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Landesprogramm „Seniorenlotsen“ startet

Seniorenlotsen fördern Vernetzung und Kooperation in der Seniorenhilfe – landesweit und wohnortnah

Sozialministerin Monika Bachmann hat am Donnerstag, 26. Januar 2017, die Kooperations-Urkunden zum Projekt „Seniorenlotsen“ an die Landrätin und Landräte sowie den Regionalverbandsdirektor überreicht.

„Die Sicherung größtmöglicher Selbstständigkeit und Teilhabe älterer Menschen ist Bestandteil der seniorenpolitischen Leitlinien der saarländischen Landesregierung und des Landesseniorenplanes“, erklärte Ministerin Bachmann. Handlungsbedarf ergibt sich auch aus der demografischen Entwicklung und dem Anstieg pflegebedürftiger und alter Menschen. Der Anteil der heute über 65-jährigen Saarländer beträgt 22,1 Prozent und steigt bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf 31,4 Prozent an. Im Jahr 2030 wird voraussichtlich mehr als jeder Zwölfte (8,5%) ein Alter von 80 Jahren oder älter erreichen. Im Jahr 2009 war noch jeder Zwanzigste im Alter von 80+, was einem Anteil von 5,5% entsprach.

In Verbindung mit dem familienpolitischen Programm „Familienpolitisches Saarland 4.0“ ist es wesentliches Ziel des Landesprogramms Seniorenlotsen, der Vereinsamung und Isolation älterer Menschen durch wohnortnahe, ortsspezifische Betreuungsnetzwerke entgegenzuwirken und dem Wunsch vieler älterer Menschen und deren Angehörigen nachzukommen, bereits vor der Pflegebedürftigkeit ein geeignetes Beratungs- und Hilfeangebot in Anspruch nehmen zu können.

Um dies zu ermöglichen, fördert das Land 6 halbe Stellen in den Landkreisen und dem Regionalverband sowie insgesamt 60 ehrenamtliche Seniorenlotsen. Die Kosten für das Landesprogramm belaufen sich auf rund 352.500 Euro.

Ministerin Monika Bachmann nannte auch die drei wesentlichen Ziele des Landesprogramms Seniorenlotsen: „Selbstbestimmtheit erhalten, Teilhabe ermöglichen und Prävention fördern. Die Seniorenlotsen sollen die Lücke zwischen Pflegestützpunkten und Senioren schließen.“

Das Landesprogramm vernetzt in den Kommunen haupt- und ehrenamtliche Strukturen der Seniorenhilfe und verbindet insgesamt sowohl landesweit als auch wohnortnah präventions- und interventionsgeeignete Hilfe-Maßnahmen für ältere Menschen.

Die in den Landkreisen und dem Regionalverband angesiedelten hauptamtlichen Seniorenlotsen werden in Kooperation mit aktiven ehrenamtlichen Seniorenlotsen in Städten und Gemeinden sowohl aufsuchende als auch begleitende Hilfe im gewohnten Lebensumfeld aufzeigen. Ansprechpartner des Projektes sind die „Leitstellen Älter werden“ der Landkreise. „Zur Stärkung der Kommunen bei der Steuerung und Planung sozialraumorientierter, altersgerechter Dienste und Angebote hat der Erhalt größtmöglicher Selbstständigkeit und Selbstorganisation für ältere Menschen zukünftig eine außerordentlich hohe Bedeutung“, so Sozialministerin Bachmann.

Welche Angebote für ältere Menschen gibt es vor Ort? Wo finde ich Gleichgesinnte in meinem Alter? Was kann ich beantragen und wo? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Arbeit der Seniorenlotsen.

Als Vertrauenspersonen können Seniorenlotsen auf bedarfsgerechte Hilfen hinweisen und diese auch im Falle von Desorientierung, Sucht oder Vereinsamung passgenau ermitteln. Zudem sind Seniorenlotsen in den für die Seniorenhilfe zuständigen Gremien der Kommunen, wie z. B. Seniorenbeiräten, als Ansprechpartner aktiv.

Ihren persönlichen Anspruch an das Landesprogramm Seniorenlotsen formuliert die Ministerin wie folgt: „Mit der Umsetzung des Landesprogramms Seniorenlotsen verbinde ich die Hoffnung, dass ältere Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden verbleiben können und deren Teilhabe in der Gesellschaft gefördert wird.“

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