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  • Freitag, 31. Mai 2019,

    Landkreis St. Wendel: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Mai 2019

    • Arbeitslosigkeit über Vorjahresniveau
    • Arbeitskräftenachfrage niedriger als im Vorjahr
    • Noch mehr als 280 freie Ausbildungsplätze

    1.585 Frauen und Männer waren im Mai 2019 im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldet, fast genauso viele wie im April und 98 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent, genauso hoch wie im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte in der Quote und um 98 Personen in der absoluten Zahl.

    Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

    Landkreis St. Wendel: 3,3 Prozent

    Landkreis Merzig-Wadern: 3,9 Prozent

    Landkreis Saarlouis: 4,6 Prozent

    Saarpfalz-Kreis: 4,8 Prozent

    Landkreis Neunkirchen: 6,6 Prozent

    Regionalverband Saarbrücken: 8,7 Prozent

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

    Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Mai bei 770, das waren 87 mehr als vor einem Jahr. Für den Anstieg sind auch konjunkturelle Faktoren verantwortlich. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 1 auf 72 im Vergleich zum Monat April. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um 22 verringert. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 388. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 16 und gegenüber dem Vorjahr um 69 erhöht.

    Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

    Das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnete im aktuellen Monat einen Rückgang der Arbeitslosigkeit (minus 9 auf 815). Damit lag sie um 11 über dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist derzeit im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden. 247 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 28 erhöht. Weniger als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Mai 262. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 16,8 Prozent.

    Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

    Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Mai mit 2.383 Personen um 5,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 66,5 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen um mehr als ein Drittel entlastet.

    Definition Unterbeschäftigung

    In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

    Stellenmarkt

    Die Zugänge an gemeldeten Arbeitsstellen fallen deutlich geringer aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Unternehmen der Region haben 136 Stellen zur Besetzung gemeldet, ein Drittel weniger als im April und mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden 920 offene Stellen gemeldet, 5,9 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen rund 750 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

    Die überwiegende Zahl der Jobangebote wurde in der Zeitarbeit, im Gastgewerbe, im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Auch im Baugewerbe, im Öffentlichen Dienst, im Gesundheits- und Sozialwesen und im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich gab es offene Stellen.

    Ausbildungsmarkt

    Im Landkreis St. Wendel suchten seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 471 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 83 weniger als vor einem Jahr (minus 15,0 Prozent). Gleichzeitig wurden 497 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 11 weniger als im Vorjahreszeitraum. Am statistischen Zähltag im Mai waren noch 282 Stellen unbesetzt und 214 Jugendliche unversorgt.

    „Unser Hauptaugenmerk gilt derzeit dem Ausbildungsmarkt. Der Ausbildungsbeginn rückt spürbar näher. In vielen Unternehmen der Region sind die Einstellungsverfahren noch nicht abgeschlossen, es sind noch viele offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Ich empfehle denjenigen Jugendlichen, die aktuell noch keine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz haben, die vielfältigen Angebote der Berufsberatung zu nutzen“, rät Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. Neben der Vermittlung von Ausbildungsstellen bietet die Arbeitsagentur Beratung zu Ausbildungsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Berufsausbildungsbeihilfe an. Auch wenn die schulischen Leistungen nicht stimmen, kann die Berufsberatung Ausbildungssuchende mit vielen Fördermöglichkeiten unterstützen. „Je früher sich Jugendliche mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen, desto eher können individuelle Lösungsansätze gefunden werden, damit der Einstieg ins Berufsleben gelingt. Hier sind die Unternehmen gefragt, auch auf den ersten Blick schwächeren Bewerberinnen und Bewerbern mit Unterstützungsleistungen der Arbeitsagentur eine Chance zu geben“, so Haßdenteufel weiter.

    TOP 10 der noch unbesetzten Ausbildungsstellen

    Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in allen Berufsbereichen. Am häufigsten werden im Landkreis St. Wendel Auszubildende für folgende Berufe gesucht:

    Kaufmann/-frau im Einzelhandel (19)

    Verkäufer/in (16)

    Koch/Köchin (14)

    Anlagenmech. – Sanitär-/Heiz.-Klimatech. (14)

    Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik (11)

    Fachverk.-Lebensm.handwerk – Fleischerei (10)

    Hotelfachmann/-frau (8)

    Metallbauer/in – Konstruktionstechnik (7)

    Fachverkäuf.-Lebensm.handwerk – Bäckerei (7)

    Restaurantfachmann/frau (7)

    Kontakt zur Berufsberatung

    Ein Termin bei der Berufsberatung kann telefonisch über die kostenfreie Servicerufnummer 0800 4555500 oder persönlich vor Ort bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden.

    Unternehmen, die freie Ausbildungsstellen melden möchten oder ihre gemeldeten Ausbildungsstellen bislang noch nicht besetzen konnten, können sich unter der kostenfreien Servicerufnummer 0800 4555520 an den Arbeitgeberservice wenden.

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