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  • Donnerstag, 26. Januar 2017,

    „Niemals den Kampf gegen Rassismus aufgeben“

    Projektarbeit der Gesamtschule Nohfelden-Türkismühle und des Adolf-Bender-Zentrums wurde ausgezeichnet

    Den diesjährige Anerkennungspreis der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen des „Denkt@g“, dem Jugendwettbewerb gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, erhielten heute die Schülerinnen und Schüler der Gesamt- und Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle in Berlin.

    Vor über zehn Jahren fing alles an. Damals arbeitete die Gesamtschule Nohfelden-Türkismühle erstmals eng mit dem Adolf-Bender-Zentrum (ABZ) zusammen, das die zahlreichen Projekte gegen das Vergessen im Rahmen der „Stolperstein-AG“ der Schule durchgeführt und betreut hat. „Angefangen hat damals alles, als der damalige Künstler und Lehrer an der Schule, Axel C. Gross, den Kontakt mit dem Adolf-Bender-Zentrum befördert hat“, erinnert sich Schulleiterin Monika Greschuchna und Willi Portz, Geschäftsführer des ABZ, fügt hinzu: „Ohne Herrn Gross wäre das alles nicht möglich gewesen, wir haben ihm viel zu verdanken. Ich hoffe, dass wir noch viele tolle Projekte mit dieser Ausnahmeschule verwirklichen können“.

     

    Was aus den langen Jahren gemeinsamer Arbeit herausgekommen ist, kann sich sehen lassen, eine lange Liste mit bisherigen Projekte und Aktivitäten von Recherchearbeiten mit Rundgänge in Sötern, Stolpersteinprojekte, NS-Zeitzeugen, die mit den Schülerinnen und Schülern gesprochen haben bis hin zur Einweihung eines Ortes gegen das Vergessen wie den Lotte-Koschelnik-Platz in Sötern und noch vieles mehr. „All diese Projekte stehen in einer langen Tradition des ABZ“, erklärt Portz der sich selbst seit Jahren leidenschaftlich für das Thema Erinnerungsarbeit einsetzt.

     

    Nun ist die Schule für ihre inklusive und multimediale Erinnerungsarbeit ausgezeichnet worden, in der sich die Jugendlichen gemeinsam mit ihrem Lehrer Jörg Friedrich und dem ABZ-Projektmitarbeiter Florian Klein eine ausleihbare Wanderausstellung zum Thema „Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden“ erarbeiteten. Doch nicht nur dies, denn die Ergebnisse wurden auf einer eigenen Homepage barrierefrei zugänglich gemacht, wozu die Jugendlichen mit Unterstützung des Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe in Spiesen eine Version in leichter Sprache und gemeinsam mit sehbeeinträchtigten Jugendlichen der Louis-Braille-Förderschule in Lebach  ein Audioguide zur Ausstellung entwickelten.

    Das Projekt wurde insbesondere ausgezeichnet, aufgrund der Barrierefreiheit des Angebotes, so Andreas Kleine-Kraneburg, Leiter der Akademie und Laudator bei der Preisübergabe. Alle Beteiligten freuen sich riesig über die Auszeichnung, allen voran natürlich die Kinder und Jugendlichen, die sich stets engagiert haben. So auch Sascha (18J.), der beim Preisempfang erneut die wichtige Gegenwartsbedeutung der Erinnerungsarbeit gegen jedwede Form von Extremismus und Rassismus. Auch Klein und Friedrich sind stolz auf die jungen Aktivisten im Bereich Erinnerungskultur.

     

    „Ein großer Dank gebührt dem Adolf-Bender-Zentrum! Wir hoffen, dass es uns noch lange als innovativer und kompetenter Projektpartner erhalten bleibt, damit wir auch in Zukunft noch vielen Generationen die fortwährende Bedeutung der Thematik näherbringen können“, so Schulleiterin Greschuchna abschließend und Portz fügt hinzu „Das ist die beste Motivation weiterzumachen und wir alle niemals den Kampf gegen Rassismus aufgeben“.

     

    Das Adolf-Bender-Zentrum existiert seit 1985 und geht auf seinen gleichlautenden Namensgeber zurück, welcher sich als KZ-Überlebender das „nicht Vergessen“ zum Ziel gesetzt hat. Das Zentrum führt zahlreiche Projekte wie Stolpersteinverlegungen, Zeitzeugenveranstaltungen, Schulthementage bspw. gegen Rassismus sowie für Demokratie und Vielfalt als auch Integrationsprojekte durch und gilt als kompetenter Veranstalter in Sachen Medienpädagogik.

     

    Die Gesamtschule/Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle setzt sich seit vielen Jahren für ein tolerantes und couragiertes Miteinander in und außerhalb der Schule ein. Durch das hohe Engagement der „Stolperstein-AG“ setzt sie somit ein deutliches Zeichen und ist Vorreiter in vielen Themen rund um  Inklusion und Arbeit gegen Rassismus.  Die Ergebnisse der ausgezeichneten Wanderausstellung sind auch online unter www.juedischeslebennohfelden.wordpress.com abrufbar.

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