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  • Samstag, 21. Oktober 2017,

    Oberkirchen wird Energiedorf – Großes Interesse beim ersten Workshop

    „Wir wollen in Oberkirchen ein Wohnquartier errichten, wie es bislang im Saarland einmalig ist. Weil die Grundstücke im Besitz der Gemeinde sind, können wir hier die technologische Richtung vorgeben und ein innovatives Konzept umsetzen.“ So eröffnete Bürgermeister Karl-Josef Scheer den sehr gut besuchten Workshop im Volkshaus, der sich mit dem Thema „Energiedorf Oberkirchen“ beschäftigte. Im Rahmen des Projekts „Zukunft Dorf“ des Modellvorhabens Land(Auf) Schwung wurde der Freisener Ortsteil ausgewählt, um Vorreiterdorf in Sachen Energieeffizienz zu werden.

    Die effiziente und umweltschonende Erzeugung und Nutzung von Energie ist eines der Zukunftsthemen unseres Landes. Gerade im ländlichen Raum liegen hierbei große Chancen für die künftige Entwicklung der Dörfer und Gemeinden. Mit der Initiative „Null-Emission Landkreis St. Wendel“ trägt das St. Wendeler Land diesem Gedanken Rechnung, die Gemeinde Freisen ist bereits landesweiter Vorreiter im Bereich der Erneuerbaren Energien. Diese positive Entwicklung soll aber noch weiter forciert werden.

    Beim Workshop wurde Verantwortlichen und interessierten Bürgern das Projekt vorgestellt und mit ihnen diskutiert. „Energie ist der Rohstoff des ländlichen Raumes“, leitete Hugo Kern, Projektpartner und Geschäftsführer der Firma Kernplan, die Veranstaltung ein. „Alleine in Oberkirchen werden jährlich mehr als 3,7 Millionen Euro nur für Energie – Strom, Gas, Öl, Treibstoff – ausgegeben. Wir wollen es schaffen, effizienter zu werden und Erneuerbare Energien noch stärker zu nutzen. Das spart nicht nur Kosten, sondern ist die perfekte regionale Wertschöpfung, weil unser Geld dann nicht in ferne Länder fließt, sondern hier in der Region arbeitet“, führte Hans-Josef Scholl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendel, weiter aus.

    Alleinstellungsmerkmal eines Energiedorfs Oberkirchen soll dabei das neue Wohnquartier gegenüber dem Schwimmbad werden. Die vorgesehenen 21 Bauplätze sollen an ein innovatives sogenanntes „kaltes Nahwärmenetz“ angeschlossen werden. „Dadurch sparen die Bauherren Kosten für ein zentrales Heizungssystem. Auch Schornsteine fallen weg“, erklärte Jan Fehlhaber von der Firma Famis, der das Vorhaben aus technischer Sicht erläuterte. Bürgermeister Scheer: „Das Konzept ist modular. Danach können auch die anliegenden Häuser, die teilweise in den 70er Jahren gebaut wurden, an das Nahwärmenetz angeschlossen werden und von der modernen Technik profitieren.“

    Um aus Oberkirchen ein nachhaltiges „Energiedorf“ zu formen, braucht es aber noch mehr als ein innovatives Wohnkonzept. Von den Workshop-Teilnehmern kamen denn auch weitere Ideen: Künftig sollen Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger zum Thema Energie, Wärme und Strom stattfinden. Auch gibt es die Möglichkeit, Energiechecks durchzuführen, um Einsparpotentialen aufzuzeigen. Ortsvorsteher Roland Becker regte an, zu prüfen, ob die Oster für Wasserkraft genutzt werden könne. Ein W-LAN-Hotspot soll in der Dorfmitte installiert werden, der kostenlos genutzt werden kann, um auch digital auf Augenhöhe mit den Städten zu bleiben und eine Kommunikationsstätte im Dorf zu stärken.

    Im nächsten Schritt wird eine Arbeitsgruppe noch weitere Ideen sammeln und sich um deren konkrete Umsetzung kümmern. Von den Anwesenden meldeten sich bereits einige zur Mitarbeit an. Wer das Energiedorf Oberkirchen ebenfalls mitgestalten möchte, kann sich bei Bürgermeister Karl-Josef Scheer, Ortsvorsteher Roland Becker oder der Energieprojektgesellschaft/ Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land (Projektmanager Alexander Dämmgen, Tel. 06851/ 903 325, daemmgen@wfg-wnd.de) für die Arbeitsgruppe, die ihre Arbeit Anfang 2018 aufnehmen wird, anmelden.

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