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  • Sonntag, 20. September 2020,

    Kann CBD im Kampf gegen Demenz und Alzheimer helfen?

    Das Hanfextrakt CBD zählt zu den meist erforschten Pflanzenstoffen der letzten Jahre. Versuche an Tieren haben eine ganze Reihe von biologischen Eigenschaften aufgedeckt, die möglicherweise therapeutisches Potential haben. Das hat auch das Interesse von Demenzforschern geweckt. Denn trotz jahrzehntelanger Forschungsarbeit und einer steigenden Anzahl von Demenzpatienten scheint die Heilbarkeit von Erkrankungen wie Alzheimer so weit entfernt wie eh und je. Und tatsächlich legen einige Studien nahe, dass CBD sich positiv auf die Symptome einer Demenzerkrankung auswirken könnten. Könnte das unscheinbare Molekül aus der Hanfpflanze demnächst zum medizinischen Arsenal im Kampf gegen die Demenz zählen?

    Das Problem der Demenzforschung

    Trotz aller Bemühungen der Wissenschaft zählt die Demenz in den letzten Lebensjahren zu den häufigsten Erkrankungen. Bisher ist es mit den Mitteln der Medizin nicht gelungen, den geistigen Verfall aufzuhalten oder gar rückgängig zu machen. Lediglich eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs versprechen einige Medikamente. Trotz intensiver Forschung bleiben Durchbrüche aus – sowohl bei der Prävention als auch bei der Behandlung. Obwohl weltweit Unsummen in die Erforschung der Demenz investiert worden sind, leiden weiterhin Millionen von Menschen am langsamen Abbau ihrer geistigen Fähigkeiten. Während Entzündungsvorgänge und Ablagerungen defekter Proteinstrukturen als Merkmale vieler Formen der Demenz anerkannt sind, haben sich daraus bisher keine effektiven Therapien ableiten lassen. Sowohl für die Betroffenen als auch für die behandelnden Ärzte ist diese Situation frustrierend und auch tragisch.

    Biologische Eigenschaften von CBD

    Die Abkürzung CBD steht für Cannabidiol, einen Inhaltsstoff der Hanfpflanze. Es wirkt im Gegensatz zu einigen verwandten Substanzen nicht psychoaktiv und wird daher besonders intensiv als mögliches therapeutisches Mittel untersucht. CBD hat große strukturelle Ähnlichkeit mit körpereigenen Botenstoffen des Menschen, den sogenannten Endocannabinoiden. Die Wirkung auf Zellrezeptoren im Körper ist komplex und wird derzeit noch erforscht. Als gesichert gelten hingegen eine entzündungshemmende und entspannende Wirkung, die in Tierversuchen festgestellt wurden. Gerade die entzündungshemmende Eigenschaft macht CBD interessant für die Anwendung bei Demenzerkrankungen. Der Forschungsstand beim Menschen ist allerdings bislang unzureichend. 

    Anwendbarkeit bei Demenz

    Nur wenige Studien haben bislang untersucht, ob CBD sich tatsächlich positiv auf Demenzerkrankungen auswirken könnte. Solche Studien sind von großer Bedeutung. Denn theoretische Ansätze lassen sich nicht immer in die Praxis übertragen. Es ist durchaus denkbar, dass CBD bei Demenzpatienten zwar entzündungshemmend wirkt, aber zu keiner Besserung der Symptome führt. Bis solche Studien an menschlichen Probanden unternommen werden, sind zunächst umfangreiche Untersuchungen an Zellkulturen und Versuchstieren nötig, um die Sicherheit und das Potential der möglichen Behandlung zu bewerten. In Studien an Zellkulturen hat CBD unter anderem Nervenzellen vor verschiedenen schädlichen Molekülen und vor oxidativem Stress geschützt. Besonders vielversprechend ist eine Studie, die 2014 von chinesischen Wissenschaftlern an Mäusen durchgeführt wurde. Die Versuchstiere waren genetisch dazu veranlagt, einer alzheimerähnliche Demenzerkrankung zu entwickeln. Die Gabe von CBD verbesserte dabei das Vermögen der Tiere, ihre Artgenossen wiederzuerkennen und wirkte sich damit positiv auf ihre soziale Interaktion aus. Ob sich diese und andere Forschungsergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist allerdings noch völlig unklar. Es dürfte noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis hierzu gesicherte Kenntnisse aus klinischen Studien vorliegen. 

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