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  • Donnerstag, 2. Juli 2020,

    Demo gegen Corona-Maßnahmen: Fragwürdige Rhetorik und obskure Behauptungen – Ein Kommentar

    Am vergangenen Sonntag fand die achte Demo gegen die Corona-Maßnahmen der Interessengemeinschaft Demo auf dem Schlossplatz statt. Wie der Veranstalter Dirk Zinnecker bei der am Sonntag zuvor veranstalteten Demo ankündigte, sollte diese „den Rahmen sprengen“. Mit dem Redner Dr. Bodo Schiffmann löste er das Versprechen ein. „Der wird jetzt gleich einen raushauen und das wird der Wahnsinn, da freu ich mich richtig drauf“, kündigte Zinnecker Schiffmann an. Und der hat einen rausgehauen – mehrmals.



    Wie schon bei gewissen Rednern zuvor, fiel auch bei Schiffmann auf, dass er von einem Thema ins nächste sprang und sich stellenweise einer äußerst fragwürdigen Rhetorik bediente. Zu Beginn kritisierte er die Impfpflicht für Masern und verharmloste die Krankheit. Dann berichtete er davon, dass Babys ab dem nächsten Jahr einen Chip bekämen. Dieser soll dann Reisepässe und ähnliches ersetzen. Soweit sei die EU mit ihren Gesetzesentwürfen bereits. „Und was mit Gesetzesentwürfen passiert, die da sind, haben wir gesehen. Es wird wegen einer Erkrankungswelle ein Ermächtigungsgesetz gemacht mit einer sehr cleveren Formulierung“, führte Schiffmann aus. Diese clevere Formulierung sei, „dass nicht das Krankheitsgeschehen die Pandemie beendet, sondern dass der Gesetzgeber beschließt, wann eine Erkrankungswelle vorbei ist“.

    Er berichtete von seinem Großvater, der zwei Weltkriege miterlebt und ihm davon erzählt habe sowie von dem handsignierten Exemplar von „Mein Kampf“ von Adolf Hitler, welches bei seinen Eltern zu Hause stehe. Dann sprach er von der NS-Zeit, der damaligen Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit, als ließe sie sich auf die Corona-Maßnahmen übertragen.

    Seine alte Welt sei eine heile Welt gewesen, „Bill Gates war für mich ein Menschenfreund“, so Schiffmann. Jetzt käme er sich vor wie im Film „Matrix“, er habe die falsche Pille genommen.

    Auch er, wie einige seiner Redner zuvor, leugnete die Existenz von Corona. „500.000 Tote in sieben Monaten, hallo? Das ist keine Pandemie, das ist Untersterblichkeit“, plärrte er in das Mikrofon. Dafür erhielt er Applaus. „9.000 Tote in Deutschland. So viele haben wir doch normalerweise in Deutschland in vier Tagen“, spielte er die Opferzahlen, die das Virus bereits forderte, runter. Eine respektlose Haltung, vor allem den Menschen gegenüber, die Angehörige an das Virus verloren haben. Er selbst sagte zuvor über die Opfer, dass sie sowieso älter als die durchschnittliche Lebenserwartung gewesen seien.

    Es folgten „Spendenaufrufe“, Kritik an den Maßnahmen, Kritik an den Medien, ein Aufruf dazu, Theorien von einer Webseite zu kopieren, tausendmal auszudrucken und in Briefkästen zu verteilen, Kritik an den Masken und weitere dubiose Aussagen. Hier das Video davon:

    Fazit:

    Bei der „Demo gegen die Corona-Maßnahmen“ scheinen der Veranstalter sowie die Redner nicht mitbekommen zu haben, dass die Maßnahmen kontinuierlich gelockert werden. Dafür wird die Bühne nach wie vor für gefährliche, manipulative Behauptungen und obskure Theorien genutzt.  

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