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  • Donnerstag, 23. November 2017,

    Der Hl. Wendelin ist eingezogen – Installationskunst am Gymnasium Wendalinum

    Vorstellung und Einweihung des Wendalinusprojektes ( Glasplattenprojektionen zum hl. Wendelin ) im Gymnasium Wendalinum. Vorstellung des Projektes vom Künstler und Kunstlehrer Fran Brenner ( Gymnasium Wendalinum )

    Über dem Hauptportal prangt sein Namenszug schon seit Jahrzehnten. Jetzt ist er endlich da. Der Hl. Wendelin steht im Schulfoyer des Gymnasium Wendalinum in Form einer monumentalen Installation. Natürlich ist die Schule keine Kirche, die ihrem Patrozinium gerecht werden will. Dennoch wird hier Kunst unterrichtet und tagtäglich entstehen unzählige Kunstwerke. Nur das eine hat gefehlt und das sollte sich auf Wunsch des Schulleiters ändern.

    Heribert Ohlmann hatte schon vor Jahren die Idee, dem prominenten Heiligen an seiner Schule ein Denkmal zu errichten. Allerdings nicht in Form eines traditionellen Kunstwerks, etwa einer Skulptur. So wie das Gebäude selbst zur Zeit der Erbauung eine architektonische Neuheit war, so sollte auch Wendelin ein modernes Aussehen erhalten. Hat sich Kunstlehrer Frank Brenner gedacht und auf Wunsch des Schulleiters ein Modell entworfen.
    In unzähligen Stunden, über viele Monate hinweg hat der hauseigene Lehrer und Künstler letztlich den Entwurf erstellt, der auf den ersten Blick überrascht. Zwei monumentale sich überschneidende Glasplatten mit den Konturen eines Hirten darauf sind entstanden. Eine überlebensgroße Figur mit Hut und Stab, angedeutet durch blaugrüne Streifen, rote, gelbe und blaue Linien. Darunter die vermeintlichen Gesichter von Schülern skizziert. Frank Brenner will sich da nicht festlegen, er spielt mit Andeutungen. „Ein Kunstwerk muss dich bei deiner Seele packen, wenn es das nicht tut, dann ist es nicht für dich gemacht.“
    Auch der Heilige selbst ist ja nicht greifbar, und so wie das Leben Wendelins weitestgehend im Dunkeln bleibt, so vage und schattenhaft ist die Kunstfigur, die jetzt im Foyer thront. Ein Kunstgriff Frank Brenners, der diese geheimnisvolle Wirkung durch den Einsatz von Licht und Schatten erreicht. Die Glasinstallation mit den Farbfolien ist lichtdurchlässig und erzeugt mithilfe von zwei an der Decke befestigten Speziallampen Schlagschatten an der dahinterliegenden Wand. Die in den oberen Profilen eingebauten LED-Leuchten illuminieren den Heiligen wie von innen heraus. Dadurch erhält das Kunstwerk eine mehrdimensionale Wirkung. „Ich projiziere quasi den Heiligen aus dem 7. Jahrhundert in unsere Zeit. Da steht der Wendelin im Raum, über ihm das vibrierende Firmament, erleuchtet durch seine Pilgerreise nach Rom und denkt nach und strahlt aus… So kann man sich den Hirten, Philosophen und Abt vorstellen, aber der Mann ist nicht greifbar und auch darin liegt seine Faszination.“
    Das Modell der Installation im Maßstab 1:20 hat Frank Brenner bereits Ende 2016 fertiggestellt. Mitte Oktober 2017 erfolgte dann die Umsetzung. Und am 20. Oktober die feierliche Übergabe in Anwesenheit der Sponsoren und von Pfarrer Klaus Leist, der das Kunstwerk segnete. Das Modell ist im Büro des Schulleiters zu bestaunen. Heribert Ohlmann, Germanist und Theologe, hat damit erfolgreich um Sponsoren für die Umsetzung geworben. Und sich mit der Errichtung des Kunstwerkes einen langjährigen Wunsch erfüllt.

    Musikalisch mit dem Musical „Wunder“ bereits am 1. April in der Aula des Gymnasiums begrüßt, ist Wendelin im Oktober auch visuell eingezogen. Der Tonkünstler Jürgen Brill hat dem Heiligen ein Klangwerk gewidmet, der Bildende Künstler Frank Brenner hat ihm im 1.400sten Todesjahr eine bleibende Präsenz verliehen.

    Foto: Bonenberger

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