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  • Sonntag, 25. November 2018,

    Alsweiler: „Wir vermöbeln Flugzeuge!“ – „Flugzeugmöbel.de“ stellt sich vor

    Alsweiler: Was benötigt man um ein junges, erfolgreiches Start-Up- Unternehmen aufzubauen? Wie wäre es mit einer ordentlichen Portion Leidenschaft für Luftfahrt und Technik, kreativem, handwerklichem Geschick und einer außergewöhnlichen Idee für Interieur-Design? Genau das haben die Berufs- und Hobbypiloten Marius Krämer und Julian Schneider umgesetzt. Getreu der Devise „Upcycling“ hauchen sie ausrangierten Flugzeugteilen neues Leben ein, indem sie diese in moderne, innovative Möbelstücke verwandeln. Bei ihrer Arbeit legen sie großen Wert auf hochwertige Qualität und besonderes Design. Von Beistell-, Schreib- und Esstischen, über Lampen und Sitzmöbel, bis hin zu (Wand)-bars und Trolleys, kann der Kunde die unterschiedlichsten Design-Möbelstücke, mit dem gewissen Etwas, erwerben.

    „Unsere Begeisterung für die Luftfahrt bringt nicht nur technisches Verständnis mit Blick auf die Details verarbeiteter Materialien mit, sondern auch Liebe für das verwendete Flugzeug. Auch wenn wir unser Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht haben, ist es für uns immer schwierig, von speziellen Teilen loszulassen, aber wir freuen uns über jedes Flugzeugteil, das ein neues Zuhause findet.“, so Marius Krämer, Gründer von „flugzeugmöbel.de.“

    Im folgenden Interview könnt ihr mehr über „flugzeugmöbel.de“ erfahren:

    Wer gehört zu dem Team von Flugzeugmöbel.de?
    Julian: „Unser Team setzt sich wie folgt zusammen: Da hätten wir Marius Krämer, 25 Jahre alt, er ist Berufspilot sowie Gründer und Geschäftsführer der Wilco Design GmbH. Er hat die Marke „flugzeugmöbel.de“ ins Leben gerufen. „Wilco“ ist übrigens die Abkürzung, die in der Fliegersprache für den Satz „I understood your order and I will comply“ (zu deutsch: Ich habe Ihren Befehl verstanden und ich werde mich daran halten), gebraucht wird. Des Weiteren hätten wir da noch Tobias Backes, 28 Jahre alt. Er ist unser Head of Sales, Leiter Kommunikation und Vertrieb. Er ist das Bindeglied zwischen Kunden, Büro und Fertigung. Unsere Mitarbeiter der Fertigung sind neben Marius Krämer noch Sascha Gillen, 25 Jahre, Werkzeugmechaniker und Moritz Seuberth, 22 Jahre, Student Maschinenbau. Unser Maskottchen und Aufpasser ist der 1,5-jährige Malinois Zeus. Zuletzt hätten wir da noch mich, Julian Schneider, 36 Jahre alt, Hobbypilot und ebenfalls Geschäftsführer. Marius und ich waren im gleichen Fliegerclub in Basel. Er führte nach seiner Ausbildung zum Verkehrspiloten einen Flugsimulator und ich arbeitete dort nebenbei als Instruktor. So haben wir uns 2015 kennengelernt. Ich bin eher der Theoretiker mit wirtschaftlichem Background und Marius der Pragmatiker, somit ergänzen wir uns perfekt. Seit 2017 arbeiten wir gemeinsam als Geschäftsführer. Letztes Jahr haben wir eine Auszeichnung der Bundesregierung, der sogenannten „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“, erhalten. Diese Initiative fördert Startups mit innovativen Ideen. Innerhalb dieses Netzwerkes bin ich mittlerweile auch als Coach und Jurymitglied tätig. Wir alle sind ein gutes Team, das Hand in Hand arbeitet.“

    Was macht euch an eurer Arbeit am meisten Spaß?

    Tobias: „Es ist immer wieder sehr erfüllend, wenn man großen Dank und Lob für unsere Arbeit erfährt. Wir sind zufrieden, wenn unsere Kunden zufrieden sind. Wenn wir Bilder von glücklichen Kunden erhalten, die uns zeigen, wo unsere Unikate stehen/hängen.“

    Julian: „Einerseits ist es für mich der Bezug zur Luftfahrt, andererseits ist es einfach super zu sehen, wie das besondere Möbelstück in den Raum passt und diesen verschönert. Ich würde es sehr schade finden, wenn diese Teile, die wir verwenden, verschrottet werden müssten. Natürlich kann es vorkommen, dass unsere Kunden, je nach Artikelwunsch, auch mal mehrere Monate Wartezeit in Kauf nehmen müssen, aber dies stellt für unsere Kunden trotzdem keinen Grund dar, von einer Auftragserteilung abzusehen, im Gegenteil. Dies unterstreicht nochmals die Besonderheit und die handgefertigte deutsche Qualität. Für mich ist das ein wahrer Traumjob. Wenn ich das Strahlen in den Augen unserer Kunden sehe, wenn sie erkennen, was wir aus einem ausgedienten Flugzeugteil erschaffen konnten, das ist genial. Viele Kunden kommen aus der Flugbranche und haben deshalb natürlich auch einen besonderen Bezug zu unseren einzigartigen Artikeln. Bei dem ein oder anderen Kunden erleben wir aber auch immer wieder Überraschungsmomente, wenn wir erklären, dass wir wirklich Originalflugzeugteile verwenden.“

    Tobias: „Wir möchten aber nicht nur den speziellen Kundenkreis der Flugbranche ansprechen, sondern auch die Allgemeinheit. Vielleicht sogar speziell diese, um die Besonderheit und Schönheit der Fliegerei zu verdeutlichen.“

    Woher stammen die Teile, die ihr verwendet?

    Julian: „Die Teile stammen von Firmen, die „end of life cycle processing“ betreiben. Immer häufiger aber auch von den Airlines direkt. Damit das passiert, muss wirklich ein großes Vertrauen bestehen. Als „Normalo“ ohne Beziehungen, würde man an solche Teile gar nicht herankommen. Aber auch Hersteller, die sogenannte 0-Serien in der Regel einstampfen müssen. Diese treten an uns heran und sind froh, dass daraus noch etwas so Schönes und Sinnvolles entstehen kann. Dabei kommen auch Deals zustande, wie beispielsweise der Konferenztisch für eine sehr bekannte deutsche Airline, der nun das Headquarter dieser schmückt. Eines unserer einschränkenden Hauptkriterien ist es, dass die Flugzeugteile nicht deformiert sein dürfen. Die Teile sollen noch in ihrem Ursprungszustand erkennbar sein. Diesen Teilen dann ein neues Leben zu schenken, bereitet uns immer wieder große Freude.“

    Marius: „Ja genau, es ist eine unglaubliche Freude, alten Flugzeugen ein „zweites Leben“ zu ermöglichen. Wir nehmen manchmal auch lange Distanzen und Wartezeiten in Kauf, um ausgewählte Flugzeuge einerseits selbst zu zerlegen, andererseits zu erhalten. Unser Ziel ist es, ausschließlich Teile stillgelegter Maschinen zu verwenden, die nicht mehr einsatzfähig sind. Unserer Meinung nach sollte alles, was noch fliegen kann, so lange wie möglich in der Luft bleiben. Selbstverständlich und das ist uns ganz wichtig, verwenden wir niemals Material aus Flugunfällen, insbesondere nicht, wenn Menschen verletzt wurden. Dies finden wir pietätlos und machen es deshalb nicht. Dies versprechen wir.“

    Wodurch zeichnen sich eure Möbelstücke maßgeblich aus?

    Julian: „Unsere einzigartigen Designs sprechen nicht nur Flugzeugenthusiasten an. Alle unsere Kunden verbindet eine ausgeprägte Vorliebe für außergewöhnliche Designstücke. Unsere Möbel sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch extrem langlebig, denn wir verwenden, wie bereits erwähnt, ausschließlich Original-Flugzeugteile aus hochwertigen Luftfahrtmaterialien. Alle Stücke bringen eine Geschichte mit und sagen oft über ihre Patina sehr viel aus. Wieviel von dieser Patina nachher zu sehen sein soll, darf der Kunde frei wählen. So manche Riefen sind jedoch nicht zu „verschönern“. Aber gerade diese Patina ist es, was unsere Kunden wollen, sonst wäre es ja „nur ein Flugzeug oder nur ein Stück Blech.“

    Tobias: „Nahezu alle Möbel sind Unikate, Einzelanfertigungen. Oftmals rufen mich die Kunden an, wissen grob, was sie haben möchten und wir kreieren gemeinsam ein besonderes Exponat. Dabei versuche ich so viel wie möglich über meinen Kunden und den Stellplatz zu erfahren. Je mehr ich weiß, desto besser kann ich auf die Wünsche meiner Kunden eingehen, Tipps geben und schlussendlich diese glücklich machen. Dies schätzen sie sehr und nehmen sich gerne Zeit dafür. So lernt man sich auch zeitgleich irgendwie besser kennen. Es ist nicht bloß ein Kunde und das ist in unserer heutigen Zeit sehr selten der Fall.“

    Was sind eure Lieblingsstücke und warum?

    Julian: „Der Cockpitscheiben-Couchtisch Gulfstream G200. Die Cockpitscheibe, die plötzlich zum reinen Designstück wurde. Dies war eine neue Ära für Marius und mich.

    Tobias: „Ich finde alles cool, da ich zuvor als Vertriebsleiter für Food tätig war. Dinge, die jeder benötigt. Heutzutage darf ich Dinge verkaufen, die absolut niemand benötigt, aber jeder cool findet! Wenn ich mich jedoch festlegen müsste, dann mein Schreibtisch aus einer Antonov AN-2, einem russischen Arbeitstier. Dieser ist für mich persönlich etwas ganz Besonderes, denn dieses Flugzeug haben wir zu 4. innerhalb von 2 Tagen in Ungarn selbst zerlegen dürfen. Ich war damals noch nicht einmal Teil des Teams, jedoch wurde da der Grundstein gesetzt. Es war damals ein reiner Freundschaftsdienst und zugleich ein Abenteuer, für das viele vermutlich sogar Geld zahlen würden. Dadurch habe ich zu diesem Möbelstück einen persönlichen Bezug entwickelt. Daran darf ich mich täglich erfreuen.“

    Julian: Unsere Produkte braucht niemand, aber sie gefallen den Leuten. Es sind Luxusartikel, das steht außer Frage, aber alles hat seinen Wert. Auf Preisdiskussionen lassen wir uns nicht ein. Wir wollten uns verwirklichen und etwas Besonderes schaffen, was uns auch, glaube ich, gelungen ist.“

    Also gehören ausschließlich wohlhabendere Personen zu eurem Kundenstamm?

    Tobias: „Wir möchten keine gezielte Klientel ansprechen. Wir haben eine Vielzahl verschiedenster Interessenten und einen breit gefächerten Kundenkreis. Meistens sind unsere Kunden Personen, die fest im Leben stehen. Von der Ehefrau, die ihren Mann überrascht, über den Geschäftsführer eines Unternehmens, den Arbeiter bis hin zum Rentner, der sich etwas gönnt. Dabei unterscheiden wir nicht, wer sich meldet und oder was er bestellt. Ich behandele jeden Kunden absolut gleich. Schön ist es, dass die meisten Kunden immer und immer wieder bestellen.“

    Julian: „Das soll nicht wertend sein, das bringt einfach die Natur unserer Teile mit sich, denn der Weg vom unscheinbaren Rohteil zum glanzvollen Design-Möbelstück ist sehr kosten- und zeitintensiv. Die Menschen, die der Meinung sind, dass unsere Produkte zu teuer sind, haben das gute Recht, so zu denken, aber auch für diese Kunden haben wir etwas Passendes. Unser günstigstes Produkt beginnt bei wenigen Euro. Ich sage immer, man muss etwas durchgeknallt und verrückt sein, um diese einzigartigen Produkte zu schätzen. Es ist toll, wenn Leute darauf sparen, ein ganz besonderes Möbelstück zu haben. Das ehrt uns und unsere Arbeit.“

    Tobias: „Es ist immer wieder ein Highlight für viele unserer Kunden, wenn sie zu uns eingeladen werden und wir uns wirklich Zeit nehmen, um Ihnen unsere heiligen Hallen, die Rohteile und später das fertige Möbelstück zu präsentieren. Erwachsene Personen freuen sich wie kleine Kinder, wie wenn Weihnachten, Geburtstag und Ostern auf einen Tag fallen würden. In der Regel wollen die Meisten direkt selbst mit anpacken. Wichtig dabei ist, dass das Verständnis zum Preis danach viel größer ist. Dabei bekommen wir auch immer wieder Fragen wie „Was, so sieht das jetzt aus und nachher soll das daraus entstehen?“ und „Ihr macht das alles von Hand?“ gestellt.

    Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

    Julian: „Wir möchten uns kontinuierlich weiterentwickeln, verbessern, erneuern und langsam wachsen. Die Produktideen gehen uns dabei nicht aus, da bin ich mir sicher. Es ist wichtig, dazu zu lernen und offen gegenüber Neuem zu sein. Der Markt verändert sich. In Deutschland und den angrenzenden Ländern haben wir bereits einen guten Ruf, den wir unbedingt wahren möchten. Gerade in den letzten beiden Jahren haben wir unseren Bekanntheitsgrad enorm gesteigert. Großes entsteht ja bekanntlich im Kleinen.“

    Tobias: „Hoffentlich sind wir mindestens genauso glücklich wie jetzt. Am besten in einer neuen Halle, die unseren Anforderungen und Bedürfnissen gerecht wird. Und ganz wichtig: unsere Marke soll nicht nur als deutsche Marke bekannt werden, sondern als deutsche Marke, mit dem saarländischen Charme und der Offenheit, die wir Saarländer haben. Wir können auf unsere saarländischen Marken sehr stolz sein!“

    Was ratet ihr (jungen) Unternehmern, die ihre Träume in die Tat umsetzen wollen?

    Julian: MACHEN! Natürlich benötigt man ein gutes Konzept, aber man muss nicht warten, bis die große Idee kommt, sondern einfach beginnen. Auch wenn es das Produkt schon gibt, einfach anfangen und die Idee weiterentwickeln und besser sein. Viel Erfolg dabei!“

    Tobias: „Das Wichtigste meiner Meinung nach: egal welche Idee man hat, man sollte für das Produkt brennen! Seitenhiebe und andere Meinungen wird es dabei immer geben! Und das ist auch gut so!“

    Möchtet ihr noch etwas Abschließendes sagen?

    Julian, Marius und Tobias: „Wer entweder Interesse hat vorbeizuschauen oder Flugzeuge zu vermöbeln, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen.“

    Nähere Informationen findet ihr unter: www.flugzeugmöbel.de

     „Erfolg kommt dann, wenn man tut, was man liebt.“ [spruchwelt.com]

     

    Video – Wir sind zu Besuch bei Flugzeugmöbel.de

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