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  • Freitag, 22. September 2017,

    St. Wendel: Bundestagsabgeordnete Nadine Schön zu Gast in der WNDN-Redaktion

    Nadine Schön (CDU)

    Am 24. September 2017 werden auch die Menschen im St. Wendeler Land zu den Wahlurnen gebeten, um einen neuen Bundestag zu wählen. Bevor es soweit ist, stellen die St. Wendeler Land Nachrichten Direktkandidaten aus dem Wahlkreis St. Wendel vor, die für den Deutschen Bundestag kandidieren. Zu Gast in der WNDN-Redaktion war Nadine Schön, MdB (CDU). Die Bundestagsabgeordnete und gebürtige Hasbornerin setzt sich mit Leidenschaft für die ländliche Region ein und erzählte uns von ihrer Arbeit und verschiedenen Bereichen, für die sie im St. Wendeler Land bereits aktiv war.

    wndn.de: Welche Berufsausbildung haben Sie?

    Nadine Schön: Ich habe an der Universität in Heidelberg Jura studiert und nebenher eine journalistische Ausbildung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung absolviert. 2004 wurde ich dann in den Landtag gewählt, deshalb bin an die Universität in Saarbrücken gewechselt und habe dort mein Examen abgelegt.

    Warum engagieren Sie sich in der CDU?

    Als ich 15 Jahre alt war, entwickelte ich Interesse an der Jungen Union. Sie gab uns Jugendlichen damals die Möglichkeit, ein Freizeitangebot für andere Jugendliche – über die Hasborner Vereinslandschaft hinaus – zu gestalten. Durch die JU wuchs natürlich auch mein Interesse an der Politik und ich beschloss, dass die CDU die richtige Partei für mich war.

    Wie sah Ihr Werdegang in Ihrer Partei aus?

    Anfangs war ich sehr auf die JU konzentriert und wurde auch stellvertretende Landesvorsitzende. Ich war im Kreisvorstand sehr aktiv und habe gemerkt, dass ich mich auch im Bereich der Bildungspolitik sehr gut miteinbringen konnte. Dass ich das beruflich tun würde, kam mir da noch nicht wirklich in den Sinn, eigentlich wollte ich im journalistischen Bereich tätig werden. Da war es für mich natürlich sehr überraschend, dass ich 2004 gefragt wurde, ob ich für den Landtag kandidiere. Danach war ich von 2004 bis 2009 Mitglied des Saarländischen Landtages und wurde 2009 in den Bundestag gewählt.

    Was konnten Sie für das St. Wendeler Land erreichen seit sie dem Deutschen Bundestag angehören?

    Auf der einen Seite sind es politische Themen, die in Berlin diskutiert werden, die aber auch für die Menschen hier vor Ort relevant sind. Beispielsweise der Breitbandausbau oder das Thema „ländliche Versorgung“ unter anderem bezogen auf Ärzte. Solche Themen sind natürlich auch wichtig für das St. Wendeler Land und mir persönlich ist es ein Anliegen, dass ich immer eine ländliche Perspektive miteinbringe. Kollegen aus der Stadt haben in der Hinsicht eine andere Perspektive, können nicht richtig nachvollziehen, wie negativ es sich auf das Landleben auswirken kann, wenn ein Dorf beispielsweise keinen oder nur schlechten Internetempfang hat. Da mache ich mich dann schon stark.

    Auf der anderen Seite kommen viele Menschen aus der Region mit persönlichen Anliegen zu mir. Da konnte ich dann auch schon mal in verschiedenen Bereichen aushelfen. Manchmal schon dadurch, indem ich sie an die richtige Institution vermittelt habe, die sich in diesen Bereichen ausgekannt hat.

    Wenn in Berlin Fördermittel zur Verfügung stehen, setze ich mich immer dafür ein, dass sie auch in unsere Region fließen. Da wär zum einen das Thema Denkmalschutz. Die alte Kapelle in Selbach, die Turnhalle vom Wendalinum Gymnasium, die Abtei in Tholey – alles denkmalgeschützte Gebäude für die ich mich eingesetzt habe, damit ihnen Fördermittel zukommen.

    Auch für das Schaumbergbad habe ich mich stark gemacht. Das kann nun dank der Fördermittel saniert werden und macht die Region auch in touristischer Hinsicht noch attraktiver.

    Sie sind im Landes- und Bundesvorstand der Frauen Union aktiv. Wie engagieren Sie sich da?

    Frauenpolitik ist für mich nach wie vor ein wichtiges Thema. Wir haben zwar in vielen Bereichen Gleichberechtigung erreicht, aber es gibt noch viel zu tun. Deshalb ist es wichtig, dass man alle politischen Themen auch aus der Frauenperspektive betrachtet. Mittlerweile sind Frauen so gut wie oder sogar besser als Männer ausgebildet. Wir haben beruflich alle die gleichen Chancen, aber es gibt noch immer Berufe, in denen zwar mehr Frauen als Männer tätig sind und dennoch ein Mann an der Spitze sitzt. Deshalb ist es mir ein Anliegen, auch zu schauen, wie man Strukturen aufbrechen und das komplette Potenzial der Gesellschaft nutzen kann.

    Wir haben verschiedene Gesetzte entworfen, beispielsweise das Prostituiertenschutzgesetz, das wir komplett neu geschaffen haben, und das Sexualstrafrecht „Nein heißt Nein“. Da freuen wir uns sehr über den Erfolg, dass wir das nach jahrelangen Diskussionen endlich durchsetzen konnten.

    Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Dinge aus dem Wahlprogramm Ihrer Partei?

    Ganz klar: Kinder, Bildung, Zukunft. Wir haben einen ganz großen Schwerpunkt auf dem Bereich der Familienpolitik, konkret Erhöhung von  Kindergeld und Kinderfreibetrag, Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung im Grundschulbereich, auch das Thema Zeit ist mir sehr wichtig. In der nächsten Legislaturperiode wollen wir einen Weg finden, Familien auch im Thema Zeit zu unterstützen. Das betrifft vor allem Familien mit kleinen Kindern, aber auch den Bereich der Pflege.

    Die Ausgaben für Bildung sind gestiegen, auch da wollen wir weiterhin einen Schwerpunkt setzen. Wir wollen vor allem auch in die digitale Ausstattung von Schulen investieren.

    Die Themen Zukunft, Digitalisierung und wirtschaftliche Entwicklung sind mir wichtig. Wir haben die geringste Arbeitslosigkeit aller Zeiten und wollen die Zahl bis 2025 wieder halbieren. Dadurch kann man auch den Wohlstand für nachfolgende Generationen sichern und jedem eine sinnstiftende Tätigkeit ermöglichen, von der man seine Familie ernähren kann. Das ist meiner Meinung nach das allerwichtigste.

    Was möchten Sie in den nächsten vier Jahren für das St. Wendeler Land erreichen?

    Was ich mir für die nächsten Jahre fest vorgenommen habe, ist das Thema Mobilfunkabdeckung in der ländlichen Region. Der Ausbau läuft zwar jetzt schon, aber in den nächsten Jahren wollen wir die Gigabit-Netze vorbereiten und vor allem auch schauen, dass die Mobilfunkanbindung ausgebessert wird.

    Was möchten Sie unseren Leserinnen und Lesern noch sagen?

    Der Bundestagspräsident, Norbert Lammert, hat gesagt, das Wahlrecht sei das Höchste Gut, das jeder in unserem Land hat. In so vielen anderen Ländern kämpfen die Menschen dafür, wählen zu dürfen. Die Illusion, dass es in einer komplexen Welt einfache Antworten gibt, die sollte man nicht haben. Ich verstehe natürlich eine gewisse Unzufriedenheit der Menschen gegenüber der Politik, aber jeder kann sich selbst miteinbringen. Man muss natürlich berücksichtigen, dass es in der Politik nicht um den Einzelnen geht, sondern um das große Ganze. Politik ist ein Interessenausgleich, wir wollen Kompromisse erzielen, von denen jeder was hat. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder, wenn er sich auch nicht politisch engagieren möchte, zumindest mit seiner Stimme einbringt.

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