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  • Freitag, 4. Januar 2019,

    Landkreis St. Wendel: Der Arbeitsmarkt im Dezember 2018

    • Arbeitslosigkeit gegenüber Vorjahr leicht zurückgegangen
    • Im Jahresverlauf mehr Stellen gemeldet als 2017
    • Agentur für Arbeit legt Schwerpunkt auf Qualifizierung und Reduzierung

    der Langzeitarbeitslosigkeit

    Im Landkreis St. Wendel war im Dezember eine leichte, jahreszeitlich bedingte Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich gegenüber November um neun auf 1.455 erhöht. Gegenüber Dezember 2017 ist die Arbeitslosigkeit um 52 gesunken. Mit einer Arbeitslosenquote von nur noch 3,0 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte zu Dezember 2017) hebt sich der Landkreis St. Wendel deutlich von den übrigen Kreisen im Saarland ab.

     

    Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:

    Landkreis St. Wendel: 3,0 Prozent

    Landkreis Merzig-Wadern: 4,1 Prozent

    Landkreis Saarlouis: 4,5 Prozent

    Saarpfalz-Kreis: 4,9 Prozent

    Landkreis Neunkirchen: 6,3 Prozent

    Regionalverband Saarbrücken: 7,8 Prozent

    „Der Arbeitsmarkt in der Region hat sich im abgelaufen Jahr in einer sehr stabilen Verfassung gezeigt. Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten wird die anhaltende Nachfrage nach gut ausgebildetem Personal auch im Jahr 2019 einen leichten Abbau der Arbeitslosigkeit bewirken“, erwartet Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. „Schon jetzt können Unternehmen immer häufiger Stellen für Fachkräfte und ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. Dabei können die Arbeitgeber schon jetzt ein Stück weit zur Entspannung beitragen und die Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten nutzen, die wir ihnen anbieten,“ betont Haßdenteufel. „Mit dem Qualifizierungschancengesetz wird ab Januar die Weiterbildungsförderung Beschäftigter unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße verstärkt. Damit soll vor allem Beschäftigten, die von Strukturwandel und Digitalisierung betroffen sind, eine Anpassung und Fortentwicklung ihrer beruflichen Kompetenzen ermöglicht werden. Weitere Möglichkeiten bietet ab Januar das Teilhabechancengesetz, mit dem Langzeitarbeitslose mit hohem Lohnkostenzuschuss eingestellt werden können. Geschickt eingesetzt, können sie Fachkräfte von einfachen Tätigkeiten entlasten und diese ihre eigentliche Fachkräftearbeit machen lassen.“

     

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

    Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Dezember wie im Vormonat bei 709, das waren 20 mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren verringerte sich die Arbeitslosigkeit um fünf auf 85 im Vergleich zum Monat November. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um eins erhöht. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe der über 50-Jährigen lag bei 332. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um neun reduziert und gegenüber dem Vorjahr um fünf erhöht.

     

    Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

    Das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnete im aktuellen Monat einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit (plus neun auf 746). Damit lag sie um 8,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit besteht im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters weiterhin nicht. 211 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund sieben Prozent verringert. Mehr als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Mit 257 Langzeitarbeitslosen betrug ihr Anteil an allen Arbeitslosen 34,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 14 Prozent.

     

    Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

    Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Dezember mit 2.471 Personen um 6,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug rund 58,9 Prozent.

     

    Definition Unterbeschäftigung

    In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

     

    Stellenmarkt

    Unternehmen der Region haben im Dezember 228 Stellen zur Besetzung gemeldet, 36 mehr als im November. Seit Jahresbeginn wurden 2.616 Arbeitsstellen gemeldet, das waren 90 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen noch 766 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

    Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel gemeldet. Auch im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe ab es zahlreiche offene Stellen.

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