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  • Samstag, 13. Mai 2017,

    St. Wendel: SPD will moderne Sporthalle, aber kein überdimensioniertes Mega-Projekt

    „Kleiner und bescheidener ist auch machbar – und dann bleibt auch noch Spielraum für anderes“, so fasste Torsten Lang, SPD-Fraktionschef im St. Wendeler Stadtrat in der gestrigen Ratssitzung die Position der SPD zum Projekt ‚Neue Sporthalle‘ in der Kreisstadt zusammen. Die SPD streitet für eine „top-funktionsfähige moderne Sporthalle für Schul- und Vereinssport“, ist aber gegen die derzeit vom Stadtbürgermeister verfolgten Pläne, für eine neue Halle mit vielen Extras und großer Zuschauerkapazität 15,7 Mio. Euro ausgeben zu wollen.

    „Das Vorhaben ist überdimensioniert und wird der Stadt finanziell über Jahre den Hals zuhalten“, so Torsten Lang. Er fürchtet, dass viele notwendige und wichtige Maßnahmen in allen Stadtteilen nicht mehr durchgeführt werden können, wenn die Halle so aufwändig gebaut wird, wie geplant.

    Trotz aller vorgesehenen Zuschüsse und Unterstützung von außen muss die Stadt wenigstens 3,6 Mio. Euro Eigenanteil von den 15,7 Mio. Euro Gesamtkosten finanzieren. „Die Kommunalaufsicht genehmigt der Stadt St. Wendel bis 2021 jährlich nur 750.000 Euro Kreditaufnahme für Investitionen – dieser Betrag würde praktisch für fünf Jahre allein durch die 3,6 Mio.Bedarf für das Hallenprojekt ausgeschöpft. Torsten Lang: „Alle Teile unserer Stadt werden darunter leiden, weil sonst dann fast nichts mehr investiert werden kann.“ Er erinnert in diesem Zusammenhang auch an das ‚Neue Rathaus‘, das ursprünglich etwas über 5 Mio. Euro hatte kosten sollen und schlussendlich rund 12 Mio. Euro verschlungen habe.

    Für die SPD sind auch viele Fragen zur neuen Halle noch nicht geklärt, die aber dringend beantwortet werden müssten. Unter anderem, ob tatsächlich keine Sanierung und Modernisierung, ggf. auch Erweiterung, der vorhandenen Sporthalle wirtschaftlicher wäre. Torsten Lang: „Eine wirklich durchgerechnete Alternative im Bestand wurde dem Stadtrat nie vorgestellt.“ Der Bürgermeister behaupte, dass die alte Halle nicht saniert werden könne, Belege bleibe er aber schuldig.

    Gleiches gelte für die Frage der Folgekosten: „Hier brauchen wir eine valide Berechnung. Man kann bei einem solch großen Projekt nicht allein nach ’Bauchgefühl‘ agieren“, so der SPD-Fraktionschef. Die Halle müsse auch auf Dauer finanzierbar bleiben und an heute kostenlosen Nutzungsmöglichkeiten für Vereine dürfe nicht gerüttelt werden.

    Ein „großes Dankeschön“ spricht die SPD im Stadtrat ausdrücklich auch der Familie Bruch aus, welche sich bereit erklärt hat, das Hallenprojekt mit 2 Mio. Euro privat zu unterstützen. Der SPD-Fraktionschef zum Bürgermeister: „Ich hätte mir allerdings gewünscht, Sie hätten nach einer Spende für ein bescheideneres Hallenprojekt nachgefragt. Ich bin mir sicher, Herr Bruch würde auch das genau so gerne und großzügig unterstützen.“

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