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  • Montag, 29. Januar 2018,

    Eine Siedlung ohne Schornsteine

    Oberkirchen. Im Rahmen des Verbundprojektes „Zukunft Dorf“ des Modellvorhabens „Land(auf)Schwung“ fanden sich am vergangenen Mittwoch rund 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger im Volkshaus in Oberkirchen zur ersten Arbeitskreissitzung ein.

    Das „Energiedorf Oberkirchen“ ist einer von drei Orten im Landkreis St. Wendel, das im Rahmen des Förderprogramms ausgewählt wurde, um Modell für das Dorf der Zukunft zu stehen.

    Kostenlose Energiechecks für Oberkirchen

    Der Arbeitskreis begrüßte den Vorschlag von Michael Welter, Klimaschutzmanager des Landkreises, energetische Gebäudechecks für die Bürger und Bürgerinnen von Oberkirchen anzubieten. Hierbei werden individuelle Einsparpotenziale und Kostenfresser ausfindig gemacht.

    Nach Abschluss des Tests erhalten die Hausbesitzer einen Kurzbericht mit Handlungsvorschlägen. Durchgeführt wird die Maßnahme von der Verbraucherschutzzentrale des Saarlandes. Der Eigenanteil soll aus Fördermittel bezahlt werden, sodass die zweistündigen Gebäudechecks für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos in Anspruch genommen werden können.

    Um den Oberkirchern wichtige Informationen zum Thema Wärmepumpen mit auf den Weg zu geben, findet Mitte Februar ein Vortragsabend statt. Um Funktionalität und Einsatzmöglichkeiten der Wärmepumpen zu beleuchten, werden auch regionale Handwerksbetriebe mit einbezogen. Vorträge zu weiteren Themen aus diesem Bereich sind ebenfalls angedacht.

    Innovatives Energiekonzept soll Schule machen

    Der Arbeitskreis legte am Mittwoch auch den Grundstein für eine innovative Siedlung, die im Saarland einzigartig ist.

    Geplant ist ein „kaltes Nahwärmenetz“, welches die zukünftigen Neubauten im Wohngebiet Weiselberg versorgen soll.

    Im Vergleich zu einer klassischen Wärmepumpe, die die Außenluft ansaugt und diese von der permanent schwankenden Außentemperatur – im ungünstigsten Fall bei Minusgraden – auf die gewünschte Gradzahl erwärmen muss, funktioniert das innovative System effektiver.

    Ein kaltes Nahwärmenetz nutzt eine konstante Temperatur zwischen 10 und 30 Grad Celsius. Durch die festgelegte Temperatur wird weniger Energie benötigt, um die gewünschte Heiztemperatur zu erreichen und somit ein höherer Wirkungsgrad erzielt.

    „Eine innovative Energieversorgung bedeutet auch Veränderung. So werden wir in dieser Siedlung keine Schornsteine mehr sehen“, blickte Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer in die Zukunft.

    Auch Hans-Josef Scholl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, sieht große Vorteile in dem innovativen System: „Die Energieversorgung kommt direkt aus der Region, das heißt, das Geld bleibt im Kreis. Das ist auch von großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft und ihre Betriebe“.

    Im März trifft sich der Arbeitskreis zu seiner zweiten Sitzung. Auch hier sind interessierte Bürger und Bürgerinnen herzlich eingeladen. Der Termin wird in den nächsten Wochen bekanntgegeben.

    Über das Projekt

    „Zukunft Dorf“ soll unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürgern eine Vision entwickeln, wie das Leben in einem Dorf im St. Wendeler Land in 20 Jahren aussehen kann. Dabei sollen die Stärken des St. Wendeler Landes, wie die hohe Wirtschaftskraft, das touristische Potential oder der soziale Zusammenhalt besonders hervorgehoben werden.

    Gestaltet wird das Projekt „Zukunft Dorf“ unter Federführung der WVW – Wasser- und Energieversorgung im Kreis St. Wendel GmbH und unter Beteiligung der Projektpartner Kernplan – Gesellschaft für Städtebau und Kommunikation mbH und der Energie-Projekt-Gesellschaft St. Wendeler Land mbH. Unterstützt wird „Zukunft Dorf“ außerdem von Landrat Udo Recktenwald, dem Landkreis St. Wendel, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land mbH und vielen weiteren gesellschaftlichen Multiplikatoren aus der Region.

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