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  • Sonntag, 2. Juli 2017,

    Eric Baumann gründet die Initiative Clean- Up- Team St. Wendel

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    Für Eric Baumann ist Umweltschutz ein großes Thema. Als Vater von zwei Kindern ist es ihm wichtig, unseren Nachkommen eine intakte Umwelt zu hinterlassen. Deswegen engagiert er sich in verschiedenen Organisationen. Für St. Wendel hat er nun eine eigene Aktion ins Leben gerufen. Das Clean- Up Team St. Wendel. Wie es dazu kam und wie man sich an den Aktionen des Clean- Up Teams beteiligen kann, erklärt er im Interview.

    Clean- Up Team St. Wendel klingt spannend. Wie kam es zu der Idee?

    Die Organisation „Sea Shepherd“ organisiert weltweit sogenannte Clean-Ups (Reinigungsaktionen). Ich war bei einigen dabei und fand die Idee toll. St. Wendel hat bereits „Piccobello“, aber ich wollte noch etwas für alle Altersgruppen. Wir haben nur diesen einen Planeten und im besten Fall erben ihn unsere Kinder. Wir sollten sehr genau aufpassen, WAS wir vererben. Ein Erbe, welches sich anzunehmen lohnt sollte es schon sein. Im Moment liest man am Rande das Thema „Plastik in den Ozeanen“ – Sea Shepherd versucht schon sehr lange, auf dieses wachsende Problem aufmerksam zu machen und scheinbar ist es nun in der Öffentlichkeit – und hoffentlich auch im Bewusstsein der Menschen – angekommen.

    Beim Spaziergang mit meinem Hund die Trasse entlang, fiel mir auf, wieviel Müll links und rechts des Weges liegt, in die Gräben geworfen wurde etc., vollkommen unnötig. Seitdem es im Bewusstsein ist, sehe ich viele solcher Flecken. Meine siebenjährige Tochter, die beim letzten Clean-Up in Viernheim dabei war, brachte dann die Idee, dass man das doch auch hier machen kann.

    Haben Sie den Eindruck, dass St. Wendel in den letzten Jahren schmutziger geworden ist?

    Ich bin kein gebürtiger St. Wendeler, wohne auch erst knapp 9 Jahre hier, ich kann also nicht beurteilen, inwiefern sich das Müllproblem über einen längeren Zeitraum verändert hat. Ich bin jedoch der Ansicht, dass es Bereiche gibt, an denen es abgenommen hat, bspw. der Weg zwischen „Flash“ und Bahnhof. Auf der anderen Seite gibt es Bereiche, an denen ich es als Zumutung empfinde, was dort alles herumliegt: Trasse, Park, rund um die Fastfood-Restaurants und ganz besonders auf dem Lanzenberg (Anm. wenn man hinter dem Hütherhof vor der Auffahrt auf die B41 rechts hochfährt) – dort liegen teils ganze Küchenzeilen, Reifen etc. – einmal hatten wir bereits etwas gesäubert, aber anscheinend wird es als Müllabladeplatz gesehen und entsprechend sieht es auch aus.

    Gibt es da bestimmte Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit Sie entscheiden, wo die nächste Clean- Up Aktion stattfindet?

    Hier gibt es bspw. zum Thema Park zu bedenken, dass dort Wasservögel leben, d.h. in der Brutzeit sollte dort nicht am Ufer / im Wasser der Müll rausgezogen werden. Zum Thema „wo“ etwas stattfindet – hier hoffe ich auch auf die Unterstützung der St. Wendeler. Die Facebook- und Homepage-Seite ist leider noch unbekannt, ich denke aber, sobald sich mehr Menschen damit auseinandersetzen, umso mehr Infos und Orte werden bekannt, an denen sich ein solcher „Clean-Up“ lohnt.

    Wer kann dabei mitmachen?

    Jeder, dem Umwelt- und Tierschutz genauso am Herzen liegt, kann gerne teilnehmen oder einfach so Kontakt aufnehmen. Es gibt bisher noch keinen Termin, aber mir schweben bereits 2-3 Plätze vor, an denen – zeitgleich – etwas getan werden könnte. Natürlich werden hierfür auch engagierte Leute benötigt. Gerne können auch Kinder und Jugendliche teilnehmen, etwas zum Thema Umweltschutz wird dabei automatisch gelernt.

    Inwiefern unterstützt die Stadt selbst Ihr Projekt?

    Im Gespräch mit Hr. Rauber vom Umweltamt St. Wendel stellte sich heraus, dass er diese Aktion gut findet und entsprechend befürwortet. Unterstützung erfolgt durch das Bereitstellen bspw. von Handschuhen, Greifern und Müllsäcken. Auch die Zusage, dass der gesammelte Müll kostenfrei auf dem Bauhof abgegeben werden kann ist sehr hilfreich. Bei großen Mengen oder nicht transportablen Abfall, könnte der Müll sicherlich auch an einem vereinbarten Sammelpunkt abgeholt werden. Um das Material zu bekommen, werde ich die Aktion entsprechend vorher mit dem Umweltamt absprechen.

    Wie oft, bzw. in welchem Rhythmus trifft sich das Clean- Up Team?

    Idealerweise nur einmal und danach bleibt es sauber. Sicher, das ist Wunschdenken – aber das kann ich noch nicht genau sagen. Auch hier sind die St. Wendeler gefragt um Infos weiterzugeben. Niemand kann wollen, dass die Kids im Wald zwischen Müll und ggf. Materialien spielen müssen.

    Welche Tipps haben Sie parat? Wie kann man sich auch selbst im Alltag umweltbewusst verhalten?

    Mir ist klar, dass es manchmal schwierig sein kann, sich immer Umweltgerecht zu verhalten, aber machbar ist es. In St. Wendel haben wir schon das Glück, dass er relativ viele öffentliche Mülleimer etc. gibt, sie sollten nur genutzt werden. Generell sollte man bspw. auf Plastikbesteck verzichten (wenn schon kein Porzellangeschirr, dann wenigstens Papier). Mülltrennung – immerhin gibt es die Möglichkeit! Auch mal die paar Meter zum nächsten Mülleimer zurücklegen und nicht achtlos in die Gegen werfen. Sich vielleicht auch nicht zu schade sein, etwas mal aufzuheben und wegzuwerfen, auch wenn es nicht von einem selber stammt. Auch der Einkauf kann daran ausgerichtet werden – Biogurken in Plastik zu verpacken ist bspw. absurd. Einfach drauf achten, was man kauft.

    Wo sehen Sie die Grenzen des Clean- Up Teams, was können Sie mit dieser Organisation nicht leisten?

    Natürlich – die erste Grenze ist das fehlende Engagement. Ich kann viel alleine, aber die Umwelt geht uns alle an und jede/r sollte sich beteiligen. Es ist mir auch klar, dass die Reinigungsaktionen nicht von Dauer sein werden, Dreckecke bleibt Dreckecke, hat sich ja über einen Zeitraum als eine solche „etabliert“, aber deswegen darf man nicht aufhören.

    Was erhoffen Sie sich von diesem Projekt?

    Meine Hoffnung ist, dass dieses Projekt ein Selbstläufer wird, auch Vorbild in dem Sinne, dass andere Gemeinden und Ortschaften vielleicht mal anfragen und sich informieren. Das sich bspw. in NK eine eigene Gruppe gründet. Die Bürger sollten Müllecken erkennen und melden, die Kinder sollen dabei lernen, WESHALB der Müll in die Tonnen gehört und nicht in die Natur, auch ein Taschentuch nicht. Die Welt werde ich damit nicht retten, aber vielleicht unseren Umkreis ein wenig besser machen. Auch Umweltverschmutzern, die illegal irgendwo Müll abladen, gemeldet werden um gegen diese vorzugehen, ist eine Hoffnung.

    Bekommen Sie bereits Unterstützung?

    Wie bereits erwähnt, gibt es die Zusage der Stadt für die materielle Seite, sicherlich würde die Stadt die Aktionen öffentlichkeitswirksam nutzen, was durchaus in meinem Sinne ist. Unterstützung wünsche ich mir bspw. von Ihrer Firma, die Seiten bekannt zu machen, nach einer Aktion auch darüber zu berichten.

    Wie kann man teilnehmen?

    Auf Facebook gibt es eine Gruppe „St. Wendel Clean-Up-Team“, hier finden Interessierte erste Informationen. Ich habe die Website „St-Wendel-Clean-Up-Team.info“ für alle, die vielleicht nicht bei Facebook sind, registrieren lassen, ist aber noch im Aufbau, gerne nehme ich hier Unterstützung an. Auf beiden Wegen – vielleicht auch via Zeitung und Ihrer Seite – kann man sich zu Aktionen melden, Infos über Müllecken geben etc. Es ist alles noch bisschen im Aufbau, wird aber.

    Was bedeutet Ihnen persönlich Umweltschutz?

    Wir leben auf einem winzigen kleinen Planeten – auf dem einzigen den wir haben und je haben werden, wir müssen gut darauf aufpassen! Deutschland hat seine natürlichen Jahresressourcen bereits im April verbraucht und der Termin ist jedes Jahr früher! Der Mensch hat die Haltung „Nach mir die Sintflut“ perfektioniert – nur das klappt leider nicht! Ich habe 2 Kinder, ich möchte etwas dafür tun, dass beide einen funktionierenden Planeten haben, bestimmte Tiere und Pflanzen nicht nur aus Dokumentationen, Büchern oder Museen kennen…. Dafür mache ich etwas. Es gibt diesen Spruch „Activism is my rent for living on the planet“ – dem habe ich nichts hinzuzufügen. Aber um es kurz zu machen: Umweltschutz ist mir sehr wichtig – besonders im Hinblick auf unsere Folgegenerationen, wir sind ihnen verpflichtet etwas zu tun, damit sie leben können. Jeder kann etwas tun!

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