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  • Donnerstag, 31. Januar 2019,

    Ablenkung am Steuer – Das Wichtigste zu den möglichen Gefahren und Sanktionen

    Abrupte Lenkbewegungen, schlechtes Halten der Spur, nicht losfahren, wenn die Ampel grün wird – derartige Manöver lassen sich heutzutage leider immer öfter im Straßenverkehr beobachten. Der Grund: Ablenkung am Steuer. Welche alltäglichen Handgriffe bereits übermäßig ablenken und wie gefährlich das werden kann, lesen Sie hier.

    Eine Untersuchung des Allianz-Zentrums für Technik (AZT) ergab, dass Ablenkungen während der Fahrt gefährlicher sind, als sich unter Alkoholeinfluss hinter das Steuer zu setzen. So starben in ganz Deutschland im Jahr 2016 etwa 250 Menschen bei durch Trunkenheit verursachten Autounfällen. 100 Menschen mehr kamen dagegen aufgrund technischer Ablenkungen ums Leben. Die Gesetzeslage hat daraufhin reagiert und die Sanktionen für Handys am Steuer erhöht.

    Gesetzliche Regelung: Handys verboten!

    Immer häufiger sieht man Autofahrer, die trotz hoher Geschwindigkeiten nebenbei auf ihr Handy schauen. Dabei unterschätzen sie zum einen die damit einhergehenden Gefahren und zum anderen überschätzen sie ihre eigenen Fähigkeiten. Die Handynutzung am Steuer ist nicht umsonst gesetzlich verboten und zieht beim Erwischt Werden bzw. bei einem Unfall zahlreiche Konsequenzen nach sich. Die folgende Tabelle zeigt die seit 2017 geltenden Bußgelder.

    Vergehen Bußgeld (in Euro) Punkte im Fahreignungsregister (Punkte in Flensburg) Fahrverbot
    Nutzung des Handys beim Führen eines Kfz 100 1
    … mit Gefährdung 150 2 1 Monat
    … mit Sachbeschädigung 200 2 1 Monat
    Nutzung des Handys beim Fahrradfahren 55

     

    Aufs Handy schauen: Jede Sekunde ist gefährlich!

    Wird ein Hindernis oder eine unerwartete Situation auf der Straße bemerkt, kommt das Auto in der Regel nicht sofort zum Stehen. Zum einen benötigt der Fahrer eine gewisse Reaktionszeit, ehe er bremsen kann. Zum anderen legt das Kfz noch einige Meter Bremsweg zurück – je nachdem, mit welcher Geschwindigkeit es zuvor unterwegs war.

    Grundsätzlich geht man von einer Reaktionszeit von maximal einer Sekunde bei einem aufmerksamen Fahrer aus. Um herauszufinden, welchen Weg der Wagen innerhalb dieser Sekunde zurücklegt, benötigt man die Formel:

    Reaktionsweg in Metern ≈ (Geschwindigkeit ÷ 10) x (3 x Reaktionszeit in Sekunden)

    Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h und einer Reaktionszeit von einer Sekunde legt das Fahrzeug somit immer noch etwa 15 Meter zurück, bevor der Fahrer überhaupt bremst. Ist der Fahrzeugführer jedoch abgelenkt und benötigt zum Beispiel drei Sekunden Reaktionszeit, fährt das Auto bei derselben Geschwindigkeit bereits 45 Meter ungebremst weiter. Selbst wenn der Fahrer also für nur wenige Sekunden auf sein Smartphone statt auf die Straße schaut, fehlen wertvolle Meter, die einen Auffahrunfall oder Ähnliches möglicherweise hätten verhindern können.

    An dieser Stelle ist wichtig zu bedenken, dass auch der Bremsweg immer einige Meter in Anspruch nimmt. Bei 50 km/h beträgt der übliche Bremsweg 25 Meter, bei einer Gefahrenbremsung sind es immer noch etwa die Hälfte: 12,5 Meter.

    Ablenkungen: Nicht nur das Handy ist schuld!

    Grundsätzlich wirken jedoch nicht nur Smartphones ablenkend während der Fahrt. Alles, was ein Wegschauen von der Fahrbahn verursacht, kann eine gefährliche Ablenkung darstellen. Somit sollten auch alltägliche Handgriffe, wie das Umschalten am Radio oder das Einlegen einer CD, während der Fahrt weitestgehend vermieden werden. Essen, Trinken und Rauchen am Steuer können die Reaktionszeiten des Fahrers ebenfalls verlängern, wenngleich hierfür noch kein Bußgeld vorgesehen ist.

    Auf die meisten wirkt außerdem eine laute Geräuschkulisse störend. Wer mit vielen Insassen im Auto unterwegs ist, sollte sie daher um Ruhe bitten. Genauso kann das Fahren unter starken Emotionen gefährlich werden. Wer sehr traurig oder wütend nach einem aufwühlenden Gespräch ist, ist weniger aufmerksam im Straßenverkehr.

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