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  • Montag, 5. Februar 2018,

    Kappensitzung – In Kastel setzten die Narren über zum anderen Ufer

    Kastel. Am vergangenen Samstag fand auch in Kastel die alljährliche Kappensitzung, erstmals veranstaltet in Kooperation der Pfarrkapelle Kastel mit dem Handwerkerverein und dem Tischtennisverein, statt. Die gute fünfstündige närrische Sitzung bot auch dieses Jahr wieder viele Highlights.

    Der Elferrat stand unter dem Motto „Die vom anderen Ufer“. Eine Anspielung in zweierlei Hinsicht. Zum einen kamen die Mitglieder der Piratencrew von „der Schmelz“, der anderen Seite von Kastel, eine Anpsielung darauf, dass das Dorf durch die Kreuzung im Dorfkern von der Hauptverkehrstraße in zwei geteilt wird. Zum anderen war das Motto sicherlich auch ein Hinweis auf Markus den I. und seinen Prinzen Markus der I., das erste homosexuelle Prinzenpaar in der Faschingsgeschichte von Kastel.

    Nach dem Einzug von Elferrat und Prinzenpaar versetzte Funkenmariechen Xenia Martin aus Otzenhausen das Publikum in Begeisterung. Gefolgt von einem weiteren Highlight des Abends, der Büttenrede des Ortsvorstehers von Kastel und Mitglied des Landtages Dr. Magnus Jung. Dieser hatte sich in den vorangegangenen Jahren als Koch des Landtages stets über das politische Geschehen im saarländischen Landtag und auch in seinem Heimatort Kastel ausgelassen. In diesem Jahr ließ sich der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion jedoch etwas anderes einfallen, ließ jedoch auch dabei die politischen Anspielungen nicht außen vor. Als „Paul, der grault“ regte er sich in seiner Rolle auf über „den Aufstieg der Frau“. Dieser folge direkt dem „Verfall der Sitten“ und als Mann sei man mittlerweile „eine arme Sau“. Die Saarländer treffe es dabei ganz besonders schlimm, denn wir werden mit Anke Rehlinger und Annegret Kramp-Karrenbauer gleich von „zwei Weibern“ regiert.

    Außerdem sei mit der Legalisierung der Homoehe ein Gesetz in Kraft getreten, dass er nicht ganz verstehe und auch mit Begriffen wie Transgender oder intersexuell könne er nur wenig anfangen.

    Auch auf die Flüchtlingsthematik nahm er wieder Bezug, indem er erklärte, er habe bemerkt, dass seine Heimat sehr begehrt sei. „Paul“ selbst habe natürlich nichts gegen Ausländer, allerdings nur so lange diese in ihrem eigenen Land bleiben. „Mit der Zeit will ich nicht gehen“, sagt Paul, der grault und in einer weiteren Anspielung auf die AfD wird deutlich, dass Jung hier das Klischee eines Wählers eben dieser politischen Partei verkörpert und hier durch Ironie und Witz Kritik an deren Wählerschaft übt.

    Natürlich kann „Paul“ dennoch nicht in der Bütt stehen, ohne auch auf sein Heimatdorf Bezug zu nehmen und so äußert er verängstigt, dass er Angst um die öffentlichen Verkehrsmittel habe, sobald sich die Mitfahrerbänke erst einmal etabliert hätten.

    Auf dieses Thema kam auch später wieder Sabine Schmitt in ihrem Vortrag zurück, indem sie vorschlug, es könne vielleicht helfen, wenn man die Mitfahrerbank im Ortskern von Kastel erst einmal aus dem absoluten Halteverbot entferne.

    Auch die Frauen des Frauenvereins bezogen sich auf ein Thema, das gerade zu Beginn des Jahres, viele Menschen beschäftigt, nämlich die guten Neujahrsvorsätze. Als Engel und Teufel verkleidet redeten sie auf eine der ihren ein, um sie davon zu überzeugen, ihr Vorhaben abzunehmen einzuhalten oder eben zu brechen.

    Die Kindertanzgruppe unter der Leitung von Nadja Nels verzauberte verkleidet als Blumen das Publikum mit ihrem Tanz über Freundschaft. Der erste Teil der Sitzung wurde traditionell von der Faasendband Standgas beendet, die mit Hits wie Andreas Gabaliers „Hulapalu“ oder dem Karnevalsklassiker „Viva Colonia“ noch einmal so richtig für gute Stimmung im Publikum sorgten.

    Mit der guten Stimmung ging es auch nach der Pause weiter, denn Bademeister Steven animierte das Publikum gekonnt zum Mitmachen bei der „Wassergymnastik“, indem er verschiedene Schwimmtechniken vorführte.

    Auch die zweite Tanzgruppe „The Revolution“ unter der Leitung von Lea und Leonie Jung begeisterte, indem sie das Publikum zu einer „Traumreise ins Wunderland“ entführte.

    Außerdem wagte sich auch der Sitzungspräsident zum ersten Mal in Kastel in die Bütt und erzählte von seinen Erfahrungen als Vater von zwei Kindern, ehe dann die Singfamily ausgestattet mit Instrumentenkoffern die Bühne betrat, um dann als „Luftpumpenorchester“ zu beweisen, dass sie nicht nur singen, sondern auch mit Instrumenten umgehen können.

    Die beiden Urgesteine der „Kaschdler Faasend“ Beate Franz und Gabi Stroh durften natürlich auch nicht fehlen und sorgten mit ihrem Sketch über eine Ehefrau, die ihren verwundeten Mann im Krankenhaus besucht, für viele Lacher.

    Beim letzten Vortrag des Abends nahm Doris vom Eck gemeinsam mit Thorsten Langendörfer das Dorfgeschehen in Kastel und vor allem auch sich selbst auf die Schippe.

    Den grandiosen Abschluss des Abends bildete das Männerballett unter der Leitung von Alisa Butterbach und Janine Müller, die verkleidet als Bauern, Frauen und Kühe tänzerisch ihre ganz eigene Version der Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ präsentierten, ehe dann zum großen Finale alle Akteure des Abends auf die Bühne gebeten wurden und sich unter musikalischer Begleitung der  Little Band der Pfarrkapelle Kastel noch einmal so richtig feiern ließen.

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