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Gronig und Darmstadt: Matthias Maurer ins Astronautenkorps aufgenommen

Die ESA hat einen weiteren deutschen Astronauten in ihrem Astronautenkorps: Dr. Matthias Maurer, der aus Oberthal-Gronig stammt, wurde am Donnerstag im Europäischen Satellitenkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt den Medien vorgestellt. Der promovierte Werkstoffwissenschaftler aus dem Saarland war unter den letzten zehn Kandidaten der ESA-Astronautenauswahl im Jahr 2009 und absolviert derzeit seine Astronauten-Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln.


„Ich hoffe, dass es uns auch bald gelingt, einen Flug für Matthias Maurer zu ermöglichen. Ich hoffe, dass die Aufnahme in das Astronautenkorps der ESA nicht ein Status bleibt, sondern dass dem Status auch ein Start folgt“, sagte ESA-Generaldirektor Jan Wörner.

Vor Ort in Darmstadt war auch Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt. „Ich gratuliere Matthias Maurer ganz herzlich! Als Teil des europäischen Astronautenteams wird er die Wissenschaft und Forschung weiter voranbringen. Und er kann mit seiner Arbeit junge Menschen für hochkomplexe Technik begeistern. Denn Raumfahrttechnologien bilden oft die Basis für ganz konkrete Anwendungen in unserem Alltag. So sind z.B. Satellitennavigationssysteme die Grundlage für eine moderne Verkehrsplanung und Logistik“, betonte sie.

Mit dem ESA-Astronauten Thomas Pesquet, der sich derzeit auf der Internationalen Raumstation befindet, sind bisher alle Astronauten der Klasse von 2009 ins All geflogen. Die ESA konnte damals nur für sechs Astronauten einen Raumflug garantieren. Die Benennung von Matthias Maurer zeigt nun, wie erfolgreich die Europäische Raumfahrtbehörde im Programm der Internationalen Raumstation arbeitet, da sich nun weitere Gelegenheiten für Raumflüge europäischer Astronauten ergeben haben.

Matthias Maurer and Samantha Cristoforetti during parabolic flight, Foto: ESA–Anneke Le Floc’h

Im Anschluss an die Auswahl im Jahr 2009 wurde Matthias Maurer von der ESA als Astronauten-Support-Ingenieur eingestellt. Er erhielt eine umfangreiche Ausbildung und konnte Erfahrungen im operativen Bereich bemannter Raumfahrtmissionen sammeln. Dadurch erhielt er weitreichende Einblicke in das Tätigkeitsfeld: als Raumfahrzeug-Kommunikator – Eurocom – unterstützte er seine Astronautenkollegen im Weltraum. Bei Parabelflügen erlebte Matthias Maurer die Schwerelosigkeit, während er seine Kollegin Samantha Cristoforetti im Vorfeld der Futura-Mission unterstützte. Außerdem nahm er als stellvertretendes Mannschaftsmitglied am CAVES-Training der ESA, einem mehrtägigen Höhlentraining für Astronauten teil. Im vergangenen Jahr war er auch an NEEMO 21 beteiligt, einem Programm der NASA, bei dem Gruppen von Astronauten, Ingenieuren und Wissenschaftlern in die Unterwasser-Forschungsstation Aquarius geschickt werden, um dort zu leben und zu arbeiten. Die Aquarius-Station und ihre Umgebung bieten das realistischste Trainingsumfeld für zukünftige Raumerkundungsmissionen.

Matthias Maurer ist das siebte Mitglied der Astronautenklasse von 2009 und wurde von seinen Kollegen herzlich willkommen geheißen. Er meint: “Astronaut zu werden, ist der beste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Ich bin sehr glücklich, nun zum besten Team Europas zu gehören und freue mich auf unsere Missionen im Erdorbit, zum Mond und vielleicht auch darüber hinaus!“

Matthias ist promovierter Werkstoffwissenschaftler und hat fundierte Kenntnisse der Physik und Chemie sowie weitreichende Erfahrungen im medizinischen Bereich. Dies passt zu den Hauptforschungsfeldern auf der Internationalen Raumstation. Er beherrscht bereits vier Sprachen fließend und lernt derzeit sowohl Russisch als auch Chinesisch. Er hat Erfahrungen als Rettungssanitäter und hat Werkstoff-/Materialwissenschaften an verschiedenen Universitäten in ganz Europa studiert, unter anderem in Saarbrücken, Nancy, Barcelona und Leeds, mit Praktika in Argentinien, Spanien und Südkorea – und er liebt es, unsere Welt zu erkunden.

Dr. Maurer: “Als ich 2008 den Aufruf der ESA zur Rekrutierung neuer Astronauten sah, wusste ich sofort, dass dies die perfekte Kombination all meiner Wünsche war: Fliegen, Forschen und Erkunden, in einem internationalen und interkulturellen Team an vorderster Front der Wissenschaft und Technik zu arbeiten.“

“Die Aussicht, all das als Botschafter für Europa im Weltall tun zu können, war für mich ein zusätzlicher Motivationsfaktor.”

Während seiner Zeit im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) war Matthias Maurer eine treibende Kraft bei der Vorbereitung des Zentrums auf zukünftige Monderkundungsmissionen sowie hin zur stärkeren Öffnung des Zentrums für europäische Studierende und Universitäten, zur Förderung neuer Partnerschaften und zur Öffnung des Zentrums für die Öffentlichkeit.

Matthias Maurer meint: “Raumfahrt ist faszinierend und inspirierend. Sie spricht alle Generationen an und dient als Katalysator für Innovationen und wissenschaftliche Forschungsergebnisse. Ich freue mich, dass ich meine Leidenschaft, mein Wissen und meine Erfahrungen mit so vielen Europäern wie möglich teilen kann.”

Foto: ESA / J. Mai

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