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  • Freitag, 6. Oktober 2017,

    Udo Recktenwald fordert Landarztquote für das Saarland

    St. Wendel. Bayern will sie einführen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auch: die Landarztquote. Diese meint: Je nach Bundesland sollen bis zu 10 Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber gehen, die sich verpflichten, nach dem Studium einige Jahre als Hausarzt in Regionen zu arbeiten, die unterversorgt sind oder in denen eine Unterversorgung droht. Die Einführung einer solchen Quote fordert Udo Recktenwald, Landrat des Landkreises St. Wendel und Vorsitzender des Landkreistages Saarland, auch für das Saarland: „Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Insbesondere im ländlichen Raum wird es über kurz oder lang zu einem erheblichen Ärztemangel kommen. Bereits jetzt schließen Arztpraxen, da sich kein Nachfolger findet. Darauf müssen wir jetzt reagieren und nicht erst, wenn es zu spät ist.“ Mit der Einführung einer Landarztquote könnte binnen zehn Jahren die drohende Unterversorgung ländlicher Gemeinden mit Hausärzten vermieden werden. Gut fünf Bewerber pro Studienplatz sprechen dafür, dass es mit einem geeigneten Auswahlverfahren gelingen sollte, motivierte Studienplatzbewerber in ausreichender Zahl anzusprechen.

    Um angehende Ärzte in den ländlichen Raum zu locken, gehören ebenso finanzielle Anreizsysteme – wie etwa das durch das Sozialministerium Anfang des Jahres eingeführte Stipendienprogramm für angehende Ärzte. Recktenwald: „Dies ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung und ein wichtiges Signal, dass der Arztberuf im ländlichen Raum attraktiv ist.“ Das Stipendienprogramm fördert laut Sozialministerium angehende Ärzte mit 300 Euro pro Monat bis zum Studienende, und zwar erst wenn der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erfolgreich bestanden wurde. Der Studierende verpflichte sich jedoch, die ärztliche Tätigkeit mindestens 60 Monate im Fördergebiet aufrechtzuerhalten sowie innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf der fachärztlichen Weiterbildung eine hausärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum aufzunehmen.

    Das Thema medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum umfasse jedoch auch weitere wichtige Punkte, die dringend zu klären seien. Etwa der jüngste Schiedsspruch zwischen den Berufsverbänden der Hebammen und dem GKV-Spitzenverband. Demnach erhalten Hebammen 17 Prozent mehr Lohn, dürfen jedoch nur noch zwei Gebärende gleichzeitig betreuen. Dies hat weitreichende Auswirkungen. Etwa auf die Krankenhäuser im ländlichen Raum. Beispiel: das Marienkrankenhaus in St. Wendel. Recktenwald: „Die Geburtshilfe im Marienkrankenhaus ist unverzichtbar, jedoch entsteht nun durch den Schiedsspruch ein Mangel an Hebammen. Diese sind zumeist freiberuflich tätig. Eine Vollanstellung würde für sie finanzielle Nachteile bedeuten. Hier muss dringend eine einvernehmliche Lösung her, die im Interesse aller Beteiligten ist.“

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