Schließen «

Unsere Themen

Menü

  • Anzeige

  • Sonntag, 24. September 2017,

    Typisierung in Namborn: Hilfe für Denise geht weiter

    Das Bild einer zierlichen Frau mit Kaffeetasse verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Denise, 43 Jahre, lächelt auf dem Foto. Die Geschichte dahinter ist jedoch dramatisch. Die Mutter eines 15-jährigen Sohnes  leidet an Non-Hodgkin-Lymphom und braucht dringend einen passenden Stammzellspender. DRK, Feuerwehr und die Stefan-Morsch-Stiftung rufen deshalb zur Typisierung auf. Bereits 40 neue Stammzellspender und etwa 30 neue Blutspender wurden schon in Heiligenwald registriert. Jetzt gibt es einen weiteren Aufruf: Am Sonntag, 1. Oktober, 13 bis 17 Uhr, kann sich jeder junge Erwachsene im Dorfgemeinschaftshaus, Goethe Str, 8, in Namborn (Kreis St. Wendel) typisieren lassen. Die Feuerwehr Löschbezirk Namborn und das DRK in Namborn hatten die Idee zu diesem Aufruf.

    „Wir wollen helfen“, sagt Tanja Raubuch, die 2013 Stammzellen gespendet hat. Sie hat ihre Tochter und deren Freundin mit zum DRK Heiligenwald gebracht. Damit die beiden jungen Frauen sich auch als Stammzellspenderinnen registrieren lassen. Leonie Raubuch und Emiliy Valeske sind zwei von 40 neuen potenziellen Lebensrettern, die die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erste Stammzellspenderdatei, neu aufnehmen konnte.  Auch der DRK Blutspendedienst verzeichnete an diesem Tag regen Zulauf. Britta Schreiber aus Neunkirchen ließ sich typisieren, und ging zum ersten Mal zur Blutspende: „Ich wollte das schon immer machen. Jetzt habe ich mir einen Ruck gegeben“, sagt sie und ist froh diesen Schritt gemacht zu haben.

    Die Stefan-Morsch-Stiftung sucht Menschen wie Sie: Die meisten Blutspenden kommen Krebspatienten wie Denise zu Gute, für die man nun  am 1. Oktober zusammen mit dem DRK Ortsverein Namborn und der Feuerwehr des Löschbezirks Namborn einen weiteren Aufruf zur Typisierung startet.

    Denise will Leben, obwohl sie derzeit durch die Hölle geht. Sie will ihren 15-jährigen Sohn aufwachsen sehen: „Komm zwischen 13 und 17 Uhr ins Dorfgemeinschaftshaus, Goethe Str. 8, nach Namborn, zur Typisierung. Wem das zu weit ist oder wer an diesem Tag einen wichtigeren Termin hat, kann sich auch online registrieren lassen!“

     

    Denise hat es noch nie leicht im Leben gehabt. Doch die jetzige Erkrankung ist ein wirklich schwerer Kampf. Sie  will sich nicht unterkriegen lassen. Mit trockenem Humor kämpft sie gegen die Schmerzen und die Angst zu sterben. Jährlich erkranken allein in Deutschland rund 11 000 Menschen an Leukämie und anderen schweren Tumorerkrankungen wie etwa dem Non-Hodgkin-Lymphom. Wenn die „Chemo“ nicht ausreicht, ist die Transplantation von Knochenmark oder Blutstammzellen eines gesunden Spenders für die Patienten die letzte Hoffnung.

     

    Wichtig ist aber, dass die genetischen Merkmale von Spender und Patient übereinstimmen. Als Stammzellspender kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahre bis 40 Jahre kostenlos registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben. Über die Ausschlusskriterien kann man sich im Vorfeld unter www.stefan-morsch-stiftung.de informieren. So muss man mindestens 50 Kilo wiegen und sollte keine schweren Erkrankungen haben.

     

    Die Veranstaltung auf Facebook: https://www.facebook.com/events/506805406331603/

     

    Spendenkonto„Hilfe für Denise“ Kreissparkasse Birkenfeld DE35 5625 0030 0000 0797 90, BIC: BILADE55XXX

     

    Wie funktioniert eine Stammzellspende?

    Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

    Ist eine Online-Registrierung möglich?

    Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) kann man sich jederzeit als Stammzellspender erfassen lassen. Über den Online-Registrierungsbutton auf der Startseite kommt man zur Einverständniserklärung. Dort müssen eine Reihe von Gesundheitsfragen beantwortet werden, deshalb sollte die PDF „Wie werde ich Spender?“ vorab genau gelesen werden. Nach dem Ausfüllen der Einverständniserklärung bekommt man ein Registrierungsset mit genauer Anleitung zugeschickt. Für Spender, die jünger als 40 Jahre sind, entstehen dabei keine Kosten.

    Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 450 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).

    Jetzt Fan werden:
  • Anzeige