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  • Mittwoch, 16. Oktober 2019,

    Autoren aus dem Landkreis: Buchvorstellung „Als der Engel seine Flügel weitergab“- Ein Interview mit Autorin Lisa Scherer

    Im vergangenen Jahr haben wir über das Schicksal der Familie Scherer aus Urweiler berichtet und euch erzählt wie der kleine Lennard seinem Bruder Matheo mit Hilfe einer Knochenmarkspende das Leben gerettet hat.  Der 2-jährige Matheo litt unter einem seltenen Gendefekt namens I-PEX, einer schweren Fehlsteuerung des Abwehrsystems. (https://wndn.de/urweiler-wie-der-kleine-lennard-seinem-bruder-das-leben-rettete-ein-interview-mit-mutter-lisa-s/)

    Heute, fast ein Jahr später, haben wir mit Mutter, Lisa Scherer, die ein Buch, über die wohl schwierigste Zeit im Leben ihrer Familie verfasst hat, gesprochen. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, dann schaut euch das folgende Interview mal genauer an:

    Lisa, wie erging es dir und deiner Familie seitdem wir im Dezember 2018 über eure besondere Geschichte berichtet haben? Wie geht es euch heute? 

    „ Seit unserem letzten Interview gab es einige Veränderungen in unserem Leben, besonders bei Matheo. Am 31.12.2018 hat er damit begonnen von sich aus zu essen und das war natürlich der tollste Start ins neue Jahr. So konnte ich ihm schon am 4. Januar 2019 die Magensonde ziehen, so dass er von da an Stück für Stück immer besser und problemloser essen und trinken konnte. Das war wirklich ein Riesenschritt für uns. Eigentlich gingen wir davon aus, dass wir in 2019 innerhalb eines stationären Aufenthaltes bei der Magensondenentwöhnung unterstützt werden müssen, aber glücklicherweise konnten wir uns das sparen, denn das hat der kleine Kämpfer ganz alleine gepackt.
    Trotz all dem Positiven muss man natürlich dazu sagen, dass all die Gedanken an das, was in den letzten Jahren geschehen ist, immer noch sehr präsent sind und auch immer noch eine große Rolle in unserem Leben spielen. Wir haben zwar nicht mehr diese Riesensorgen um Matheo und können ihn auch beruhigt in den Tag starten lassen, aber wenn wir beispielsweise zu unseren Routineuntersuchungen nach Freiburg müssen, die aktuell drei Mal jährlich stattfinden, dann haben wir einfach ein unangenehmes, unwohles Gefühl im Magen. Auch die ganzen Erinnerungen, die hochkommen, wenn wir wieder in der Klinik sind, machen nachdenklich und lassen alles Geschehene revue passieren. Man läuft vor Ort über die Stationen, besucht die Menschen, die man dort kennenlernte, zeigt wie gut Matheo sich entwickelt hat und gleichzeitig denkt man an die schlimmste Zeit seines Lebens zurück, als man vor knapp zwei Jahren genau dort ein Kind im Arm hielt, das mehr tot als lebendig war. Wir versuchen die positiven Entwicklungen immer den Fokus zu rücken, aber das ist eben nicht immer so einfach.
    Trotz allem verliefen alle Untersuchungen in Freiburg bisher gut, die Blutwerte sind komplett unauffällig und Matheo gilt hoffentlich ab Oktober 2019 als gesundes, geheiltes Kind.
    Heute geht es uns wirklich super. Wir haben zwei gesunde lebendige Kinder. Matheo hat sich so toll entwickelt und Lennard ist ein wundervoller großer Bruder. Die üblichen Geschwisterstreitigkeiten gibt es natürlich auch bei uns, aber das ist ganz normal. Ansonsten gehen die beiden wirklich sehr liebevoll miteinander um. Wenn wir als Eltern unsere beiden Söhne anschauen sind wir einfach nur unendlich stolz auf Matheo, unseren kleinen Kämpfer und Lennard, unseren großen Held.“

     Es ist toll zu hören, dass sich alles in eine so gute Richtung entwickelt hat. Das freut uns alle sehr. Lisa, du hast dir nun den Traum vom eigenen Buch erfüllt. Wie kam es dazu?

    „ Ich gehöre nicht zu den Menschen, die schon länger diesen Traum hatten. Als wir letztes Jahr vier Wochen in Kur waren, kam mir die Idee ein Buch zu schreiben. Diesen Gedanken sprach ich auch sofort aus und sagte meiner Familie“ So, ich werde ein Buch schreiben!“ Erst wurde ich von manchen Seiten belächelt, weil das natürlich nicht so einfach ist und man sich als Laie nur ansatzweise vorstellen kann welche Arbeit hinter all dem steckt.
    Als wir aus der Kur zurückkamen, habe ich direkt damit begonnen mich intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen und zu recherchieren bevor ich dann mit dem Schreiben begonnen habe. Die letzten 14 Monate habe ich mein Buch geschrieben und darauf bin ich sehr stolz. Es ist ein unglaubliches Gefühl sein eigenes Buch in den Händen zu halten.“

    Glückwunsch! Der Titel deines Buches lautet „Als der Engel seine Flügel weitergab- von zwei Brüdern und ihrer besonderen Verbindung“. Was kannst du uns über dein Buch erzählen? 

    „Das Buch spiegelt die Geschichte unserer Familie und das Schicksal unserer Söhne mit sämtlichen Höhen und Tiefen wieder. Die Bilder, die ich in mein Buch integriert habe veranschaulichen wie extrem die Situationslage tatsächlich war. In dem Buch gewähre ich tiefe Einblicke in mein Innerstes und meine Seele. Meine Trauer, meine Ängste, meine Gedanken, all dies ist Teil dieses Buch und dahinter stehe ich voll und ganz.“

    Was genau hat dich dazu bewogen ein Buch zu schreiben? 

    „Ich möchte den Menschen, die sich für unser Schicksal interessieren, mit Hilfe meines Buches zeigen was wir durchgemacht haben, wie hart und steinig unser Weg war, wie oft die Überlebenschancen für Matheo sehr kritisch und fraglich waren und dass es trotz alledem heute aber ein Happy End gibt. Wir sind so stolz, dass wir diesen Weg und diese Zeit gemeinsam gemeistert haben und hoffen, dass wir Menschen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, Mut machen können nie aufzugeben, immer an seine Kinder zu glauben und stets nach vorne zu schauen.
    Ich würde mich auch freuen Menschen erreichen zu können, die uns vielleicht nicht kennen und die sich gerade in einer Lebenssituation befinden, in der ihnen der Gedanke an ein Happy End gut tut. Ich wünsche mir, dass mein Buch den Menschen Hoffnung gibt und verdeutlicht, was man erreichen kann, wenn man als Familie zusammenhält und gemeinsam stark ist.“

    ❌Wir waren heute zu Besuch bei Lisa Scherer👨‍👩‍👦‍👦❌Ihre Familie war die erste, die wir als Verein besucht haben. Ihr Geschichte hatte uns damals schon sehr gerührt – ihr erfahrt alles darüber im Video unten ⬇️🎬➡️Fast ein Jahr später, haben wir Lisa zu Hause besucht, um zu erfahren, wie es ihrer Familie heute geht und wie die Dinge sich entwickelt haben.📚Über ihre Geschichte hat sie sogar ein Buch geschrieben. „Als der Engel seine Flügel weitergab“ – eine wahre Geschichte, die traurig, glücklich und vor allem Mut macht. ❤️Vielen Dank für deine Offenheit, liebe Lisa❗️Wir wünschen dir und deiner Familie weiterhin nur das Beste. 😊❤️

    Gepostet von Ally hilft – Handeln statt hoffen e.V. am Dienstag, 1. Oktober 2019
    In diesem Interview mit dem Verein „Ally hilft“ spricht Lisa Scherer ganz offen über die Geschichte ihrer Familie.

    Lisas Buch könnt ihr hier in Taschenbuchform oder auch als Kindle-Version erwerben:

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