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  • Montag, 28. November 2016,

    Museum St. Wendel zeigt „Gemälde und Grafik(en)“ von August Clüsserath

    Vom 27. November 2016 bis zum 15. Januar 2017 zeigt das Museum St. Wendel die Ausstellung „Gemälde und Grafik“ mit Werken des 1966 verstorbenen saarländischen Künstlers August Clüsserath. Am vergangenen Sonntag wurde die Nachfolgeausstellung zu Horst Linns „Über-Blick“ im Rahmen einer Vernissage offiziell eröffnet.

    Clüsserath wurde 1899 in Völklingen Fenne geboren. Ab 1926 studierte er an der Staatlichen Schule für Kunst und Kunstgewerbe in Saarbrücken, war dort ab 1928 Meisterschüler von Oskar Trepte. Nach seinem Abschluss arbeitete er von 1932 bis 1939 als freier Maler im Saarland, ehe er 1940 nach Berlin übersiedelte, wo er als Techniker beim Norddeutschen Hoch- und Tiefbau tätig war. Erst nach dem zweiten Weltkrieg widmete er sich wieder ausschließlich der Kunst, arbeitete bis zu seinem Lebensende erneut als freier Künstler und Dozent.

    Die St. Wendeler Ausstellung legt den Fokus der Ausstellung vor allem auf das Frühwerk des Künstlers und der Frage, wie Clüsserath zu einem so kraftvollen Spätwerk gelangen konnte, wie Cornelieke Lagerwaard, Leiterin des Museums St. Wendel, in ihrer Eröffnungsrede erklärte.
    Einige der ausgestellten Werke, darunter Leihgaben des Saarlandmuseums sowie der Regierung des Saarlandes, seien bisher noch nie in einer Ausstellung zu sehen gewesen, so Lagerwaard.
    Die Arbeiten des Künstlers seien stets sachlich und präzise, wodurch sich bei deren Betrachtung stets ein außergewöhnliches Erlebnis einstelle. Seine Bilder hätten einen einzigartigen Charakter, der dem Betrachter durch abstrakte Form-, Farb- und Linienspiele bewusst werde und so in eine parallele Welt entführe, beschrieb Lagerwaard die Werke dees Künstlers.

    august-cluesserath-2-11-2016

    August Clüsserath sei in seinem Schaffen seiner Zeit voraus, sehr modern gewesen, weshalb seine Arbeiten ein Highlight der saarländischen Kunstszene gewesen seien und er sich so einen Platz in der saarländischen Kunstszene sichern konnte.

    Die verdiente Anerkennung als Künstler, so erklärte Beate Kolodziej, Kuratorin der Ausstellung, blieb Clüsserath zu Lebzeiten jedoch weitgehend verwehrt.

    In über 280 Gemälden und einigen tausend Arbeiten auf Papier pendele der Künstler stets zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. In seiner Zeit als Student seien vor allem Stillleben und Frauenbildnisse entstanden. Ab Mitte der 1930er-Jahre begann Clüsserath Kontur und Strukturlinien zur Definition seiner Werke zu nutzen, was sich vor allem in seinen Landschaftsgemälden durch erfindungsreiche lineare Muster zeige.

    Sein erstes vollkommen abstraktes Gemälde sei im Jahre 1951 entstanden. Den vollkommenen Sprung in die Abstraktion habe er erst gegen Ende der 1950er-Jahre gewagt. Dabei ginge es vor allem darum, kein Abbild, sondern vielmehr ein Sinnbild der Wirklichkeit zu schaffen.

    Clüsserath selbst habe seine Werke als „gemalte Plastiken“ bezeichnet und man könne ihn zweifellos mit den großen Protagonisten der ungegenständlichen Malerei, wie beispielsweise Kandinski vergleichen.

    Die Ausstellung „Gemälde und Grafik“ ist mit einer Art Reise durch das Lebenswerk August Clüsseraths vergleichbar. Auf diese können sich Kunstinteressierte noch bis zum 15. Januar begeben, wobei der 8. Januar ein besonderer Termin ist, da Beate Koloziej an diesem Tag durch die Ausstellung führen wird.

    Nach dem Ende der Ausstellung wird diese grenzüberschreitend fortgeführt und unter anderem auch in der Abtei Neumünster in Luxemburg zu sehen sein.

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