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  • Mittwoch, 31. Januar 2018,

    Arbeitsmarkt im Landkreis boomt: Niedrigster Januararbeitslosenstand seit 18 Jahren

    St. Wendel. Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis ist im Januar allein aus jahreszeitlichen Gründen gestiegen. Mit 1.653 lag sie um 146 über dem Dezemberstand. Damit ist der niedrigste Januarwert sein 18 Jahren zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken (minus 12,2 Prozent). Neben der registrierten Arbeitslosigkeit galten 1.074 Personen nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren (s. Ausführungen zur Unterbeschäftigung).
    Die Arbeitslosenquote lag bei 3,5 Prozent, das waren 0,5 Prozentpunkte weniger als vor einen Jahr.

    Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:

    Landkreis St. Wendel: 3,5 Prozent
    Landkreis Merzig-Wadern: 4,6 Prozent
    Landkreis Saarlouis: 5,1 Prozent
    Saarpfalz-Kreis: 5,2 Prozent
    Landkreis Neunkirchen: 7,4 Prozent
    Regionalverband Saarbrücken: 9,4 Prozent

     In dem Anstieg zum Jahresbeginn sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, in erster Linie eine Reaktion auf saisonale Einflüsse: „Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende und das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft machten sich im Januar bemerkbar. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gab es weniger zu tun, viele Außenarbeiten ruhten“, so Haßdenteufel. Insgesamt spricht der Agenturleiter von der saisontypischen Durchgangsarbeitslosigkeit, die mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut sein sollte. „In der Regel handelt es sich hierbei für die Betroffenen um eine vorübergehende Arbeitslosigkeit. Wer qualifiziert ist und nah am Berufsleben steht, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Gut ausgebildete Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht.“
    Laut Arbeitsagentur ist die Beschäftigung in den letzten Jahren konstant gewachsen und die saarländischen Unternehmen melden dauerhaft viele Stellen. Für 2018 rechnet der Leiter der Arbeitsagentur daher mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigung.

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung
    Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 125 auf 814 gestiegen, das waren 4,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im aktuellen Monat waren 466 Männer und 348 Frauen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.
    Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit rund 110 Personen auf Vorjahresniveau.
    Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei rund 370. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig erhöht (plus 15).

    Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose
    Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises ist im Januar geringfügig gestiegen (plus 21 auf 839). Damit um sie deutlich unter dem Vorjahreswert (minus 18,5 Prozent). 361 Frauen und 478 Männer waren im aktuellen Monat arbeitslos gemeldet. Bei den Frauen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent, bei den Männern um 14,6 Prozent gesunken. Jugendarbeitslosigkeit war im Zuständigkeitsbereich des Jobcenter nicht vorhanden.
    230 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 27,4 Prozent an allen Arbeitslosen. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um ein fast Viertel reduziert werden.
    Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit knapp 300 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 35,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 23 Prozent.

    Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)
    Die Unterbeschäftigung lag im Kreis St. Wendel im Januar mit 2.730 Personen um 200 unter dem Vorjahresniveau. Unter den Unterbeschäftigten waren 1.653 Menschen arbeitslos und 1.070 galten nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren. Darunter befanden sich rund 260 Personen in einer Fördermaßnahme für Flüchtlinge. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 61 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde damit durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um 39 Prozent entlastet.

    Definition Unterbeschäftigung
    In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

    Stellenmarkt
    Im Januar haben die Unternehmen der Region 183 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, 50 mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind noch 800 offene Stellen gemeldet.

    Besonders viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden derzeit in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

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