was gibt deinem Leben die besondere Würze?

    „Das ist aktuell schwer zu beschreiben, da sich in diesem Jahr vieles verändert hat und ich zum Beispiel keine Reisen mache. Daher würde ich sagen, dass ich gerade in diesem Jahr gemerkt habe, dass ich viele langjährige Freundschaften habe, die einfach super wertvoll sind. Dazu gehören auch Kontakte aus der Sportwelt, die ich über die vielen Jahre auch außerhalb des Saarlandes machen durfte und die vielen Erlebnisse, die wir zum Beispiel mit Jugendteams auf Bundesebene hatten. In diesem Jahr hätten wir gute Chancen für eine Qualifikation zur Deutschen Jugendmeisterschaft gehabe und hatten eine tolle Mannschaft. Dann ist das ganze komplett ausgefallen. Da merkt man dann umso mehr wie wertvoll diese Momente und die Gemeinschaften sind, die man sich in diesem Zusammenhang aufgebaut hat.“

    Wie würdest du die „St. Wendeler Mentalität“ beschreiben?

    „Großes Engagement mit vielen „Anpackern und Mitmachern“ in Haupt- und Ehrenamt, keine Scheu vor neuen Herausforderungen und eine breite Gastfreundschaft.“

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