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  • Montag, 9. November 2015,

    Neuer Trend: Einspurige Autobahnen

    Viele Menschen aus dem St. Wendeler Land nutzen täglich ihren PKW, um zur Arbeit zu fahren. Die Bundesautobahn 1, die unseren Landkreis von Norden nach Süden durchquert, ist dabei grundsätzlich eine schnelle und bequeme Möglichkeit, nach Saarbrücken oder Neunkirchen zu gelangen. Doch aktuell fällt hier vor allem eines auf: Baustellen. wndn.de hat mit dem Landesbetrieb für Straßenbau gesprochen und bemüht sich um eine Bestandsaufnahme.

    Odyssee: Von Nonnweiler nach Saarbrücken

    Ich stelle mir folgendes Szenario vor: Ich bin Angestellter aus Nonnweiler und arbeite in Saarbrücken. Die 55 km bringe ich normalerweise in knapp 40 Minuten hinter mich – die BAB 1 macht’s möglich! Wenn ich dieser Tage Richtung Süden aufbreche, muss ich allerdings etwas mehr Zeit einplanen. Wenige Minuten nach der Auffahrt auf die Autobahn trübt das erste Baustellenschild meine Stimmung. Der Verkehr wird auf die Gegenfahrbahn umgeleitet und es geht einspurig über die Mettnicher Talbrücke. Immerhin haben sich die Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten hier mittlerweile reduziert. Hinter der Abfahrt Primstal sind alle Beschränkungen aufgehoben. Freie Fahrt für freie Bürger, yeah! An der Anschlussstelle Hasborn setzt sich der neue Trend der einspurigen Autobahnen fort, dieses Mal jedoch nur auf der Gegenfahrbahn. „Ha, nicht mein Pech! Betrifft mich ja erst heute Nachmittag“, könnte ich hier denken. Meine naive Schadenfreude währt aber ohnehin nicht lange, da sich die Baustelle an der Anschlussstelle Eppelborn durch einen unsportlichen Rückstau frühzeitig ankündigt. Wie geht’s weiter? Na klar, einspurig, läuft bei mir! Vor dem 20.10. war ein normales Weiterfahren bereits unmittelbar nach Überquerung der Illtalbrücke möglich, aktuell dauert die Polonaise jedoch bis Illingen – ein Genuss! Mein Chef wird sicher fragen, wieso ich schon wieder zu spät bin.

    Auch wenn ich mir diese Strecke nur in meinen Gedanken antun muss, wäre es doch interessant zu erfahren, wieso es zurzeit so viele Behinderungen auf der A1 gibt, die auch den Menschen aus dem St. Wendeler Land Nerven und Zeit rauben.

    Auf der Internetseite des Landesbetriebs für Straßenbau kann man zunächst erfahren, dass die Illtalbrücke für einen heutigen Autobahnquerschnitt zu schmal ist und daher neu gebaut werden muss. Nach Feststellung kleinerer Schäden wurde der Zeitplan für die Arbeiten sogar vorgezogen. Dann stellt sich die Frage, wieso sich an der Baustelle schlichtweg nichts tut. Die Metallpoller, die die einspurige Fahrbahn begrenzen, sind ein gut sichtbares Sinnbild für die Verzögerung und auffallend oft das Opfer unvorsichtiger Autofahrer.

    Klaus Kosok vom Landesbetrieb für Straßenbau hilft mir weiter:

    „Das Plangenehmigungsverfahren hat sich wegen der Lage der Brücke in naturschutzrechtlich sensiblen Bereich, der Komplexität der Antragsunterlagen und dem Umfang der Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange als aufwändiger erwiesen als von uns zunächst angenommen, ist aber nun in den Endzügen. Wir rechnen jetzt damit, dass uns die Planfeststellungsbehörde im Wirtschaftsministerium Mitte Dezember Baurecht erteilt. Danach folgt das Vergabeverfahren. Abriss und Ersatzneubau beginnen 2016.“

    Die Vollsperrung der Richtungsfahrbahn Trier zwischen den Anschlussstellen Illingen und Eppelborn dauert laut Kosok voraussichtlich bis zum 16.11. und geht auf die Notwendigkeit einer Fahrbahnerneuerung zurück. Auch die Hasborner Anschlussstellen brauchen eine Sanierung. Hier werden die Arbeiten wahrscheinlich am 22.11. beendet sein.

    Na gut, eine Verbesserung der Situation auf der A1 ist also absehbar. Auch wenn man solche Arbeiten und die damit einhergehenden Verzögerungen in den seltensten Fällen gebrauchen kann und eine Baustelle ohne Bauaktivität berechtigte Fragen aufwirft, sollte man auch den folgenden Gedanken zulassen: Das Saarland hat die höchste Autobahndichte aller Bundesländer. Es ist nicht selbstverständlich, dass man eine 40 km entfernte Stadt in 25 Minuten erreicht. Wir haben uns diesbezüglich gewissermaßen an einen infrastrukturellen Luxus gewöhnt, der uns bei Instandhaltungen etwas Geduld abverlangt. Die sollte jeder Autofahrer aufbringen können. Vorübergehende Verzögerungen sind sicherlich besser als fortwährender Reparaturstau.

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