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  • Freitag, 24. Juli 2020,

    Ein „stadtbildprägendes Schmuckstückchen“ – Komplettsanierung des historischen Landratsamts schreitet weiter voran

    Das denkmalgeschützte historische Landratsamtsgebäude in der Mommstraße 25 in St. Wendel hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Am 04. Mai 1901 wurde es erstmalig feierlich eingeweiht. Seit jeher hat es einiges erlebt und ist mit der Zeit auch gut in die Jahre gekommen. Sanierungsarbeiten im Obergeschoss wurden notwendig. Deshalb wurde beschlossen, dass – zunächst nur – das Dach saniert werden sollte. Bei genauerer Betrachtung war dann aber klar: hier muss mehr gemacht werden, wenn das Gebäude noch einige Jahre mehr stehen bleiben soll. Man entschied sich für eine Komplettsanierung. Fassadensanierung, Erneuerung der Fenster und Ausbesserung der Sandsteinschäden werden dabei mit Mitteln aus dem Denkmalschutzförderprogramm des Bundes bezuschusst.



    Landrat Udo Recktenwald lud zu einem gemeinsamen Termin am Donnerstag, 23.07.2020, mit Nadine Schön, MdB, dem zuständigen Architekten Bernd Brill sowie Dr. Georg Breitner, dem Leiter des Landesdenkmalamts in den historischen Sitzungssaal ein, um die Sanierungsarbeiten und Pläne vorzustellen.

    Jugendamt wird nach Sanierung ganz in einem Gebäude untergebracht

    „In diesem Gebäude wird nach Abschluss der Sanierung – Mitte nächsten Jahres – das Jugendamt seinen Sitz bekommen“, so der Landrat. Im Zusammenhang mit der Sanierung sei es nun nämlich möglich, ein Jugendamtsgebäude zu haben. Zurzeit verteilt sich das Jugendamt noch auf mehrere Gebäude. Dies wurde auch von der Bundestagsabgeordneten Nadine Schön sehr gelobt. Sie findet die Kombination aus einem historischen Gebäude mit Geschichte und einem Teil der Verwaltung, der über die Zukunft von Kindern und Jugendlichen und deren Entwicklung entscheide und das Bestmögliche mit auf den Weg geben wolle, „eine ganz tolle Kombination“.

    35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts werden ab dem nächsten Jahr ihren Platz im historischen Landratsamt finden. Dabei wurde bei den Planungen auch schon die Möglichkeit berücksichtigt, dass auch aus dem Homeoffice gearbeitet werden kann. So wird es auch Büroräume geben, die von mehreren Personen im Wechsel benutzt werden.

    Das historische Landratsamt – ein „stadtbildprägendes Schmuckkästchen“

    „Es gibt bestimmte Gebäude in Dörfern, in Städten, die den Charakter des Dorfes/der Stadt ausmachen. Es sind oft die Kirchen. Es sind aber auch oft Gebäude wie dieses, das einfach zu St. Wendel gehört“, betonte Recktenwald. Zum einen wegen seiner schönen Fassade, zum anderen aber auch, weil es das erste eigene Landratsamt war, das es im Landkreis gab. Als der Landkreis 1835 entstand, kam das Landratsamt zunächst am Schlossplatz unter, dort wo später das Rathaus war. Danach, 1879, kam es in die Brühlstraße in das Gebäude, in dem sich heute der Posthof befindet. Der Landkreis hatte dieses Gebäude damals übrigens für 48.000 DM erworben und gewinnbringend für 60.000 DM an die Familie Bruch weiterverkauft, wie der Landrat berichtete.

    1899 wurde im Kreistag beschlossen, dass in der Mommstraße – damals Alleenstraße – ein neues Kreisständehaus gebaut werden soll. Der Bau des ersten eigenen Landratsamts begann. Am 04. Mai 1901 wurde es feierlich eingeweiht.

    Auch Nadine Schön bestätigte, dass das historische Gebäude das Bild der Stadt präge.

    Dr. Breitner vom Landesdenkmalamt nutzte den Termin, um Danke zu sagen: „Danke schön für das großartige Engagement des Kreistages und des Kreises selbst, sich so einer Herausforderung zu widmen.“ Denn wie der Landrat zuvor berichtete, war zunächst nur die Sanierung des Dachgeschosses vorgesehen. Dabei stellte sich allerdings heraus, dass weit umfangreichere Maßnahmen notwendig waren, da es Probleme mit der Decke gab. Wie der zuständige Architekt Bernd Brill schilderte, waren die Deckenbalken so beschädigt, dass die Decke aller Wahrscheinlichkeit nach in zwei Jahren runtergekommen wäre.

    Aus den ursprünglich bescheidenen Ansätzen, eine kleine Sanierung im laufenden Betrieb durchzuführen, wurde nichts. Mit einer begrenzten Sanierung im Obergeschoss wäre es nicht getan. „Die energetische Ertüchtigung, die Innenraumdämmung, die Erneuerung der elektrischen Installationen, Toiletten, all das hat dazu geführt, dass die Maßnahme wuchs“, erklärte Recktenwald. Zusätzliche bauliche Maßnahmen, wie Außenfassade, Brandschutztüren und die denkmalgeschützte Fassade kamen hinzu. Insgesamt kostet die Komplettsanierung nun 2,2 Mio. €. Diese werden Mitteln aus dem Denkmalschutzförderprogramm des Bundes bezuschusst.

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