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  • Donnerstag, 1. August 2019,

    Landkreis St. Wendel: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juli 2019

    Konjunkturelle Abschwächung und strukturelle Probleme schlagen auf den Arbeitsmarkt durch

    Der Arbeitsmarkt im Landkreis St. Wendel zeigte im Juli unterschiedliche Entwicklungen. Die Zahl der Arbeitslosen Menschen ist nach einem leichten Rückgang im Vormonat nun erneut angestiegen. Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen entwickelte sich rückläufig und blieb unter dem Niveau des Vorjahres. Auch der zurückgehende Stellenbestand weist auf eine Eintrübung am Arbeitsmarkt hin.

    Die Agentur für Arbeit Saarland zählte im Juli 1.624 Arbeitslose. Im Landkreis St. Wendel ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer damit gegenüber dem Vormonat um 58 bzw. 3,7 Prozent angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 92 bzw. 6,0 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote ist von 3,2 Prozent im Juni auf nun 3,4 Prozent angestiegen. Sie lag damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats.

    „Die schwächere konjunkturelle Entwicklung hinterlässt ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit ist im Juli angestiegen. Die Zahl der gemeldeten Stellen ist im Vergleich zum Vormonat zwar angestiegen, lag jedoch unter dem Niveau des Vorjahres“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. Gute Nachrichten hat der Agenturchef für diejenigen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen: Es warten noch über 200 Ausbildungsstellen auf ihre Besetzung. „Wer die Schule verlassen hat und immer noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, kann hoffen. Aktuell werden in vielen Branchen und Berufen noch Nachwuchskräfte für 2019 gesucht. Allerdings sollte man keine Zeit mehr verlieren und schnellstmöglich Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen“, empfiehlt Haßdenteufel.

    Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

    Landkreis St. Wendel: 3,4 Prozent
    Landkreis Merzig-Wadern: 4,4 Prozent
    Saarpfalz-Kreis: 4,9 Prozent
    Landkreis Saarlouis: 5,0 Prozent
    Landkreis Neunkirchen: 6,9 Prozent
    Regionalverband Saarbrücken: 9,1 Prozent

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

    Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Juli bei 872, das waren 84 mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 37 auf 122 im Vergleich zu Juni. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um 2 verringert. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 416. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 19 und gegenüber dem Vorjahr um 84 erhöht.

    Entwicklung in der Grundsicherung

    Das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnete im aktuellen Monat einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit (minus 26 auf 752). Damit lag sie um 7 unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist derzeit im Bereich der Grundsicherung nicht vorhanden. 231 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 23 erhöht. Etwas mehr als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juli 259. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 13,1 Prozent.

    Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

    Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Juli mit 2.452 Personen um 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 66,2 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen um mehr als ein Drittel entlastet.

    Definition Unterbeschäftigung

    In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

    Stellenmarkt

    Unternehmen der Region haben im Juli 244 Stellen zur Besetzung gemeldet, 38 weniger als im Juni und 85 weniger als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um über ein Viertel. Aktuell stehen 788 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit um 8,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die überwiegende Zahl der Jobangebote wurde in der Zeitarbeit, im Handel und im Gastgewerbe gemeldet. Auch im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Baugewerbe und im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich gab es offene Stellen.

    Ausbildungsmarkt

    Im Landkreis St. Wendel suchten seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 507 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 97 weniger als vor einem Jahr (minus 16,1 Prozent). Gleichzeitig wurden 552 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 8 mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 1,5 Prozent). Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 213 Stellen unbesetzt und 116 Jugendliche unversorgt.

    TOP 10 der noch unbesetzten Ausbildungsstellen

    Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in allen Berufsbereichen. Am häufigsten werden im Landkreis St. Wendel Auszubildende für folgende Berufe gesucht:

    Kaufmann/-frau im Einzelhandel (16)
    Anlagenmech. – Sanitär-/Heiz.-Klimatech. (12)
    Koch/Köchin (11)
    Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik (10)
    Verkäufer/in (10)
    Fachverk.-Lebensm.handwerk – Fleischerei (9)
    Medizinische/r Fachangestellte/r (8)
    Restaurantfachmann/frau (7)
    Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (7)
    Metallbauer/in – Konstruktionstechnik (6)

    Kontakt zur Berufsberatung

    Ein Termin bei der Berufsberatung kann telefonisch über die kostenfreie Servicerufnummer 0800 4 5555 00 oder persönlich vor Ort bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden. Unternehmen, die ihre gemeldeten Ausbildungsstellen bislang noch nicht besetzen konnten, können sich unter der kostenfreien Servicerufnummer 0800 4 5555 20 an den Arbeitgeberservice wenden.


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