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  • Donnerstag, 26. März 2020,

    Marpingen: Externe Krankenbehandlungsstelle eingerichtet

    Marpingen. Um für den Notfall gerüstet zu sein, richtet der Landkreis St. Wendel präventiv eine externe Krankenbehandlungsstelle in der kleinen Schulturnhalle der Gemeinschaftsschule Marpingen ein. Sollten die Kapazitäten der umliegenden Krankenhäuser im Notfall nicht mehr ausreichen, wird es hier eine Ausweichmöglichkeit für Patienten geben, die nicht intensivmedizinisch betreut werden müssen.

    In zwei bis drei Tagen soll die Turnhalle soweit ausgestattet sein, dass die ersten Patienten aufgenommen werden könnten. „Wir hoffen natürlich, dass wir diese Halle nie belegen müssen“, so Landrat Udo Recktenwald gegenüber wndn.de bei der Vorstellung der externen Krankenbehandlungsstelle. Aber zu wissen, dass es sie gibt und dass sie im Notfall zur Verfügung steht, sei beruhigend. Zurzeit ist diese Maßnahme eine rein vorsorgliche und vorausschauende. Recktenwald erklärt: „Sollten etwa aufgrund steigender Corona-Fälle oder aus anderen Gründen die Kapazitäten der Krankenhäuser an ihre Grenzen stoßen, verfügen wir mit dieser Behandlungsstelle über eine Ausweichmöglichkeit.“



    Planung und Durchführung der Behandlungsstelle liegen in der Hand der Arbeitsgruppe „Behandlungsplatz“ im operativen Stab. Ihr gehören Mitglieder aus DRK, Rettungsdienst, DLRG, Feuerwehr und Bundeswehr an. Zwischen 50 und 75 Feldbetten mit Kissen und Decken aus den Beständen des Katastrophenschutzes des Landkreises werden in der Sporthalle aufgestellt. Trennwände, um die Privatsphäre der Patienten zu gewährleisten, kommen ebenfalls. Mitglied des operativ taktischen Stabs, Oberstleutnant Patrick Gotthard, hat bereits weiteres medizinisches Material bei der Bundeswehr angefordert, welches in Kürze ankommen soll.

    Andrea Kulesha vom DRK erläutert: Das DRK stehe mit all seinen Ressourcen bereit. Im Notfall werde man aber auf zahlreiche Ehrenamtliche aus der Bevölkerung angewiesen sein. Vor allem Menschen aus Pflegeberufen werde man brauchen. Des Weiteren sagt er: „Hier werden keine Notfälle aufgenommen. Wenn andere Krankenhäuser an die Grenzen ihrer Kapazitäten stoßen, werden Patienten in der externen Behandlungsstelle aufgenommen, die im jeweiligen Krankenhaus kurz vor ihrer Entlassung standen“, so Kulesha. Ein Patient könne aber bis zu 60 Tage in der Halle versorgt werden.

    Für den Standort Marpingen sprechen die gute Infrastruktur, die Nähe zur großen Sporthalle und der Schule, die man im Notfall ebenfalls als Ausweichmöglichkeit mitnutzen könnte, und die Grenzlage zu anderen Landkreisen, um gegebenenfalls auch den Nachbargemeinden zu helfen. Bürgermeister der Gemeinde Marpingen, Volker Weber, sagt: „Mit dieser Maßnahme beweisen wir Weitsicht, um die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger auch in Notsituationen gewährleisten zu können. Gemeinden und Landkreis arbeiten Hand in Hand zusammen und wenn wir uns gegenseitig solidarisch unterstützen können, sollten wir das auch weiterhin tun. Gesundheit macht nämlich nicht an Gemeindegrenzen oder Landkreisgrenzen halt.

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