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  • Freitag, 19. Juli 2019,

    Bostalsee: Erfahrungsbericht Stand-up Paddling – unsere Redakteurin hat den Trendsport ausprobiert

    „Prinzipiell kann man auf diesem Board alles machen, es gibt Wettläufe, SUP-Polo und wer ganz irre ist, macht sogar Yoga auf dem Board.“ Yoga?! Dabei bin schon froh, wenn ich nicht im hohen Bogen von dem Brett in den 22 Grad warmen Bostalsee fallen. Aber gut, deshalb geht man ja auch in einen Kurs. Die werden einem schon beibringen, wie man möglichst nicht öfter in den See fällt, als man auf ihm steht. 

    Stand-up Paddeln hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Trendsport entwickelt. Dabei ist das gar nichts so Neues, wie Surflehrer Karl dem Kurs erzählt. Früher haben die Polynesier schon Waren auf einem großen Brett mit Paddel transportiert. Dann ist es lange Zeit in Vergessenheit geraten, bis sich Surflehrer irgendwann dachten, dass es praktischer ist, wenn sie auf dem Brett stehen, da sie durch die erhöhte Position auf dem Board einen besseren Überblick über die Surfschüler hatten. Daraus entwickelte sich in Amerika um 2000 herum ein eigenständiger Sport, der es mittlerweile auch zu uns geschafft hat. 

    Vor allem als Freizeitsport ist das aufrechte Paddeln auf einem schwimmfähigen Board sehr beliebt. Deshalb bietet die S.A.L.T. Surfschule am Bostalsee auch Kurse an, bei denen man die richtige Technik lernt, um auch auf dem Brett stehen zu bleiben. 

    Immer wenn ich auf Instagram jemanden beim Stand-up Paddeln sah, wollte ich es auch unbedingt ausprobieren. Aber dann geriet es wieder in Vergessenheit. Bis ich feststellte, dass man dazu gar nicht unbedingt nach Berlin oder München reisen muss, sondern einfach an den Bostalsee. Also melde ich mich spontan zum Kurs an und schwups stehe ich auch schon in Badekleidung am Ufer der Surferbasis. 

    Nach einer kurzen theoretischen Einführung werden auch schon die Bretter ins Wasser gehievt und es geht los aufs Wasser. Erst einmal wird das Klettband am Fuß befestigt, damit sich niemand zu weit von seinem Board entfernt, wenn die Anziehungskraft des Wassers doch stärker werden sollte. Kaum knie ich auf meinem Board, nutzt der erste das System auch schon. Ist halt doch wackeliger, als man denkt. Also erst einmal knien und sich an das Schaukeln gewöhnen, bevor ich mich hinstelle. Ich will ja schließlich nicht die Nächste sein. Nachdem ich mich dann traue aufzustehen, steche ich mein Ruder genau wie wir es gelernt haben in den See und fahre zielstrebig in die falsche Richtung. Prima – das klappt ja super. Aber nicht aufgeben, das wird schon. Karl zeigt mir also gleich wie man wendet und ich paddele wieder weiter in die geplante Richtung. Mit jedem Paddelschlag werde ich sicherer und bekomme ein besseres Gefühl für das Board. Ist doch gar nicht so schwer. 

    Blöd nur, dass wir mit dem Lernen noch nicht fertig sind. Jetzt zeigt uns Karl Wendemanöver, erst das „c“ und dann das Wenden übers Heck. Kaum steche ich das Paddel hinter mir ins Wasser fall ich auch schon rein. Na super! Wie ein begossener Pudel klettere ich wieder auf mein Board. Das ist erstaunlich einfach, weil die Bretter schon ziemlich stabil sind. Also auf zu einem neuen Versuch. Jetzt bin ich ja sowieso nass, da ist es sowieso egal. Und siehe da, es klappt. Also können wir jetzt damit starten eine Tour quer über See zu fahren. Auf der Strecke lerne ich auch schnell die richtige Technik, wie ich Beine, Rumpf und Arme gemeinsam bewegen muss, um geschickt übers Wasser zu gleiten. 

    Und während ich so dahinschippere bemerke ich, wie ich immer entspannter werde. Richtig meditativ eigentlich, wenn man so über den See paddelt. Irgendwie schön, aber so hatte ich mir das mit dem Sport nicht vorgestellt. Also Schlagzahl erhöhen und mit Speed ab übers Wasser. Autsch, das geht ja richtig in die Arme. Aber dazu ist ja Sport auch da. Und meine Rumpfmuskulatur merke ich auch schnell. Also vielleicht doch ein bisschen langsamer, ich will ja die 2 Stunden auch aushalten und nicht vorher schlapp machen. 

    Zuerst schickt Karl uns aber sowieso mal zu einer Trinkpause, denn für Ungeübte wird es schnell zu anstrengend und es soll ja niemand auf dem Wasser verloren gehen. Nach der Pause verkleinert sich die Gruppe dann etwas, aber ein Teil tollt noch weiter auf dem Bostalsee herum. Vor allem nachdem es etwas zu regnen beginnt, haben wir den See fast für uns alleine und genießen die Freiheit. 

    Ein geniales Gefühl, dass mich auch den Muskelkater am nächsten Tag vergessen lässt. Um Yoga auf dem SUP-Board zu machen, muss ich dann aber doch noch ein bisschen üben. 


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