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St. Wendeler Land: Arbeitslosigkeit steigt leicht an

1.882 Frauen und Männer waren im Januar arbeitslos gemeldet, 115 mehr als im Dezember und 59 weniger als vor einem Jahr (minus 3,0 Prozent). Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist um fünf auf 3.769 gestiegen. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den knapp 1.900 Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschl. Langzeitarbeitslose), u.a. auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbständige, die eine andere Arbeit suchen.

Der Arbeitsmarkt reagiert nicht allein auf konjunkturelle, sondern auch auf saisonale Einflüsse. In dem Anstieg zum Jahresbeginn sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, keinen Anlass zur Sorge: „Alles deutet auf eine saisonbedingte Eintrübung hin. Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende und das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft schlugen im Januar zu Buche. Außerdem ruhen viele Außenarbeiten, auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es weniger zu tun. In der Regel handelt es sich hierbei für die Betroffenen um eine vorübergehende Arbeitslosigkeit“, so Haßdenteufel. Insgesamt spricht der Agenturleiter von der saisontypischen Durchgangsarbeitslosigkeit, die mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut werden dürfte. „Wer qualifiziert und nah am Berufsleben ist, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Denn gut ausgebildete Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht.“

Die Arbeitslosenquote lag im Januar bei 4,0 Prozent, 0,2 Prozent höher als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:
Landkreis St. Wendel: 4,0 Prozent (0,1 Prozent weniger als im Vorjahr)
Landkreis Merzig-Wadern: 5,4 Prozent (minus 0,4 Prozent zum Vorjahr)
Landkreis Saarlouis: 5,7 Prozent (plus 0,1 Prozent zum Vorjahr)
Saarpfalz-Kreis: 5,7 Prozent (wie im Vorjahr)
Landkreis Neunkirchen: 8,7 Prozent (plus 0,2 Prozent zum Vorjahr)
Regionalverband Saarbrücken: 9,6 Prozent (minus 1,2 Prozent zum Vorjahr)

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 115 auf 853 gestiegen und blieb um 52 unter dem Vorjahreswert (minus 5,7 Prozent). Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Hier waren 120 Personen gemeldet, 24 mehr als im Dezember, jedoch 13 weniger als vor einem Jahr (minus 9,8 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen über 50-Jährigen lag aktuell bei 353. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 32 erhöht, gegenüber dem Vorjahr um acht verringert (minus 2,2 Prozent). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Ihre Zahl lag aktuell bei 106, im Vormonat bei 101. Gegenüber Januar 2016 ist kaum eine Veränderung festzustellen (minus 4 bzw. 3,6 Prozent).

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises St. Wendel lag im Januar wie im Vormonat bei 1.029 Personen und unterschritt den Vorjahreswert um sieben (minus 0,7 Prozent). 303 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren älter als 50 Jahre. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um 33 reduziert werden (minus 9,8 Prozent). 384 aller beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos. Dies entspricht einem Anteil von 37,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit um sechs (plus 1,6 Prozent). Aktuell sind 345 Ausländer arbeitslos gemeldet, 168 mehr als vor einem Jahr (plus 94,9 Prozent). Der Ausländeranteil an den Arbeitslosen betrug im Januar 33,5 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Die Unterbeschäftigung lag im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Januar bei 1.056 Personen. Das waren 71 bzw. 6,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag die Unterbeschäftigung im Januar bei 1.857 Personen (plus 342 bzw. 22,6 Prozent zum Vorjahr).

In die Unterbeschäftigung werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Stellenmarkt

Im aktuellen Monat haben Unternehmen der Region dem Arbeitgeberservice 134 offene Stellen zu Besetzung gemeldet, 35 weniger als im Vormonat und 27 mehr als im Januar 2016 (plus 25,2 Prozent). Aktuell stehen noch 624 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

Besonders viele Stellen wurden in der Zeitarbeit (58), im Verarbeitenden Gewerbe (15), im Handel (13), im Gesundheits- und Sozialwesen (13), im Gastgewerbe (11) und im Baugewerbe (10) neu gemeldet.

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