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  • Mittwoch, 31. Oktober 2018,

    Im Dialog mit der heimischen Wirtschaft – Betriebsbesichtigung des CDU-Ortsverbandes St. Wendel

    In den Dialog mit der heimischen Wirtschaft treten, sich gegenseitig kennenlernen, aus erster Hand erfahren, was am Standort St. Wendel läuft, was vielleicht besser laufen könnte – der CDU-Ortsverband St. Wendel führt regelmäßig Firmenbesichtigungen in der Stadt durch, um sich eben vor Ort einen Eindruck über das zu verschaffen, was das heimische Gewerbe ausmacht. „Eine gesunde, ambitionierte Wirtschaft bedeutet sichere Arbeitsplätze, bedeutet ein sicheres Einkommen für unsere Bürgerinnen und Bürger. Egal ob ‚Big Player‘ oder kleiner mittelständischer Betrieb, sie alle tragen durch ihre Produktivität und ihren Verbleib am Standort St. Wendel dazu bei, dass unsere Stadt zu den lebenswertesten im Saarland und darüber hinaus gehört. Dass das so bleibt, ist auch von der Politik abhängig. Daher gehen wir in die Betriebe, tauschen uns aus, tragen unsere Erfahrungen in die politischen Gremien weiter“, sagt Ruth Meyer, Vorsitzende des Ortsverbandes und Landtagsabgeordnete.

     

    Dabei werde ebenso deutlich, wie vielfältig die Wirtschaft am Standort St. Wendel sei, dass vor Ort Produkte hergestellt werden, die in die ganze Welt gehen. Wie bei der Firma Hörmann Automotive St. Wendel. „Wir gehören zu den führenden Herstellern metallischer Komponenten für die Nutzfahrzeugindustrie, insbesondere für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge“, sagt Dominik Born, Geschäftsführer Neuprodukte der Firma. Nicht nur Europa werde beliefert, sondern unter anderem auch Nord- und Südamerika. Hörmann Automotive gehört zur Hörmann Gruppe und produziert im Saarland neben in St. Wendel und in Saarbrücken. Und zwar zumeist nach Kundenwünschen hergestellte Komponenten, in St. Wendel vor allem für die Landwirtschaft, etwa Verkleidungsteile für Mähdrescher. Täglich etwa 3.500 Komponenten und Module. Doch langsam habe der Betrieb Platzmangel, wie Born anmerkt. Der erwartete Jahresumsatz für 2018: über 30 Millionen Euro. Born: „Im Werk St. Wendel haben wir rund 230 Mitarbeiter, davon 180 fest angestellte. Wir sind auf Zeitarbeiter angewiesen, weil die Landwirtschaftsbranche nur während eines bestimmten Zeitraums auf unsere Produkte angewiesen ist.“

    Unabhängig von saisonalen Schwankungen ist das Sachverständigenbüro für Kunststoffe Dr. Sebastian (SBKS), der zweite Stopp der Firmentour. Ein weltweit führendes Prüfungsbüro – denn allzu viele gebe es davon nicht. „Weil wir eine Nische gefunden haben: die Kanalisierung“, wie Firmengründer Jörg Sebastian mitteilt. Das deutsche Kanalnetz beispielsweise habe rund 1,6 Mio. km, zumeist aus Beton gebaut. Doch chemische Stoffe können den Beton auflösen, mit zum Teil verheerenden Folgen. Eine Möglichkeit sei es, den Boden aufzureißen und den Kanal zu reparieren. Eine zweite: einen sogenannten Schlauchliner durchzuziehen, der sich dem Kanal anpasst und verhärtet. Ganz ohne zu graben. Sebastian: „Wir prüfen, ob die Aushärtung ausreicht – denn der verhärtete Schlauch muss mindestens 50 Jahre halten.“ Ein anspruchsvoller Job, den Sebastian und seine 13 Mitarbeitern haben, der eine entsprechende Qualifizierung erfordere. Und hier gebe es ein Problem. Sebastian: „Es ist es sehr schwer für uns, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.“

     

    Ein Problem, das auch Achim Angel hat, Gründer und Chef der Firma KiM GmbH. 34 Mitarbeiter habe man in St. Wendel, zudem noch ein Büro in Augsburg. Angel: „Als IT-Dienstleister sind wir Spezialist für Konfiguratoren, also Webseiten, auf denen der Kunde ein Produkt nach eigenen Wünschen ausstatten kann, und die 3D-Visualisierung von variantenreichen Einzelteilen sowie Baugruppen in 2D- und 3D-Produktkatalogen.“ Hierfür habe man eine eigene Software, CADClick, entwickelt. Zudem biete das Unternehmen Filmproduktionen, dazu zählen sowohl 3-D-Animationen wie Realfilme, an. Auch dafür müssen die Mitarbeiter ausreichend qualifiziert sein.

    Wie Sebastian, versucht auch Angel, durch Anreize Fachkräfte zu gewinnen, etwa die Übernahme der Kita-Gebühren. Meyer: „Wir müssen dafür werben, dass Schulen sich verstärkt mir der heimischen Wirtschaft vernetzen, die Betriebe in die Schulen, die Schulen in die Betriebe gehen. Schließlich sind die Schülerinnen und Schüler die Arbeitskräfte von morgen. Und viele wissen nicht, welche Möglichkeiten unsere Betriebe bieten. Vor allem am Standort St. Wendel.“ An der Besichtigung, organisiert durch das Stadtratsmitglied Frank Egler, nahmen auch CDU-Stadtverbands- und Stadtratsmitglieder teil.

    Fotos: Lukas Kowol

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